Wohlen
«Für eine lebendige Bünz» – Grüne überreichen 501 Unterschriften für eine Renaturierung auf dem Gemeindegebiet

Während vor knapp 100 Jahren Flüsse und Bachläufe gedeckelt und gezähmt wurden, hat sich das Verständnis heute deutlich geändert. Wie wichtig ein naturnaher Flusslauf für Natur und Hochwasserschutz ist, verdeutlichten die Grünen Wohlen nun auch gegenüber Vizeammann Roland Vogt.

Pascal Bruhin
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Vizeammann Roland Vogt und Roger Isler, Leiter Umwelt und Energie, nehmen die Petition von den Grüne-Einwohnerratsmitgliedern Anna Keller, Franziska Matter und Patrick Schmid (von links) entgegen.

Vizeammann Roland Vogt und Roger Isler, Leiter Umwelt und Energie, nehmen die Petition von den Grüne-Einwohnerratsmitgliedern Anna Keller, Franziska Matter und Patrick Schmid (von links) entgegen.

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«Wir haben keinen Fluss, wir haben keinen See, aber wir haben die Bünz. Und der müssen wir Sorge tragen.» Es war ein eindrücklicher Appell, den Anna Keller am Mittwochabend vor dem Wohler Gemeindehaus an Roland Vogt richtete. Gemeinsam mit Mitinitiantin Franziska Matter und weiteren Mitgliedern der Grünen Wohlen überreichte sie dem Vizeammann die gesammelten Unterschriften für die Petition «Für eine lebendige Bünz».

Die Petition fordert den Gemeinderat auf, sich beim Kanton aktiv für die Renaturierung der Bünz auf dem Wohler Gemeindegebiet einzusetzen. Gefordert wird darin insbesondere ein abwechslungsreicher Wasserlauf, Bademöglichkeiten, Sitzstufen und mehr Platz für die Bünz beim Islerareal. Die Grünen wünschen sich etwa einen Bachlauf ähnlich wie jener zwischen Wohlen und Waltenschwil.

Die Wichtigkeit zeigten die Grünen gleich an einem Modell

Franziska Matter machte zudem darauf aufmerksam, dass der Kanton gemäss Bundesamt für Umwelt dazu verpflichtet sei, einen Teil der Gewässer zu revitalisieren und damit dem Wasser seinen Lebensraum zurückzugeben. Dass das dringend nötig ist, illustrierte Naturfachmann Patrick Schmid gleich vor Ort an einem Modell.

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Auf einer Seite die begradigte, kanalisierte Bünz, auf der anderen die renaturierte, mit vielen Kurven und Windungen sowie naturnahen Ufern. Während auf Ersterer das hineingeleerte Wasser ruckzuck und in voller Wucht am anderen Ende des Plastikrohrs wieder herausströmt, fliesst es auf der anderen Seite deutlich gemächlicher durch die geschwungene Bünz.

Das Modell illustriere deutlich, wie wichtig die Renaturierung nicht nur für die Natur, sondern auch für den Hochwasserschutz sei. Anna Keller fügte an: «Die Bünz ist unscheinbar und plätschert vor sich hin. Aber hin und wieder wird sie zum reissenden Strom.» Die Kraft der Bünz sei daher nicht zu unterschätzen.

Die Grünen haben das Anliegen in ihrer Petition mit diesem Modell auf einem Leiterwägeli zusätzlich verdeutlicht.

Die Grünen haben das Anliegen in ihrer Petition mit diesem Modell auf einem Leiterwägeli zusätzlich verdeutlicht.

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501 Wohlerinnen und Wohler unterstützten das Anliegen der Grünen. Wohlwollend nahm Roland Vogt in Begleitung von Roger Isler, Leiter Umwelt und Energie, die Unterschriften entgegen. «Es ist sicher ein spannendes Projekt», sagte Vogt und signalisierte Handlungsbereitschaft. Der Gemeinderat werde sich in der anstehenden neuen Legislaturperiode sicherlich mit dem Anliegen beschäftigen. Er machte aber auch klar: «Am Ende wird Aarau darüber entscheiden.»

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