Begegnung der Kulturen
Wohlen feiert seine kulturelle Vielfalt mit einem bunten Fest

Für die «Begegnung der Kulturen» am Samstag strömte die Bevölkerung bei schönstem Sommerwetter in Scharen aufs Isler-Areal. Die Veranstalter schätzen, dass rund 2000 Besucher beim Kulturaustausch mitfeierten.

Robert Benz
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Zur Begrüssung liessen die Teilnehmenden Vereine Tauben fliegen und wünschten den Besuchern ein fröhliches und friedliches Fest
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OK-Präsident Leitch liess nicht nur Tauben fliegen
Spanischer geht's nimmer
Musa Konutgan vertrat mit Bruder Aram und Bekannten die Volksgruppe der Aramäer
Mary Wiederkehr mit Sohn Chris und Kollegin Lilian Steck betreuten den Afrika-Stand
Grazia Campana und Alfonsina Oftriger von der italienischen Gruppo Donne ACLI
Die Vertreterinnen des Café International heissen Gaby Bertschi, Suhanthini Jegartheeswaran, Brigitta Hubeli und Janet Renckly
Beatrice Rosmarie Baumann-Jayasinghe lebt seit 16 Jahren in der Schweiz
Die Trachtengruppen von Villmergen und Wohlen waren am Fest vertreten und lassen eine Friedenstaube fliegen
Deutschland und Portugal haben ihre Kultur gemeinsam vertreten, weil Cristina und Willi Kellner geheiratet haben
Katharina Stäger und Thomas Leitch-Frey vom OK-Team waren mit dem Fest vollauf zufrieden
Regierungsrat Urs Hofmann mag kosovarisches Bier.
Unlängst eingebürgert: Suhanthini Jegartheeswaran.
Ramadan? Die Islamische Gemeinschaft erklärt.
Die tamilische Tanzgruppe begeistert das Publikum mit Kulturtanz. Wie viele Fotoapparate, Videokameras und Handys gerade auf die jungen Damen gerichtet sind, ist nicht bekannt.
Göpf Kaufmann knüpft einen Frauen-Strohhut.
Begegnung der Kulturen in Wohlen

Zur Begrüssung liessen die Teilnehmenden Vereine Tauben fliegen und wünschten den Besuchern ein fröhliches und friedliches Fest

Robert Benz

Der 8. Juni 2013 wird als «Samstag der Kulturen» in die Wohler Geschichte eingehen. Wie die Veranstalter der «Begegnung der Kulturen» schätzen, haben am Samstag rund 2000 Besucher den Weg ins Isler Areal gefunden. Der Andrang beweist, dass die Organisatoren ihr Ziel erreicht haben: ein Volksfest der kulturellen Vielfalt und mehr gegenseitigen Respekt.

Wer das Isler-Areal betrat, spürte augenblicklich, wie viel Power, Kreativität und Engagement die verschiedenen Wohler Kulturvereine in dieses Fest gesteckt haben. Den Rundgang durchs Areal eröffnete links neben dem Eingang das Strohmuseum mit einem Strohhutstand. Göpf Kaufmann aus Zufikon war gerade dabei einen Frauenhut zu knüpfen.

Vis-à-vis, am fein säuberlich arrangierten Stand des kroatischen Kulturvereins, gab Gorana Nydegger einen Einblick in die Berichterstattung des vereinseigenen Magazin «Libra».

Am benachbarten kosovarischen Stand versorgten sich unter anderem Regierungsrat Urs Hofmann und Gemeinderat Arsène Perroud mit einem kühlen «Peja»-Bier. Im Vorbeigehen richtete Perroud den Kulturvereinen ein Lob aus. Das OK habe nur den Rahmen geschaffen, alles Weitere sei Sache der Vereine gewesen. «Was die Kulturvereine hier geleistet haben, ist wunderbar.»

Auch Regierungsrat Hofmann war voll des Lobes für den Anlass und gelöster Stimmung. In seiner Ansprache erinnerte er daran, dass Offenheit eine Schweizer Tradition sei. «Eine Kultur, die sich abschottet, verkümmert», so Hofmann.

An der Begegnung der Kulturen standen jedenfalls alle Schoten offen. Berührungsängste gab es keine. Strohhutträger reihten sich in den Festbänken an tamilische Familien. Kinder jagten mit der Pfadi Wohlen einen Schatz aus Schokolade – er hing in einer Truhe in der Bünz – und auf der Festbühne tanzte eine Trachtengruppe nach der anderen. Das Kaiserwetter setzte dem Anlass die Krone auf.

Als zentrales Mittel für den Austausch unter den Kulturen stellte sich erwartungsgemäss das Essen heraus. Während die aramäische Gruppe einen Babylon-Teller mit Lammfleisch anbot und die Einnahmen aus dem Verkauf mittels Esspakete an die bedrohten Landsleute in Syrien verteilen wird, bereiteten die Frauen des anatolischen Kulturvereins laufend frische «Gözleme» zu. Sowohl Teig als auch Inhalt wie zum Beispiel eine Mischung aus Feta, Spinat und Zwiebeln, wurden frisch und von weitem sichtbar zubereitet. Zudem tischte der Spanische Verein Paella auf, die italienische Gruppo Donne ACLI hatte ein reiches Dessertbuffet kreiert und am Tamil Market gab’s Curry im Teig-Körbchen zu probieren. Die Versorgung mit Getränken übernahm derweil die Kulturbeiz – zur Deckung der Unkosten der Veranstalter.

Das Begegnungsfest war ursprünglich eine Idee von Migrantinnen und Migranten aus der Begleitgruppe der «Toolbox», einer Vernetzungs- und Hilfeplattform für Neuzuzüger. Die Begleitgruppe bilden bestens vernetzte Zuzüger aus Uganda, Kroatien und anderen Ländern. Von ihnen ging die Idee aus, ein «Fest für alle» zu organisieren. Es war eine gute Idee.

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