Wohlen
Diese Website weiss, wo die Hydranten und Robidogs stehen

Eine Plattform, auf der Werkleitungen, Wanderwege, historische Karten aber auch Strom- und Wasseranschlüsse aller Liegenschaften eingezeichnet sind, das ist die Geoplattform geoag.ch der Industriellen Betriebe Wohlen. Sie feiert heuer den 10. Geburtstag.

Nathalie Wolgensinger
Drucken
Teilen
Benno Spuhler ist Bereichsleiter GIS/NIS bei der ibw und betreut die Plattform seit der ersten Stunde.

Benno Spuhler ist Bereichsleiter GIS/NIS bei der ibw und betreut die Plattform seit der ersten Stunde.

Nathalie Wolgensinger

Benno Spuhler ist gelernter Geomatiktechniker. Nach seiner Lehre zog es ihn ins Puschlav, wo er bei einem Meliorationsprojekt mitarbeitet, später arbeitete er bei der Realisation des Bözberg- und Habsburgtunnels mit. Als er die Stellenausschreibung der Industriellen Betriebe sah, die einen Mitarbeiter zum Aufbau des Geoinformationssystems suchten, bewarb er sich. Er habe sich damals – man schrieb das Jahr 1997 – niemals vorstellen können, dass er dieser Firma so lange die Treue halten würde, erzählt er.

Die Arbeit stellte sich für den jungen Berufsmann als faszinierend heraus. Denn Spuhler erlebte die Digitalisierung nicht nur hautnah mit, er konnte das Geoinformationssystem massgeblich mitgestalten. Und so verwundert es nicht weiter, dass er sich richtig ins Feuer reden kann, wenn er über die geoag.ch spricht, die zu seinem Baby wurde.

Zehn Jahre Aufbauarbeit

Als Spuhler seine neue Wirkungsstätte bei der ibw in Wohlen bezog, waren die Daten über die Werkleitungen noch in Papierform vorhanden. Ein Mitarbeiter war dafür verantwortlich, dass die Daten nachgeführt und entsprechend aktuell waren.

Denn nebst den acht Mitarbeitenden der eigenen Unternehmung sind es auch Architektur- und Ingenieurbüros sowie die Verwaltung, welche für ihre tägliche Arbeit auf diese Daten zurückgriffen. Spuhler erzählt:

«Wenn Sie beispielsweise ein Haus bauen wollen, dann müssen Sie wissen, welche Leitungen zu Ihrem Grundstück verlegt sind oder Sie möchten wissen, ob sich das Dach für Sonnenenergie eignet. Diese Daten bieten wir alle auf dieser geoag.ch an.»

Bevor es soweit war, benötigte es viel Vorbereitungsarbeit. Zehn Jahre dauerte es nämlich bis sämtliche Daten erfasst und die Plattform im Jahr 2011 online ging. Schon bald entpuppte sich die Seite als nützlich für vielerlei Anwendungen für Fachleute und Laien.

Die Nachfrage nach diesen Informationen ist nach wie vor gross. Spuhler erzählt: «Wir merken immer dann, wie beliebt die Seite ist, wenn sie nicht abrufbar ist. Dann geht es keine zehn Minuten und die ersten User melden sich bei uns.»

Die Ideen gehen Spuhler und seinem Team nicht aus

Vom Know-how der Industriellen Betriebe profitieren mittlerweile 23 Aargauer Gemeinden und die Anwendungen werden stetig ausgebaut. So können Interessierte beispielsweise in Erfahrung bringen, welche Leitungen zu ihrem Grundstück verlegt sind und ob das Gebiet für Erdwärme genutzt werden kann.

Eingetragen sind auch die Standorte der Robidog-Eimer oder der nächste Mobility-Standort. Die Informationen werden laufend verfeinert. So kann man beispielsweise auch abrufen, wie alt die Werkleitungen sind und über welchen Durchmesser sie verfügen.

Interessant auch für Laien ist die Funktion, die es ermöglicht, alte Karten einzublenden. So sieht man auf einen Blick, wie sehr sich die Gegend in den letzten hundert Jahren verändert hat.

Die Ideen für neue Inhalte gehen Spuhler und seinem Team nicht aus. Neu können Naturschützer und Fachleute die Neophyten-Standorte in ihrer Gemeinde erfassen. Spuhler ergänzt: «Die Verantwortlichen tragen diese Daten selber ein und können sie auch wieder löschen, wenn beispielsweise eine Neophyten-Fläche gerodet wurde.»

Mehr zum Thema findet man unter: www.geoag.ch

Aktuelle Nachrichten