Wohlen
Der «Sternensaal» präsentiert sein neues Programm – die Künstler erhalten ihre Gage auch bei einer Absage

Veranstaltungen im Kulturbereich sind allerfrühestens ab dem 22. März wieder möglich. Dennoch will Vereinspräsidentin mit der Veröffentlichung des Programms ein wichtiges Zeichen für die Kunstschaffenden setzen.

Pascal Bruhin
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Eva Keller ist die Präsidentin des «Sternensaals», der seit über 30 Jahren in Wohlen für Kultur sorgt.

Eva Keller ist die Präsidentin des «Sternensaals», der seit über 30 Jahren in Wohlen für Kultur sorgt.

Andrea Weibel

«Wir wollen ein Zeichen setzen, dass es uns noch gibt und vor allem, dass es die Künstlerinnen und Künstler noch gibt», sagt Eva Keller, Präsidentin des Wohler Vereins Kultur im «Sternensaal». Der Pandemie zum Trotz verschickte Keller diese Woche das dritte und letzte Programm der Spielsaison 2020/21.

«Ob die Anlässe tatsächlich stattfinden, steht in den Sternen»

«Wir wagen es, das neue Programm zu präsentieren», schreibt der Verein auf seinem Flyer, fügt aber wohlwissend an: «Ob die Anlässe tatsächlich stattfinden, steht in den Sternen.» Präsidentin Eva Keller ist sich bewusst, dass viele – wenn nicht alle – der bis Saisonende am 8. Mai geplanten Veranstaltungen ausfallen werden. Dennoch sei es ein wichtiges Symbol für Zuschauer und für die Künstler selbst. Keller sagt:

«Wir haben das bewusst so gemacht, um zu zeigen, dass es trotzdem weitergeht.»

Auch die auftretenden – oder eben nicht auftretenden – Künstler will der Verein direkt unterstützen. So werden etwa die Gagen ausbezahlt, egal, ob die Veranstaltung letztlich stattfindet oder nicht. «Wir sind in der privilegierten Lage, dass uns die Ortsbürgergemeinde, welcher der «Sternensaal» gehört, das Lokal gratis zur Verfügung stellt», sagt die Präsidentin. Zudem werde der Verein jährlich vom Kanton und der Gemeinde Wohlen finanziell unterstützt. Die Vereinsmitglieder selbst arbeiten ehrenamtlich. Deshalb war es möglich, gewisse Reserven zu bilden und nun die Künstler auch ohne Einnahmen aus den Veranstaltungen zu bezahlen.

Schutzkonzept hat im letzten Herbst sehr gut funktioniert

Wie der Bundesrat an seiner Medienkonferenz am Mittwoch verlautete, sind frühestens auf den 22. März hin Lockerungen im Kulturbereich zu erwarten. «Wir wären sofort wieder bereit», sagt Keller. Das Schutzkonzept, das bereits im letzten Herbst angewendet wurde, habe sehr gut funktioniert. Damals wurden von den 90 Zuschauerplätzen jeweils pro Vorstellung nur 42 verkauft. Zudem herrschte Maskenpflicht und Einbahnverkehr. Die Kasse wurde nach draussen verlegt. Auch wenn mit den zu erwartenden Lockerungen weniger Zuschauer als noch im Herbst erlaubt wären, würde der «Sternensaal» sein Programm wieder aufnehmen, versichert sie und meint:

«Wir würden auch für 15 Gäste wieder aufmachen.»

Bis dahin bleibt es abzuwarten. Über das Programm, die Durchführung oder Absage der jeweiligen Veranstaltungen informiert der Verein auf seiner Webseite.