Wohlen
Chappelehof-Sanierung ist aufgegleist: Das Restaurant soll die neue Stube der Wohler Bevölkerung werden

Was lange währt, wird endlich gut: 12 Jahre arbeitete der Verein St. Leonhard an den Sanierungsplänen des Chappelehofs. Nun steht die Finanzierung und das Baugesuch liegt öffentlich auf. Mitte April des nächsten Jahres sollen die Arbeiten starten.

Nathalie Wolgensinger
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Mitte April 2022 starten voraussichtlich die Sanierungsarbeiten am Wohler Chappelehof.

Mitte April 2022 starten voraussichtlich die Sanierungsarbeiten am Wohler Chappelehof.

Nathalie Wolgensinger

Zwölf lange Jahre dauerte es von den ersten Ideen bis das Sanierungsprojekt in trockenen Tüchern war. In diesen Jahren waren vor allem die Personen des Vorstandes des Vereins St.Leonhard gefordert. Allen voran Präsident Paul Huwiler. Er sagt:

«Dieser Einsatz hat sich gelohnt, wenn man sieht, was wir nun erreicht haben.»

Er stellt fest: «Es ist uns gelungen, das für Wohlen so wichtige Gebäude zu erhalten und in eine neue Zukunft zu führen.» Im Chappelehof – der 55 Jahre alt ist – sind nebst Alterswohnungen, einem Restaurant mit Kegelbahn auch ein grosser Saal für Veranstaltungen sowie Jugend- und Vereinsräume untergebracht. Das Baugesuch liegt noch bis zum 15. November öffentlich auf.

Die Sanierung ist zugleich ein Neubeginn

Es wurde in den vergangenen Jahren sogar über einen Abriss des Chappelehofs diskutiert. Dies, weil sich die Bedürfnisse der katholischen Kirchgemeinde im Laufe der Jahrzehnte veränderten. Die Kirche braucht kein Pfarreizentrum mehr in dieser Grösse.

Doch diese Diskussion ist nun vom Tisch. Die Sanierung ist zugleich der Startschuss zum Neubeginn. Denn die Wege von Kirche und Verein trennen sich gegen Ende des Jahres. Die entsprechenden Verträge werden an der Kirchgemeindeversammlung vom 23. November (kath. Kirchgemeinde) und der Generalversammlung am 7. Dezember (Verein St.Leonhard) verabschiedet.

Der Verein St.Leonhard stemmt die Finanzierung in der Höhe von 13,3 Mio. Franken mit Hilfe von Stiftungen, Spenden und zinslosen Darlehen im Alleingang. Huwiler kommentiert:

«Wir hoffen, dass wir in den nächsten Monaten weitere Spenden erhalten, damit wir das Fremdkapital möglichst tief halten können. Wir spüren viel Goodwill von den Stiftungsverantwortlichen.»

Der Verein bringt Eigenmittel in der Höhe von 700'000 Franken ein, von Stiftungen erhofft man sich Zuwendungen in der Höhe von 2,9 Mio. Franken. Vor wenigen Tagen hat der Verein die Zusage für die Steuerbefreiung des Kantons erhalten. Wer eine Spende für den Chappelehof tätigt, kann dies künftig in der Steuererklärung zum Abzug bringen.

Die Visualisierung des Chappelehofs Wohlen – der Bau soll rund 12,4 Mio. kosten, 2022 soll der Spatenstich erfolgen.

Die Visualisierung des Chappelehofs Wohlen – der Bau soll rund 12,4 Mio. kosten, 2022 soll der Spatenstich erfolgen.

zvg/Hegi Koch Kolb + Partner Architekten

Das Projekt erhält viel Lob, und dies vor allem von Personen, die das Konzept des Chappelehofs bisher nicht kannten. Huwiler erzählt: «Das Konzept, dass man Alterswohnungen mitten im Dorf ansiedelt, war in den 60er-Jahren revolutionär.»

Es gibt ein zweites Treppenhaus

Die umfassende Sanierung des 55 Jahre alten Gebäudes ist nun mehr als überfällig. Das Gebäude soll nicht nur aufgewertet, sondern auch energetisch in Schuss gebracht werden und den aktuellen Normen für die Erdbebensicherheit angepasst werden. In den beiden Sockelgeschossen sind weiterhin das Restaurant mit Kegelbahn, ein Blumengeschäft sowie Jugend- und Pfarreiräume angesiedelt.

In Sachen Restaurant kann Huwiler so viel verraten: «Aus dem Restaurant soll ein Bistro werden.» Der Verein hat eigens dazu einen Gastroberater engagiert und diesem schwebt vor, den Gastraum zur «Stube von Wohlen» zu machen.

Die Zahl der Seniorenwohnungen reduziert sich von 25 auf 21. Huwiler erklärt dies wie folgt: «Die vier Wohnungen, die sich über dem Saal befinden, funktionieren wir zu Praxis- oder Büroräumen um. Wir wollen den Bewohnenden den Lärm aus dem Saal nicht mehr zumuten.»

Um den Anforderungen des Brandschutzes gerecht zu werden, muss ein zusätzliches Treppenhaus mit Lift erstellt werden. Dieses kommt beim Parkplatz zu stehen und wird insbesondere auch den Seniorinnen und Senioren das Leben erleichtern.

Weitere Informationen zum Projekt Chappelehof gibt es auf www.chappelehof.ch

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