Analyse
Wohlen braucht den Sportpark

Die Analyse zur Sanierung der Badi und zum Neubau der Eishalle in Wohlen.

Andrea Weibel
Andrea Weibel
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Die Badi Wohlen soll saniert werden.

Die Badi Wohlen soll saniert werden.

Aargauer Zeitung

Der Ruf von Wohlen ist angeschlagen. Es wird von den einen belächelt, von den anderen gar bemitleidet. Trotz seiner knapp 16 000 Einwohner ist es noch immer keine Stadt. Politisch herrschte besonders im Einwohnerrat lange Zeit eine aggressive, bisweilen sogar destruktive Stimmung. Wichtige Investitionen wurden wegen Geldmangel oder auch persönlichen Animositäten immer wieder aufgeschoben. Sogar die Suche nach dem dringend benötigten neuen Schulraum wurde immer wieder wegen Details verzögert.

Mit seinen Oberstufenschulen, dem BBZ und der Kanti ist Wohlen aber dennoch eine Zentrumsgemeinde mit grossem Einzugsgebiet. Die Schülerinnen und Schüler profitieren von der Wohler Infrastruktur mit Bahnhof, Einkaufszentren, Badi und Eisbahn. Letztere werden sowohl im Sportunterricht als auch in der Freizeit oft und gerne besucht. Doch beide Sportanlagen sind marode. Seit Jahrzehnten schiebt man auch diese Investition vor sich her. Jetzt müssen den endlosen Diskussionen Taten folgen: Die Badi braucht zwar lediglich eine Sanierung, aber die Eisbahn müsste in zwei Jahren den Betrieb einstellen, wenn sie nicht komplett erneuert wird.

Es ist höchste Zeit zum Handeln. Und das tun die Wohler Behörden nun auch. Sie setzen ein starkes Zeichen für ihr Dorf. Der Gemeinderat legt mit dem «Sportpark Bünzmatt» ein grosses, attraktives Gesamtprojekt vor. Für 23,4 Millionen Franken bekäme Wohlen eine neue Eishalle, eine sanierte Badi mit Beachsportbereich und daneben auch einen zusammenhängenden Park samt Restaurant zur Naherholung. Aus dem Gesamtkredit
von 23,4 Millionen Franken muss Wohlen 13,4 Millionen selber bezahlen. Der Rest wird durch den Swisslos-Sportfonds, Vereine, Denkmalpflege, die neue Betriebsgesellschaft, umliegende Gemeinden und andere finanziert.

Mit gemeinsam genutzten Kabinen, Eingang und Gastronomie für Badi und Eishalle, aber auch durch eine gemeinsame Betriebsleitung werden in dem Projekt so viele Synergien genutzt wie möglich. Das spart Geld, macht Arbeitsabläufe einfacher und ist ganz im Sinn des Einwohnerrats. Es bedeutet aber auch, dass keines der Projekte alleine realisiert werden kann, denn dafür sind sie zu eng miteinander verknüpft. Am Montag wird der Einwohnerrat über die zwei Projekte, also Badi und Eishalle, beraten. Es braucht also ein Ja für beide Projekte.

Das zweite starke Zeichen für Badi und Eishalle setzten vergangene Woche Finanzkommission und Geschäftsprüfungskommission. Sie sprechen sich einstimmig für beide Projekte aus. Das lässt spekulieren, dass auch der Einwohnerrat deutlich Ja sagen wird. Und das wäre sehr wichtig, weil am 25. September die Wohlerinnen und Wohler an der Urne über die Projekte befinden müssen. Ist der Einwohnerrat gespalten, verunsichert das die Einwohner. Steht er geschlossen hinter den Projekten, erhöht das deren Chance wesentlich.

Jetzt muss der Einwohnerrat also zeigen, wie viel ihm diese Aufwertung Wohlens und somit die Zukunft des Dorfes wert ist. Wohlen braucht klare Zeichen. Und Wohlen braucht eine echte Aufwertung, um seiner Rolle als Zentrumsgemeinde wieder besser gerecht werden zu können. Wohlen braucht den Sportpark Bünzmatt.