Wohlen
Acht Kandidaten kämpfen um fünf Plätze im Gemeinderat – welche Ideen sie umsetzen möchten

Am 26. September wird auch in Wohlen der Gemeinderat neu bestellt. Die fünf bisherigen Gemeinderäte treten alle wieder an, drei neue Kandidaten wollen ebenfalls in den Rat einziehen.

Nathalie Wolgensinger
Drucken
Teilen
Acht Kandidaten buhlen um den Einzug ins Gemeindehaus.

Acht Kandidaten buhlen um den Einzug ins Gemeindehaus.

Chris Iseli (20. April 2020)

Arsène Perroud, 44, Gemeindeammann, SP, bisher

Welches sind Ihre Beweggründe für die (Wieder)-Kandidatur?

Arsène Perroud, Gemeindeammann, SP, verheiratet, drei Kinder.

Arsène Perroud, Gemeindeammann, SP, verheiratet, drei Kinder.

zvg

Arsène Perroud: Ich bin weiterhin motiviert, mich als Gemeindeammann für Wohlen zu engagieren. Das Amt als Gemeindeammann bereitet mir nach wie vor grosse Freude. Mein Ziel ist es, die aufgestarteten Projekte weiterzubringen. In der laufenden Legislatur hat der Gemeinderat gute Arbeit geleistet und viele Vorhaben vorwärtsgebracht. Dazu möchte ich weiterhin meinen Beitrag leisten.

Wie möchten Sie das Stimmvolk von sich überzeugen?

Ich kann auf einen guten Leistungsausweis in den vergangenen vier Jahren zurückblicken. Der Neubau des Bushof Wohlen befindet sich im Abschluss, die Aufwertung der Zentralstrasse steht vor der Genehmigung und wichtige strategische Planungsinstrumente wurden eingeführt. Die Einführung des Geschäftsleitungsmodells auf der Gemeindeverwaltung war erfolgreich.

Welches sind Ihre Kernkompetenzen und wie möchten/können sie diese in Wohlen einbringen?

Die breiten Dossierkenntnisse und die Führungserfahrung sind wichtige Voraussetzungen für die erfolgreiche Arbeit im Gemeinderat. Ich kann unterschiedliche Meinungen abholen und tragfähige Lösungen erarbeiten. Mein Amt als Grossrat bildet eine wichtige Synergie mit der Tätigkeit als Gemeindeammann. Ich kann die Interessen der Gemeinden Wohlen auf kantonaler Ebene vertreten.

Was läuft in Wohlen noch nicht wie es sollte und wie wollen Sie das ändern?

Mit den vorhandenen Mitteln wird bereits sehr viel erreicht. Die Attraktivität der Gemeinde Wohlen wird in der öffentlichen Wahrnehmung oftmals unterschätzt. Probleme bereitet uns das unterdurchschnittliche Steuereinkommen. Die Ansiedelung qualitativer Arbeitsplätze und die Förderung attraktiver Wohnquartiere müssen im Zentrum stehen. Mehr Flächen für Gewerbe- und Industrie müssen angestrebt werden.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für Wohlen in der nächsten Legislatur?

Ganz klar in der Bereitstellung der Infrastruktur für Verkehr, Bildung und die Verwaltung. Dies unter Berücksichtigung beschränkter finanzieller Mittel. Ebenso muss die Gesundheitsversorgung verbessert werden. Das Bevölkerungswachstum und die gesellschaftlichen Entwicklungen werden generell erhöhte Anforderungen an die Gemeinde stellen. Dafür muss die Politik Lösungen entwickeln. Die Führung der Volksschule wird für den Gemeinderat zu einem zentralen Thema werden.

Wie sehen Sie den Zustand Ihrer Gemeinde in zehn Jahren?

Die Infrastruktur ist saniert und auf zukünftige Anforderungen ausgerichtet. Die beschränkten Finanzmittel sind zielgerichtet und effizient eingesetzt. Das Zentrum ist vom Verkehr entlastet und die Lebensqualität ist erhöht. Die Gemeinde Wohlen verfügt über eine zukunftsgerichtete Nutzungsplanung und über genügend attraktiven Wohnraum und ausreichende Arbeitszonen.

Roland Vogt, 52, Vizeammann, SVP, bisher

Welches sind Ihre Beweggründe für die (Wieder)-Kandidatur?

Roland Vogt, Kriminalbeamter, SVP, verheiratet, drei Kinder.

Roland Vogt, Kriminalbeamter, SVP, verheiratet, drei Kinder.

zvg

Roland Vogt: Seit meiner Kindheit lebe ich in Wohlen und fühle mich mit meiner Familie sehr wohl hier. Wohlen liegt mir am Herzen und ich bin bereit, weiter Verantwortung für diese Gemeinde zu übernehmen und Wohlen vorwärtszubringen. Wohlen steht vor grossen Herausforderungen und da gilt es auch, auf die Bevölkerung und deren Bedürfnisse zu hören. Das Wohler Stimmvolk denkt pragmatisch, unabhängig und selbstbestimmend, halt typisch bürgerlich. Dieses Gedankengut muss im Gemeinderat vertreten sein. Ich vertrete diese bürgerliche Stimme und kandidiere darum erneut für den Gemeinderat und Vizeammann.

Wie möchten Sie das Stimmvolk von sich überzeugen?

Ich bin realistisch unterwegs und habe gelernt, den Franken erst auszugeben, wenn er verdient worden ist. Freiheit und Unabhängigkeit sind die wichtigsten Eigenschaften, die unser Land zu dem geführt haben, worauf wir heute noch stolz sein können. Das hat auch auf kommunaler Ebene ihre Bedeutung und das letzte Wort hat immer das Volk.

Was sind Ihre Kernkompetenzen und wie möchten sie diese in Wohlen einbringen?

Als Gemeinderat habe ich bereits Exekutiverfahrung in den verschiedensten Bereichen gesammelt. Neben der Bildung und dem Verkehr liegen meine Kernkompetenzen im Bereich der Sicherheit. Als Kriminalbeamter in der Stadt Zürich, als Grossrat und Mitglied der Kommission SIK und als politischer Vertreter der Repol-Kommission bringe ich Erfahrung und Kompetenzen mit, damit die Bevölkerung weiterhin ein hohes Sicherheitsgefühl geniesst.

Was läuft in Wohlen noch nicht, wie es sollte, und wie wollen Sie das ändern?

In Wohlen ist man sich einig, dass Bestehendes saniert und Neues gebaut werden muss. Schulhäuser, Badi, Eisbahn, Strassen oder ein Busbahnhof standen oder stehen dabei im Fokus. Bei der Finanzierung dieser Projekte gehen die Meinungen auseinander. Es gibt nicht nur den Weg von höheren Steuern oder neuen Gebühren, es gibt auch den Weg, auf etwas zu verzichten oder etwas zumindest kritisch zu hinterfragen. Wohlen kann sich nicht alles leisten und das muss die Politik in Wohlen noch lernen.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für Wohlen in der nächsten Legislatur?

Wohlen ist attraktiv und soll attraktiv bleiben. Bildung, Sport und Kultur sind sehr gut und sollen bewahrt bleiben. Handlungsbedarf sehe ich beim steigenden Verkehr und beim unaufhaltsamen Bauboom. Dieser bringt unsere Strukturen an seine Grenzen. Die sozialen Anliegen steigen weiter und es werden Ansprüche an das Sicherheitsbedürfnis gestellt. Als Konsequenz steigt unsere finanzielle Belastung.

Wie sehen Sie den Zustand Ihrer Gemeinde in zehn Jahren?

Es ist gut möglich, dass Wohlen in zehn Jahren vor einem Schuldenberg und grossen sozialen Problemen steht. Schuld daran sind hauptsächlich der tiefe Steuerertrag, das Bauen ohne Ende, ineffiziente Bildungsstrukturen sowie die hohen Kosten in die Werterhaltung der gemeindeeigenen Liegenschaften. Die steigende Bevölkerung wird die Infrastruktur an ihre Grenzen bringen, die Soziallasten steigen, der Verkehr trotz einer Umfahrung wird bleiben, Littering bleibt uns erhalten, Energieengpässe werden unsere Stromkosten erhöhen und zuletzt könnte die Zuwanderung dafür sorgen, dass mehr Ausländer als Schweizer in Wohlen wohnen werden.

Thomas Burkard, 64, Gemeinderat, Grüne, bisher

Thomas Burkard, Fachmann Natur- und Umweltschutzthemen, verheiratet, zwei Kinder.

Thomas Burkard, Fachmann Natur- und Umweltschutzthemen, verheiratet, zwei Kinder.

zvg

Welches sind Ihre Beweggründe für die (Wieder)-Kandidatur?

Wohlen ist mir wichtig. Ich möchte mich in meiner Wohngemeinde, in der ich seit vielen Jahren zusammen mit meiner Familie lebe und in der ich zutiefst verwurzelt bin, weiterhin für das Gemeinwohl engagieren. Im Gemeinderat braucht es Personen mit Weitsicht und Sorgfalt.

Wie möchten Sie das Stimmvolk von sich überzeugen?

Ich verfüge über langjährige politische Erfahrung als Einwohner- und Gemeinderat. Mein Leistungsausweis als Vorsteher des Ressorts Liegenschaften und Anlagen ist überzeugend. Ich habe in meinen vier Jahren als Gemeinderat verschiedene dringliche öffentliche Bauprojekte wie das Schulzentrum Halde erfolgreich geleitet. Ich möchte diese Projekte gerne engagiert zu Ende führen.

Was sind Ihre Kernkompetenzen und wie möchten sie diese in Wohlen einbringen?

Ich bin sehr zuverlässig, verantwortungsbewusst und weitsichtig. Ich pflege und unterstütze eine offene, sachliche Kommunikation und eine faire Gesprächskultur. Dies kommt allen Projekten zugute. Ökologische Anliegen, die auch wirtschaftlich und zukunftsgerichtet sind, sind mir wichtig. Inzwischen habe ich viel Erfahrung in der Leitung von Bauprojekten.

Was läuft in Wohlen noch nicht, wie es sollte, und wie wollen Sie das ändern?

Der Gemeinderat ist da, um die von Volk und Einwohnerrat gesetzten Ziele und Vorgaben umzusetzen. Sich gegenseitig zu blockieren, bringt niemandem etwas. Mit meiner offenen Art möchte ich dazu beitragen, dass wir gut zusammenarbeiten und weiterkommen.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für Wohlen in der nächsten Legislatur?

Eine der grössten Herausforderungen ist die demografische Entwicklung und wie die Gemeinde mit der Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur mithalten kann: Schulraum, Verkehr, Wohnen im Alter, Finanzen. Es wird sehr anspruchsvoll, all die weiteren dringend anstehenden Bauprojekte gut zu planen, dass sie auf dem Hintergrund der Wohler Finanzsituation für die Gemeinde tragbar und in nützlicher Frist umgesetzt werden können. Liegenschaften nicht im Stand zu halten, kommt die Gemeinde aber langfristig noch teurer zu stehen.

Wie sehen Sie den Zustand Ihrer Gemeinde in zehn Jahren?

Viele der heute dringlichen Sanierungen sind abgeschlossen. Die Gemeinde hat in einem Herkulesakt lang herausgeschobene Bauprojekte umgesetzt. Zukunftsfähig und selbstbewusst ist die Kleinstadt Wohlen ein attraktiver Ort zum Wohnen, Leben und Arbeiten.

Roland Büchi, 58, SVP, neu

Roland Büchi, SVP, Werkschutz Kernkraftwerk Beznau, verheiratet, ein Kind.

Roland Büchi, SVP, Werkschutz Kernkraftwerk Beznau, verheiratet, ein Kind.

zvg

Welches sind Ihre Beweggründe für die (Wieder)-Kandidatur?

Meine Beweggründe für eine Kandidatur ist die momentane politische Lage unserer Gemeinde. Es braucht unbedingt mehr bürgerliches Gedankengut in unserem Gemeinderat und das nicht nur auf dem Papier. Mit zwei Vertretern der Mitte, einem Grünen und einem SPler ist der Wohler Gemeinderat weit weg von bürgerlich.

Wie möchten Sie das Stimmvolk von sich überzeugen?

Das Stimmvolk möchte ich mit einer bürgerlichen Politik und gesundem Menschenverstand überzeugen. Man muss auch verzichten können. Wohlen braucht nicht immer das Grösste und Beste.

Was sind Ihre Kernkompetenzen und wie möchten sie diese in Wohlen einbringen?

Als gelernter Maurer und langjähriger Mitarbeiter im Bereich Sicherheit mit diversen Schulungen an der IPH (Interkantonalen Polizeischule Hitzkirch) könnte ich mir sehr gut vorstellen, im Bereich Bau oder Sicherheit zu arbeiten. Generell bin ich offen für alles.

Was läuft in Wohlen noch nicht, wie es sollte, und wie wollen Sie das ändern?

Wohlen hat nicht nur ein Ausgabeproblem, sondern, was nicht weniger schlimm ist, ein Einnahmeproblem. Dieses Problem muss schnellstens gelöst werden. Bauland nur noch im Baurecht verkaufen und eine gemeindeeigene Immobilien AG gründen.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für Wohlen in der nächsten Legislatur?

Die grösste Herausforderung für unsere Gemeinde werden sicher der Abbau der Schulden und die hohen Sozialausgaben sein. Auch der Steuerfuss wird in den nächsten Jahren zum grossen Thema werden. Hier muss genau hingeschaut werden.

Wie sehen Sie den Zustand Ihrer Gemeinde in zehn Jahren?

Sollte es so weiterlaufen wie bisher, wird Wohlen in zehn Jahren zum Armenhaus im Freiamt werden. Der Steuerfuss wird weit über 120% liegen, die Schulden ins unermessliche gestiegen sein und die letzten guten Steuerzahler haben Wohlen bereits verlassen. Dass es nicht so weit kommt, braucht es im Gemeinderat einen Richtungswechsel und eine Abkehr von links-grüner Politik.

Paul Huwiler, 60, Die Mitte, bisher

Paul Huwiler, Verkaufsleiter, verheiratet, zwei Kinder.

Paul Huwiler, Verkaufsleiter, verheiratet, zwei Kinder.

zvg

Welches sind Ihre Beweggründe für die (Wieder)-Kandidatur?

Mit meiner langjährigen Erfahrung möchte ich der Weiterentwicklung von Wohlen meine volle Aufmerksamkeit widmen und die anstehenden Projekte umsetzen. Die Arbeit im Gemeinderat macht mir nach wie vor Freude. Gemeinderatsarbeit ist Teamarbeit. Wir ringen um praktikable Lösungen auf Stufe Gemeinde. Parteipolitik steht weniger im Fokus, denn es müssen Lösungen gefunden werden, die im Einklang mit der übergeordneten Gesetzgebung stehen. Vor diesem Hintergrund kann der ganze Gemeinderat von meiner langjährigen Erfahrung profitieren.

Wie möchten Sie das Stimmvolk von sich überzeugen?

Meine Stärke liegt in meiner Sachkenntnis, meiner Dossierfestigkeit und meiner Offenheit für neue Projekte. Gerne würde ich die Tagesstrukturen in einem Schulzentrum zu einer Tagesschule weiterentwickeln. Das wäre wieder ein Quantensprung in der Schulentwicklung und für den Entscheid, wo sich junge Familien niederlassen, matchentscheidend. Die Kinder gehen am Morgen in die Schule und kommen am späteren Nachmittag zurück. Die Aufgaben sind gemacht. Das entlastet die Eltern sehr. Es wäre auch ein wichtiger Beitrag für die Chancengleichheit in unserer heterogenen Welt.

Was sind Ihre Kernkompetenzen und wie möchten sie diese in Wohlen einbringen?

Meine Kernkompetenzen liegen in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen und gesellschaftliche Fragen. Die Reform der Schulführung ohne Schulpflegen ist auf dem Papier erledigt. Es wartet die praktische Umsetzung. Grosse Herausforderungen kommen bei der medizinischen Grundversorgung auf die Gemeinden zu. In Wohlen und Umgebung werden bis 2026 mutmasslich acht Hausärzte aufhören. Sollten diese nicht ersetzt werden können, werden über 10'000 Personen keine Hausärztin oder Hausarzt mehr haben. Das Gleiche gilt für Kinderärztinnen und -ärzte. Bei der Lösung braucht es Erfahrung und ein Netzwerk.

Was läuft in Wohlen noch nicht, wie es sollte, und wie wollen Sie das ändern?

Wohlen hat unzählige Vorteile: gute Schulen von Kindergarten bis Kantonsschule, herausragende Sportanlagen in den Niedermatten und im Schüwopark, bald insgesamt vier Dreifachturnhallen. Der Sternensaal und das Kantiforum bieten Kleinkunst vom feinsten. Die Kulturkommission verfügt über ein namhaftes Budget, um kulturelle Anlässe zu fördern. Leider hat Wohlen den Hang, alles komplett unter Wert zu verkaufen. Statt die Vorteile unserer Gemeinde herauszustreichen, wird immer wieder das Haar in der Suppe gesucht. Wir müssen dieses Gejammer endlich überwinden und selbstbewusst unsere Stärken betonen. Ich setze mich konsequent für ein positives Image von Wohlen ein.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für Wohlen in der nächsten Legislatur?

Die Entwicklung in Wohlen hat in den vergangenen vier Jahren stark an Fahrt aufgenommen. Überall im Dorf entsteht neuer, attraktiver Wohnraum. Auch die Gemeinde bringt ihre Anlagen auf den aktuellen Stand. Nach dem Schüwopark ist das Schulzentrum Halde an der Reihe. Der Bahnhof wird für den ÖV attraktiver. Herausfordernd werden die weiteren Projekte wie das Schulzentrum Junkholz, die Aufwertung der Zentralstrasse, das Betriebsgebäude für die Polizei und die Konzentration der Verwaltung an einem modernen Standort sein. Die Gemeinde Wohlen muss den jahrelangen Investitionsstau konsequent abbauen und bei allen Gebäuden und Anlagen den Werterhalt sicherstellen.

Wie sehen Sie den Zustand Ihrer Gemeinde in zehn Jahren?

In zehn Jahren wird die Gemeinde mit ihrer modernen Infrastruktur punkten, ganz nach dem Motto «zuerst sähen, dann ernten». Die Gemeinde wird ihre Hausaufgaben in Bezug auf die Werterhaltung ihrer Gebäude und Anlagen gemacht haben. Dank des neu geschaffenen, attraktiven Wohnraums werden mehr Leute in Wohlen wohnen und von den Vorzügen unserer Gemeinde profitieren. Das Steueraufkommen wird sich gegenüber von heute erhöhen. Das alles gelingt nur unter der Prämisse, dass umsichtige Gemeinderätinnen und Gemeinderäte die Lokalpolitik im bisherigen Sinne vernünftig und gezielt weiterführen.

Ariane Gregor, 59, Die Mitte, bisher

Ariane Gregor, Die Mitte, Fachlehrerin Textiles Werken, verheiratet, vier Kinder.

Ariane Gregor, Die Mitte, Fachlehrerin Textiles Werken, verheiratet, vier Kinder.

zvg

Welches sind Ihre Beweggründe für die (Wieder)-Kandidatur?

Ich bin eine kreative Person und habe Freude am Gestalten, Planen, Organisieren und Strukturieren. Seit über 16 Jahren engagiere ich mich politisch für unsere Gemeinde. An der Zukunft meines Wohn- und Lebensmittelpunkts Wohlen möchte ich weiterhin mitarbeiten. Gerne übernehme ich für weitere vier Jahre Verantwortung.

Wie möchten Sie das Stimmvolk von sich überzeugen?

Ich arbeite ruhig und konsequent. Ich habe viel Erfahrung gesammelt im Bereich Finanzen und Ressourcen. Dieses Wissen will ich gerne weiter für Wohlen einsetzen. Auch finde ich es interessant, Neues dazu zu lernen.

Was sind Ihre Kernkompetenzen und wie möchten sie diese in Wohlen einbringen?

Meine Stärken sind meine Sach- und Lösungsorientierung und die Fähigkeit, mich in einem Team einzubringen und gemeinsam an tragfähigen Lösungen zu arbeiten. Ich denke vernetzt und in Zusammenhängen. Wohlen als Zentrumsgemeinde erfüllt auch für die umliegenden Gemeinden wichtige Aufgaben.

Was läuft in Wohlen noch nicht, wie es sollte, und wie wollen Sie das ändern?

Der Verkehr läuft und rollt zwar, aber es stockt zu gewissen Zeiten. Der Verkehr wird mit Staus eine sichtbar zunehmende Belastung für unsere Gemeinde. Das Verkehrskonzept muss zwingend überarbeitet werden. Mit dem Kanton müssen ernsthafte und weiterführende Gespräche über die Südumfahrung stattfinden.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für Wohlen in der nächsten Legislatur?

Das Thema Finanzmanagement wird in den nächsten Jahren die grosse Herausforderung sein. Unsere Schulden steigen durch die nun aufgegleisten, zwingend benötigten Schulbauten. In der finanziellen Lage, die Wohlen hat, kommt es einem Spagat gleich, Neubau und Sanierungen zur gleichen Zeit voranzutreiben. Wenn wir die Steuern nicht über Gebühr erhöhen wollen, müssen wir den Gürtel anderswo enger schnallen und das Wünschbare vom dringend Notwendigen unterscheiden.

Wie sehen Sie den Zustand Ihrer Gemeinde in zehn Jahren?

In zehn Jahren sind die Schulhäuser gebaut. Die Gemeinde wird weiterwachsen, es wird weiteren Schulraum brauchen. Beim Thema «Wohnen im Alter» sind wir hoffentlich einen Schritt weiter und können bedarfsgerechte Alterswohnungen anbieten. Das Jakob-Isler-Areal wird gemäss Gestaltungsplan überbaut, die Bleichi ist ein gut frequentierter Kulturplatz und am Rebberg wohnen gut betuchte Steuerzahlende.

Laura Pascolin, 50, SP, neu

Laura Pascolin, SP, Fachmitarbeiterin Integration, verheiratet, ein Kind.

Laura Pascolin, SP, Fachmitarbeiterin Integration, verheiratet, ein Kind.

zvg

Welches sind Ihre Beweggründe für die (Wieder)-Kandidatur?

Wohlen ist meine Heimat. In Wohlen bin ich aufgewachsen und diese Verbundenheit motiviert mich zum Politisieren. Mein politisches Engagement im Einwohnerrat und in der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission hat nicht nur mein politisches Fachwissen erweitert, sondern auch meinen politischen Willen gestärkt. Gesellschaftliche, soziale und politische Fragen müssen im Interesse des Gemeinwohls sein. Ein weiterer Grund ist, dass auf kommunaler Ebene Frauen immer noch in der Minderheit sind. Die Parität in der Lokalpolitik ist noch weit entfernt. Frauen müssen wählen und sich wählen lassen.

Wie möchten Sie das Stimmvolk von sich überzeugen?

Meine Weitsicht und Beharrlichkeit setze ich für einen guten Lebensraum in Wohlen ein. Die Vielseitigkeit und Kompetenzen, welche ich in verschiedenen Bereichen (Finanzbereich, Integrationsarbeit, Trainerin und Lehrerin in Sport und Musik) sammeln durfte, ermöglichen mir eine sehr gute Vernetzung und eine breitabgestützte Anerkennung in der einheimischen und zugezogenen Bevölkerung.

Was sind Ihre Kernkompetenzen und wie möchten sie diese in Wohlen einbringen?

Ich bin zielorientiert und effizient, ohne das Menschliche aus den Augen zu verlieren. Eine enge Zusammenarbeit mit allen Akteuren (Parteien, Vereine, Gewerbe) ist essenziell und entspricht meiner Grundhaltung als Person und Politikerin.

Was läuft in Wohlen noch nicht, wie es sollte, und wie wollen Sie das ändern?

Auf politischer Ebene in der Gemeinde wünsche ich mir mehr Sach- als Parteipolitik. In den nächsten Jahren wird die politische Zusammenarbeit eine wichtige Rolle spielen. Die finanziellen Herausforderungen müssen von gebündelten Kräften gemeistert werden. Ich pflege heute schon einen offenen Diskurs mit allen Politikerinnen und Politikern und diese Haltung werde ich zukünftig mit viel Optimismus weiterführen.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für Wohlen in der nächsten Legislatur?

Ein ausgeglichener Finanzhaushalt wird in den nächsten Jahren schwierig zu erreichen sein. Die Prognosen sowie die jetzige finanzielle Lage werden die nächste Legislatur enorm belasten. Hier sind weitsichtige und nachhaltige Lösungsansätze gefragt. In anderen Worten viel unkonventionelles Denken seitens der Politik und Bevölkerung.

Wie sehen Sie den Zustand Ihrer Gemeinde in zehn Jahren?

Ich sehe Wohlen als vielfältige und innovative Gemeinde. Ein Mobilitätskonzept für die Verkehrsentlastung ist umgesetzt. Vermehrt Grünflächen und Freiräume als Ort der Begegnung sind in Wohlen zu finden. Die finanzielle Lage wird sich hoffentlich entspannen und Wohlen wird sich in der Phase des Schuldenabbaus befinden. Last but not least wird das Gemeinschaftszentrum Chappelehof in neuem Glanz erstrahlen.

Denise Strasser, 41, FDP, neu

Denise Strasser, Leiterin Finanzen/HR, FDP, geschieden, zwei Kinder.

Denise Strasser, Leiterin Finanzen/HR, FDP, geschieden, zwei Kinder.

zvg

Welches sind Ihre Beweggründe für die (Wieder)-Kandidatur?

Als geborene Wohlerin, aufgewachsen und abgesehen von einem kurzen Abstecher nach Villmergen – stets wohnhaft in Wohlen, liegt mir Wohlen und somit auch das Wohl der Bevölkerung sehr am Herzen. Es würde mich freuen, wenn ich an vorderster Front auf kommunaler Ebene mitreden, mitentscheiden und meine Fähigkeiten für ein attraktives Wohlen mit hoher Lebensqualität einsetzen könnte.

Wie möchten Sie das Stimmvolk von sich überzeugen?

Ich bin seit 41 Jahren mit Wohlen verwurzelt, absolvierte die ganze obligatorische Schulzeit in Wohlen und kenne das Wohler Vereins- und Kulturleben. Als Einwohnerrätin bin ich mit der Dorfpolitik bestens vertraut und stehe als Mutter von inzwischen zwei erwachsenen Kindern mit beiden Beinen im Leben. Mit meinen Finanzkenntnissen, meinem Engagement und meiner teamfähigen, loyalen Art wäre ich eine Bereicherung für den Gemeinderat.

Was sind Ihre Kernkompetenzen und wie möchten sie diese in Wohlen einbringen?

Die heutigen Gemeinderäte sind mehrheitlich Staatsangestellte. Aufgrund der kommenden Investitionen und der schwierigen Finanzlage in Wohlen benötigt es im Gemeinderat betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Als diplomierte Betriebsökonomin NDS HF und Leiterin Finanzen/HR in einem aargauischen KMU verfüge ich über diese Kenntnisse, welche ich gerne in den Gemeinderat einbringen würde.

Was läuft in Wohlen noch nicht, wie es sollte, und wie wollen Sie das ändern?

Realistisch gesehen wird Wohlen in ein paar Jahren weder im Geld schwimmen noch «the place to be» sein. Die angestrengte Finanzlage stellt sicher die grösste Herausforderung dar. Wohlen muss sich auf das Notwendige konzentrieren. Kurzfristig notwendige Projekte wie das Junkholzschulhaus oder die Schulhausproblematik in Anglikon geniessen bei mir erste Priorität. Ebenso muss die Entwicklung des Isler-Areals endlich vorangetrieben werden.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen für Wohlen in der nächsten Legislatur?

Die grössten Herausforderungen sehe ich punkto Finanzen, Verkehr und Wachstum. Das anstehende Investitionsvolumen ohne eine Steuerfusserhöhung zu bewältigen, wird schwierig – aber nicht unmöglich. Das rasante Wachstum in Wohlen und Agglomeration sorgt in vielen Bereichen für eine grössere Belastung (Schulen, Strassen, Verwaltung). Für eine Verkehrsentlastung im Zentrum benötigt Wohlen die Südumfahrung.

Wie sehen Sie den Zustand Ihrer Gemeinde in zehn Jahren?

In zehn Jahren ist die Lösung punkto Verkehr auf dem Papier oder noch besser bereits in Umsetzung oder umgesetzt worden, die Finanzen wieder einigermassen im Lot und die umfassendsten Sanierungen an gemeindeeigenen Liegenschaften abgeschlossen. Ich wünsche mir, dass die Wohler Bevölkerung dann endlich stolz ist, in solch einer attraktiven, lebendigen Gemeinde mit einer tollen Infrastruktur zu wohnen, und dies auch nach aussen kommuniziert wird.

Aktuelle Nachrichten