Der kirchliche regionale Sozialdienst der katholischen Pfarreien Wohlen, Hägglingen, Fischbach-Göslikon, Niederwil und Dottikon hat sich nach dem ersten Jahr etabliert. Das stellte der Wohler Pfarrer und Domherr Kurt Grüter am Geburtstagsapéro fest. Der Dienst sei nicht mehr wegzudenken. Er erfülle eine grosse und wichtige soziale Aufgabe. Darum überbrachte Grüter dem Stellenleiter Fiorenzo Castelli eine geweihte Osterkerze.

Hoffnung in einer Notlage

Hundert Dossiers bearbeite der Sozialdienst gegenwärtig, teilte Castelli mit. Das Angebot des Dienstes sei bewusst niederschwellig und solle den Menschen in einer Notlage Hoffnung geben. Der Sozialdienst habe sich im ersten Jahr intensiv mit der Vernetzung der Fach- und Beratungsstellen befasst und einige Projekte auf den Weg gebracht. Der Sozialdienst ist auf drei Jahre befristet und soll nachher definitiv eingeführt werden. Er setze sich für das «zivilgesellschaftliche Engagement» ein und habe sieben Menschen gefunden, die den um Rat suchenden Mitmenschen als Wegbegleiter zur Seite stünden, sagte Susanne Siebenhaar, Projektleiterin der Beratungsstelle. Praktikantin Sara Räber wurde am Apéro von Castelli verabschiedet.

Kurt Schmid, Vizepräsident der katholischen Kirchenpflege Hägglingen, überbrachte die Glückwünsche der beteiligten Pfarreien. Eins plus eins mache nicht immer zwei, sondern im Fall des Sozialdienstes sogar drei, erklärte Regula Kuhn, Co-Leiterin der Caritas Aargau, die den Dienst mitträgt. Denn die Pfarrei Dottikon habe sich entschlossen, ebenfalls mitzumachen. «Bei Waltenschwil hoffen wir weiter», sagte sie. Einer der Vordenker des Sozialdienstes ist für sie Markus Leutenegger, Gemeindeleiter in Niederwil und Fischbach-Göslikon. Er habe sich stark für den Dienst eingesetzt. «Das ist auf meine Mutter zurückzuführen», sagte Leutenegger. «Sie hat viele Näharbeiten für die Missionen ausgeführt.»

Hilfe zur Selbsthilfe geben

Der Sozialdienst legt laut dem Geschäftsbericht den Fokus auf Einzelpersonen, Paare und Familien. Die Menschen kamen aus unterschiedlichen Gründen in die Beratung: Sie waren von Armut betroffen, arbeitslos, einsam und ratlos oder sie kannten sich im sozialen System nicht aus. Das Hauptziel der Sozialberatung, die in drei Sprachen angeboten wird, bestehe immer darin, gemeinsam mit den Ratsuchenden eine nachhaltige Lösung zu erarbeiten. Es gilt das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe.

Auf einem Dorfrundgang illustrierte das Caritas-Strassentheater «Unten durch» an verschiedenen Orten in Wohlen das Thema Armut in seinen vielen Facetten.