Draussen pfiff erfreulich viel Wind um das Zentrum im Roos in Muri, während drinnen zahlreiche Interessierte den Ausführungen von Landammann Peter C. Beyeler und verschiedenen Fachleuten zur Windenergienutzung auf dem Lindenberg lauschten. Die CVP Bezirk Muri und die CVP Amt Hochdorf hatten zu diesem Podium eingeladen, weil sie den verschiedenen Aktivitäten rund um die Windenergie am Lindenberg zum Erfolg verhelfen wollen.

Der Aargau sei im Zusammenhang mit der Windenergie beim Landschaftsschutz zu restriktiv. Das würde nicht nur der WWF Aargau, sondern ausser der Pro Natura Aargau auch andere Umweltverbände so sehen, sagte Regula Bachmann, Präsidentin des WWF Aargau. Sie begrüsst die Idee, auf dem Lindenberg die Windenergie zu nutzen, «wenn die Bevölkerung das auch mitträgt».

Die erneuerbaren Energien würden die Stromversorgung des Landes übernehmen. «Die Frage ist nur, wie schnell es geht.» Auf jeden Fall sollte nach Ansicht des WWF die Windenergie an guten Lagen nicht behindert werden. Tabu sind für den Verband jedoch Bundesschutzgebiete. Interessiert am Wind auf dem Horben ist auch Louis Lutz, Leiter neue Energien der AEW Energie AG. «Wir wollen eventuell auch eine eigene Anlage bauen.»

Bruno Sidler, Gemeinderat von Beinwil und damit Vertreter einer möglichen Standortgemeinde, bestätigte, dass mit Investoren und Landbesitzern Kontakte bestehen. «Zuerst muss ein Gesamtkonzept erarbeitet werden, das auch mit dem Nachbarkanton im Einklang stehen muss.»

«Windenergie hat Platz»

Der Lindenberg soll weiterhin als landschaftlich attraktiver Naherholungsraum für das Freiamt, das Seetal sowie für den Kanton Zug zur Verfügung stehen. So steht es im Entwicklungskonzept Lindenberg/Horben, wie es der Regionalplanungsverband Oberes Freiamt zusammen mit dem Kanton, der Gemeinde Beinwil und der Alpgenossenschaft Horben ausgearbeitet hat.

Das schliesst die Nutzung von Windenergie nicht aus, wie Josef Nogara, Präsident des Verbandes, ausführte, auch wenn auf neue Bauten möglichst verzichtet werden soll. Im Konzept steht denn auch: «Die Nutzung von Windenergie als erneuerbare Stromressource wird geprüft.» Für Josef Nogara und den Regionalplanungsverband ist klar: «Windenergie auf dem Lindenberg hat Platz.»

Luzerner sind weiter

Weiter ist man auf der Luzerner Seite. «Wir sind im Kanton Luzern daran, ein Windenergiekonzept zu erarbeiten», führte Hans Peter Stutz, Geschäftsführer der Idee Seetal AG, aus. Der Lindenberg sei selbstverständlich eines der potenziellen Gebiete.

Luzern sei sehr interessiert an einer vernünftigen gemeinsamen Planung mit dem Kanton Aargau, den Regionen und Nachbargemeinden. Weiter stellt Stutz ein starkes Interesse der Wirtschaft im Seetal und auch von privaten Haushaltungen an der Abnahme von Windenergie fest. «Das ist bisher noch nicht über das Portemonnaie gelaufen, aber die Signale sind konkret.»