Boswil
Wo sich Tanzpaare smart in die Augen schauen

«Ballroom Dancing» im «Chillout» in Boswil bietet die immer seltenere Möglichkeit, in gediegener Atmosphäre zu tanzen.

Eddy Schambron
Drucken
Henrietta Suter, Wirt Peter Wyrsch und Erwin Wicki (von links) freuen sich, Tanzbegeisterte nicht nur aus dem Freiamt anzusprechen. ES

Henrietta Suter, Wirt Peter Wyrsch und Erwin Wicki (von links) freuen sich, Tanzbegeisterte nicht nur aus dem Freiamt anzusprechen. ES

Eddy Schambron

Wieder einmal gepflegt tanzen, mit Musik, bei deren Lautstärke man sich auch noch unterhalten kann? Die Gelegenheiten sind rar geworden, nicht nur im Freiamt. Jetzt kommen Liebhaber von Standardtänzen im «Chillout», Gasthof Löwen, in Boswil an jedem dritten Freitag im Monat auf ihre Kosten. Selbst Tänzerinnen ohne Partner müssen nicht auf das Vergnügen verzichten: «Es stehen zwei Tanzbegleiter zur Verfügung», freuen sich Henrietta Suter, Muri, und Erwin Wicki, Auw, auf den ersten Anlass dieser Art, der auf ihre Initiative zurückgeht und beim «Löwen»-Wirt Peter Wyrsch Unterstützung fand. «Ballroom Dancing» heisst «die geschmeidig smarte Art, einander in die Augen zu schauen». Der Saal mit festlicher Beleuchtung eignet sich gut dafür. «Wir legen Wert auf eine gewisse Ambiance», unterstreichen Suter und Wicki.

Grosser Saal

Fünf Jahre lang hat Suter im «Ochsen»-Saal in Muri solche Tanzanlässe organisiert, einfach deshalb, weil es immer weniger Möglichkeiten gibt, Wiener Walzer oder Cha-Cha-Cha, Rumba oder Foxtrott zu tanzen. Als der «Ochsen»-Wirt Robert Stöckli den Saal aufgab, war 2014 ausgetanzt. Das wiederum wurmte den begeisterten Tänzer Erwin Wicki aus Auw. Er machte sich auf ins «Chillout» in Boswil, weil Wirt Peter Wyrsch über einen grossen, schönen Saal verfügt, heutzutage eine Seltenheit. Kurz und gut: Wyrsch stellt den Saal wie für alle Veranstalter gratis zur Verfügung, dafür bewirtet er die Gäste aus Keller und Küche. «Das ist eine gute Situation für beide», findet er und kann auf entsprechende Erfahrungen verweisen. Im «Chillout» wird nämlich schon jetzt viel getanzt: Line Dance, Tanznacht ü40, Tanzball der Landjugend Freiamt und so weiter. «Tanzen ist ein Bedürfnis», stellt Wyrsch fest, der selber überrascht war, wie diese Anlässe praktisch sofort den Saal füllten.

Idealerweise 70 Tanzende

Jetzt sind Suter und Wicki gespannt, wie der erste Ballroom-Dancing-Abend am 22. Januar startet. 70 bis 90 Tänzerinnen und Tänzer finden gut Platz im Saal, um sich zu Musik der Gino Happy Band im Kreis zu drehen. Der Eintritt kostet 15 Franken, Alterslimiten gibt es keine, Kleidervorschriften grundsätzlich auch nicht, obwohl Suter davon ausgeht, dass nicht in Sandalen oder zerrissenen Jeans getanzt wird. Sie rechnet vor allem mit Tanzbegeisterten ab 40 Jahren, will aber auch Jüngere ansprechen. «Wir hoffen, dass Schülerinnen und Schüler der Tanzschulen der Region hier ihr Können verfeinern, denn nur Übung macht den Meister», denken die Initianten bereits in die Zukunft. Und geraten ins Schwärmen: «Tanzen macht zufrieden und tut der Seele gut. Wir wollen mithelfen, dass sich der Tanzvirus in der ganzen Region ausbreitet.»

Weitere Informationen, auch über die jeweiligen Live-Bands, gibt es auf der eigens gestalteten Website www.ballroomdancingfreiamt.ch und auf www.chillout-boswil.ch. Eine Anmeldung ist nicht nötig, die Tanzdaten sind: 22. Januar, 19. Februar, 18. März, 22. April, 20. Mai, 17. Juni, 23. September, 21. Oktober und 18. November, jeweils ab 20 bis 0.30 Uhr.

Aktuelle Nachrichten