Tage des Denkmals

Wo sich die schönsten Oasen des Freiamts befinden

Die Nonnen im Kloster Gnadenthal waren Meisterinnen der Stickkunst.

Die Nonnen im Kloster Gnadenthal waren Meisterinnen der Stickkunst.

An den Europäischen Tagen des Denkmals am 10./11. September zeigen auch Freiämter, wie wichtig Gärten für sie sind und waren. In verschiedenen Orten der Region können die schönsten «Oasen» bestaunt werden.

«Oasen – Paradiesische Gärten» heisst das Thema der diesjährigen Europäischen Tage des Denkmals. Und paradiesische Gärten hat auch das blühende Freiamt in grosser Zahl zu bieten. Mit den Oasen sind aber vor allem Gärten gemeint, die bereits in der Vergangenheit für Ruhe und Entspannung bei ihren Besuchern gesorgt haben.

Eine der wohl bekanntesten Oasen des Freiamts ist beispielsweise der kleine Park rund um die Isler-Villa in Wohlen, die heute das Strohmuseum beheimatet. In den 1860er-Jahren wurde er durch den Strohfabrikanten August Isler angelegt. «Die Parkanlage weist einige imposante Gehölze auf, darunter eine rund 200-jährige Eibe», erklärt die kantonale Denkmalpflege die Wichtigkeit des Ortes.

Am Samstag und Sonntag führen Landschaftsarchitekt Klaus Müller wie auch Silvio Muriset, Parkgärtner des Strohmuseums im Islerpark, durch den Garten. Und für die kleinsten Besucher werden mitten im Grünen Baumgeschichten erzählt.

Gestickte Blumensprache

Blumen, Bäume und Tiere haben die Menschen in der Geschichte aber auch dazu inspiriert, diese auf verschiedene Arten abzubilden. Wie in den ehemaligen Klöstern Muri und Gnadenthal gezeigt wird, wurden liturgische Gewänder seit Jahrhunderten mit Pflanzen und Tieren bestickt.

Die Nonnen im ehemaligen Zisterzienserinnenkloster Gnadenthal waren Meisterinnen der Stickkunst. In ihren Händen entstanden Anfang des 18. Jahrhunderts auf Priestergewändern Paradiesgärten von einmaliger Pracht und Ausdruckskraft. Auch im Kloster Muri haben sich die Benediktiner-Mönche seit je mit Fauna und Flora beschäftigt.

«Auf liturgischen Gewändern bewundern wir Blumen und Tiere, die nicht nur durch farbenprächtige Schönheit, sondern auch durch ihre Symbolkraft zu uns sprechen», schreibt die Denkmalpflege.

Speed-Dating im Gewächshaus

Das Gnadenthal bietet mit seinem Pro-Specie-Rara-Garten und dem Gewächshaus zusätzlich alte Gemüsesorten zum Bestaunen und teilweise kosten. Ausserdem findet am Sonntag um 16 Uhr ein Garten-Speed-Dating im Gewächshaus statt. So sollen sich die Singles genauso wie die früheren Nonnen von der Natur inspirieren lassen – allerdings wohl eher nicht zum Sticken.

In Rottenschwil zeigt Cornel Doswald, Historiker und Fachexperte für historische Verkehrswege aus Bremgarten, wie die Reussebene durch den Menschen umgestaltet wurde und nun symbiotisch genutzt werden kann.

Mehr Informationen zu allen Veranstaltungen unter www.hereinspaziert.ch.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1