Boswil
Wo die wilden Tiere wohnen – Jäger zeigen Schülern den Wald

Wie schwer ist ein Fuchs? Wie verhält man sich im Wald? Und wozu sind Jägereigentlich da? All das lernten die Dritt- bis Fünftklässler am Montag am Jäger-Schüler-Tag.

Annemarie Keusch
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Die ausgestopften Wildtiere waren für die Schülerinnen und Schüler besonders faszinierend. ak

Die ausgestopften Wildtiere waren für die Schülerinnen und Schüler besonders faszinierend. ak

Raubwild, Haarwild und Waffen – die Boswiler Dritt- bis Fünftklässler tauchten am Montag in die Welt des Waldes, vor allem aber in die Welt der Jäger ein. Doch entgegen ihrem Namen ist das Jagen nicht die einzige Aufgabe der Jäger. Ziel des Jäger-Schüler-Tages war es darum, den Kindern einerseits die Tiere und den Wald näherzubringen, ihnen andererseits aber auch zu zeigen, «dass ein Jäger nicht immer mit dem Gewehr zwischen den Bäumen herumläuft, sondern auch Aufgaben zum Schutz der Natur übernimmt», hielt Erwin Mäder, Mitglied der Jagdgesellschaft Boswil, fest.

Mit Jagdhörnern begrüsst

Als die rund 60 Schülerinnen und Schüler mit ihren drei Lehrpersonen am Morgen zu Fuss beim Forsthock ankamen, wurden sie traditionell mit Jagdhörnern begrüsst. Dann durften sie sich klassenweise auf drei Posten verteilen, bei denen sie in den Gebieten Raubwild und Fallen, Haarwild und Vögel sowie Einrichtungen und Waffen unterrichtet wurden. Die verschiedenen Posten boten mit ausgestopften Wildtieren viel Anschauungsmaterial, wofür sich die neugierigen Schüler sehr interessierten. Den Referenten wurden richtiggehend Löcher in den Bauch gefragt. «Was machen Sie, wenn ein Hund ein Reh verfolgt?», wollte ein Kind wissen. Oder: «Wie reagiert man, wenn man im Wald auf ein verendetes Wildtier stösst?» Neben den Antworten auf ihre Fragen bekamen die Schüler auch die Möglichkeit, von ihren eigenen Begegnungen mit Wildtieren zu erzählen. Sie berichteten vom Zoo, von Greifvögel-Flugshows oder Erlebnissen mit Tieren in freier Wildbahn.

Waldstrassen nicht verlassen

Einen besonderen Schwerpunkt legte die Jägerschaft darauf, den Kindern die richtige Verhaltensweise im Wald aufzuzeigen. «Wenn ihr die Waldstrassen verlasst, dringt ihr in die Kinderstube der Wildtiere ein. Das ist, wie wenn ein ungebetener Gast einfach so in euer Zimmer spaziert», vergleicht Erwin Mäder. Des Weiteren gelte es, sich im Wald möglichst ruhig und unauffällig zu verhalten und Rücksicht auf die Wildtiere zu nehmen.

Markus Küchler, Lehrer der dritten Primarklasse, war begeistert vom Jäger-Schüler-Tag. «Dieser halbe Tag bringt den Schülern sehr viel. Sie lernen, Sorge zum Wald und zu den wilden Tieren zu tragen. Ausserdem lernen sie die Schönheiten der Natur und der verschiedenen Tierarten kennen», erklärt er das Interesse der Schule an der Anfrage der Jagdgesellschaft. Bei den Jägern tönt dies ähnlich. Es gehe vor allem darum, die Kinder für die Arbeiten der Jägerschaft zu sensibilisieren. Deshalb findet der Anlass alle drei Jahre statt.

Die Schüler waren interessiert und vom Tag im Wald begeistert. «Der Anfang mit den Jagdhornbläsern hat mir am besten gefallen», nennt Shana ihren persönlichen Höhepunkt. Zwischendurch wurde den Schülern ein Znüni offeriert. Einige nutzten diese Pause, um mit ihrem Lehrer eine Jogging-Runde durch den Wald zu drehen, um der Kälte entgegen wirken zu können. Übrigens: Ein ausgewachsener Fuchs wiegt ungefähr 5 Kilogramm.