Prostitution

Wird aus der «Waage» ein Etablissement?

Restaurant Waage: Markante Lage in der Nähe von Reuss, Altstadt und Kapuzinerkirche.

Restaurant Waage: Markante Lage in der Nähe von Reuss, Altstadt und Kapuzinerkirche.

Bremgarten wird unruhig: Eine währschafte Gaststätte steht vor Verkauf an die einschlägig bekannte Branche. Die Anwohner sind nicht wirklich begeistert.

Unterschrieben ist noch nichts. Es zeichnet sich aber ab, dass die Bremgarter Liegenschaft Waage an das Erotik- und Sex-Gewerbe übergehen wird. Egon Loretan, dem Wirt und Besitzer der «Waage», liegt ein lukratives Angebot vor. Diese Offerte will er annehmen.

Wegen der recht stattlichen Grösse und ihrer markanten Lage ist die «Waage» eine bedeutende Gaststätte im Bezirkshauptort. Die Liegenschaft befindet sich in der Nähe der Altstadt unweit des reussstädtischen Casinos und der Holzbrücke auf einem 800m² grossen Grundstück. Zur «Waage» gehören sieben Hotelzimmer, eine Wohnung, ein Studio, zwei Säle, eine grosse Gartenwirtschaft sowie ein Dutzend Parkplätze.

«Banken spielten nicht mit»

Inhaber und Wirt Egon Loretan weiss, dass seine Verkaufspläne bei Anwohnern keinen Sturm der Begeisterung auslösen werden, genauso
wenig im Rathaus. «Ich hätte die Liegenschaft sehr gerne einem jungen Berufskollegen verkauft», betont der 65-Jährige, «ein tüchtiger Berufsmann könnte hier eine eigene Existenz aufbauen.» Zwei ernsthafte Interessenten aus der Gastroszene seien vorhanden gewesen. «Leider spielten die Banken nicht mit, sie liessen die Finanzierung sausen.»

Nach dem Verkauf der Gaststätte wird das Wirtepaar Egon und Josianne Loretan zurück in seinen Heimatkanton Wallis zügeln. Den Lebensabend möchten die beiden in eigenen vier Wänden in Leukerbad verbringen. Im Frühling oder Sommer 2011 soll es so weit sein, nach 22-jähriger Wirtetätigkeit in Bremgarten.

Es läuft nicht nichts

Wie steht es aktuell um die Rotlichtszene im Reussstädtchen? Sie ist durchaus vorhanden und auf mehr oder weniger diskrete Art präsent. Gemäss Informationen im Internet gibt es zwei Sex-Salons in der Altstadt, einen Swinger-Club unweit der Reuss sowie das Tanz- und Striplokal Spittel-Bar beim Spittelturm am Eingang zur Oberstadt; den trutzigen Spittelturm übrigens nennt man im Volksmund scherzhaft «senkrechtesten Bremgarter» – senkrecht im Sinn von sehr ehrlich, solide, mit viel Rückgrat.

Egon und Josianne Loretan schlossen am Donnerstag die Gaststätte für einen Monat. Sie fliegen demnächst nach Thailand in die Ferien. Die Hoffnung, dass nach der Rückkehr ein kleines Wunder in Form eines Kaufangebots aus seriösen Geschäftskreisen eintrifft, haben die beiden noch nicht ganz aufgegeben.

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