Wohlen

«Wir würden auch ein U-Boot bedrucken»

Gina Abt und Sven Gwerder haben ihre eifach GmbH in die ehemaligen Räume des Skate- und Snowboardshops gezügelt. «Bei uns kann vom Shirt bis zum Rennauto fast alles bedruckt werden», freut sich Gwerder.Andrea Weibel

Gina Abt und Sven Gwerder haben ihre eifach GmbH in die ehemaligen Räume des Skate- und Snowboardshops gezügelt. «Bei uns kann vom Shirt bis zum Rennauto fast alles bedruckt werden», freut sich Gwerder.Andrea Weibel

Wo früher in Wohlen der Blind Alley Skijacken und Skateboards anbot, druckt heute die eifach GmbH die Träume ihrer Kunden.

Das Sitzmöbel vor dem Laden ist symbolisch: Wo das bekannte Snowboard-Bänkli stand, findet man heute eine schmucke hölzerne Sitzbank. Symbolisch? Ja, denn das Geschäftslokal im Parterre der Zentralstrasse 26 ist erwachsen geworden.

Wo früher Snowboards, Skijacken und Brillen verkauft wurden, ist heute zwischen Werbeartikeln, Büro, zwei grossen Arbeitstischen und einer Druckmaschine viel freier Raum für Kreativität. Und wo zwei junge Männer – stets mit Mütze oder Käppi – meist junge Kunden berieten, nehmen heute zwei Frauen und ein Mann – ohne Käppi – die Kundenwünsche entgegen. Der Skate- und Snowboardshop Blind Alley ist Geschichte.

«Irgendwann ist man vielleicht auch zu alt dafür», sagt Sven Gwerder, ehemaliger Co-Chef des beliebten Ladens. Heute ist hier die eifach GmbH oder schlicht «der eifach» daheim. Für Gwerder hat sich mit dem Umzug des eifach in die grossen Räume gleichzeitig nichts und alles verändert: «Ich gehe durch dieselbe Eingangstür, aber der Laden ist komplett neu. Und ob man es glaubt oder nicht, ich bin nicht traurig, es fühlt sich richtig gut an.»

Vom Ein-Frau-Betrieb …

Ende 2010 hatte Gwerder, damals noch zusammen mit Michel Wagner, die Idee zur eifach GmbH. «Es kamen öfter Leute in den Snowboardshop und fragten, ob wir Shirts oder Poster drucken. Irgendwann fragten wir uns: Warum eigentlich nicht?» Der eifach startete mit dem Bedrucken von Shirts, Klebern und Plakaten. «Uns war bewusst, dass wir etwas anbieten müssen, das es nicht besser und schneller im Internet gibt. Und es sollte einfach und unkompliziert sein. Welcher Name passt da besser?»

Gina Abt vom eifach zeigt, was der Laden zu bieten hat

Gina Abt vom eifach zeigt, was der Laden zu bieten hat

Bald stieg Gina Abt mit ein, die zuvor im Marketing gearbeitet hatte. Sie begann als einzige Angestellte und tat alles: von Kundenberatung über Designs und Offerten bis zum Drucken. Dasselbe tut sie auch heute, nur, dass sie mittlerweile Mitinhaberin und Geschäftsführerin ist, seit Wagner nach drei Jahren ausgestiegen ist.

… zu «es geht fast alles»

Aus dem Slogan «Shirts, Kleber, Plakate» ist heute «alles für Ihre Werbung» geworden, denn mittlerweile kennt der eifach keine Grenzen mehr. «Wir beschriften auch eine Fabrik, wenn uns jemand eine Fabrik zum Beschriften gibt», sagt Gwerder selbstbewusst. «Oder ein U-Boot.» Motorradschablonen hätten sie bereits hergestellt, da sei das U-Boot ja nicht mehr weit, lacht er. Abt erklärt: «Unsere Kunden inspirieren uns immer wieder, wenn sie mit den verrücktesten Ideen kommen.» Gwerder fügt an: «Sie fragen: Geht das? Wir klären das ab, und in den meisten Fällen ist unsere Antwort: Ja, das geht.»

Und wenn sie selber etwas nicht im Haus drucken können, geben sie es an Partnerfirmen, meist aus der Umgebung oder aus Wohlen selbst. «Es ist auch für uns schön, dass man sich gegenseitig unterstützt, das macht Wohlen doch aus», ist Gwerder überzeugt.

Sie erinnern sich gut an die allererste Bestellung von 1000 Shirts. «Damals mussten wir noch alles mit der Handdruckmaschine drucken. Heute ist noch immer alles Handarbeit, aber wir haben bessere Maschinen», so Abt. Derzeit bedruckt sie neben den neuen Shirts für die Wohler Badmeister auch Aufkleber für ein Rennauto. «Für uns war es immer wichtig, dass wir den Kunden, der ein Lätzli bedrucken lässt, gleich behandeln wie den, der 1000 Shirts bestellt. Das ist uns schon oft zugutegekommen», sind sich die beiden einig. Sie sind beispielsweise für die Fanartikel beim «Donnschtigjass» zuständig und drucken diese jeweils direkt vor Ort.

Hundesalon: Kein April-Scherz

Abt und Gwerder sind glücklich, dass sie den Schritt in den 220-Quadratmeter-Laden gewagt haben. «Wir sind ein gutes Team, machen unseren Job gern und freuen uns, dass die Zentralstrasse so doch noch ein Geschäft behält, wo so viele zumachen», sagt Gwerder, der in Wohlen aufgewachsen ist.

Ein Geschäft? Nein, in Wahrheit sind es zwei. Denn in dem angebauten Ladenlokal, wo der eifach zuvor angesiedelt gewesen ist, soll ab Mai ein neues Geschäft eröffnen. Die Eigentümer sind ebenfalls Abt und Gwerder. Nein, es war kein 1.-April-Scherz: Ab Mitte Mai soll hier tatsächlich der Hundesalon «Besser – für alle Felle» zu finden sein.

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