Sie waren zwar auch da, die offiziellen Gäste im schönen neuen Kleid oder dem Anzug mit Krawatte. Doch an der Einweihung der neuen Schulanlage Mühlematten spielten nicht sie die Hauptrolle. Es waren die Kinder, die an diesem Festtag im Mittelpunkt standen. Und die Bevölkerung, die mit ihren Steuerfranken den Bau finanzieren muss. Unter Mitwirkung verschiedener Dorfvereine wurde die Einweihung nicht zum steifen Promi-Anlass, sondern zum gemütlichen Volksfest – typisch Villmergen halt.

Frohe Kunde gab es schon ein paar Wochen vor der Eröffnung: Die Schulanlage mit 14 Schulzimmern und den entsprechenden Nebenräumen sowie einer Doppelturnhalle wird rund 1,7 Millionen Franken weniger kosten als geplant.

Eingestimmt auf den Einweihungsakt wurden die Gäste in der bis auf den letzten Platz gefüllten neuen Turnhalle von einem Schülerchor und dem Ensemble der Musikschule. Und offiziell begrüsst wurden sie nicht von einem Offiziellen, sondern auf sympathische Weise von einer Mittelstufenschülerin.

Klar durfte auch Gemeindeammann Ueli Lütolf ein paar Worte an die Festgemeinde richten. Er sprach von einem Bauwerk für Generationen, von einer Investition, die sich für die Gemeinde auf Jahrzehnte hinaus lohnen werde. Und er dankte den Stimmberechtigten für ihre Grosszügigkeit und die Bereitschaft, dafür auch die finanziellen Konsequenzen in Kauf zu nehmen. Lob von seiner Seite gab es auch für die Baukommission, die unter der Leitung von Markus Keller viel Engagement an den Tag gelegt und verschiedene grössere und kleinere Hindernisse aus dem Weg geräumt habe.

Vorausschauend geplant

Auch Bildungsdirektor Alex Hürzeler erhielt das Mikrofon. Er hatte sich zuvor offensichtlich intensiv mit den Villmerger Gepflogenheiten befasst, denn seine Rede war auf eine gute Art dem besonderen Charakter des Festes angepasst. «Villmergen hat mit dieser Schulanlage auf eine vorbildliche Weise vorausschauend geplant», lobte er und strich die Bedeutung der Volksschule heraus, für die das Haus konzipiert und gebaut worden ist: «Wir tun gut daran, die Volksschule hochzuhalten. Nie mehr danach werden die Kinder, welche hier unterrichtet werden, auf so viele verschiedene Charaktere treffen.»

In der Volksschule würden Kinder aus allen Schichten unterrichtet, die verschiedensten Kulturen würden hier aufeinandertreffen: «Hier sind alle gleich und haben die gleichen Chancen, das gibt es sonst nirgends. Sogar in der Bahn gibt es schon zwei Klassen», sagte Hürzeler.

Zu Wort kamen auch Stufenleiter Guido Arnet, der durch das Programm führte, Schulleiter Claudio Fischer, der das Schulhaus mit seinen vielen Wegen, Winkeln, Schul- und Begegnungsräumen mit einem pulsierenden Dorf verglich und natürlich Baukommissionspräsident Markus Keller, der in einem kurzen Abriss den Werdegang des Neubaus aufzeigte.

Dann übernahmen wieder die Schule und die Vereine: Unter Beizug des bekannten Villmerger Regisseurs Paul Steinmann extra einstudierte Theater in den Klassenzimmern, Rundgänge durch das Schulhaus, verschiedenen Beizli, Konzertvorträgen und Tanzvorführungen – ein ganz besonderes Programm für ein neues, ganz besonderes Schulhaus.