Bei Nacht und Nebel, um 4 Uhr morgens, machte sich gestern vor dem Haldenschulhaus eine kleine Truppe bereit, um im Strohdorf die Fasnacht einzuläuten. 18 Bezirksschülerinnen und -schüler und 2 Lehrer standen da, zum Thema Wienerli verkleidet, gerüstet mit Instrumenten.

Die bunte Truppe ist eine Gugge, die sich in aller Frühe auf den Weg machte, um die Wohler mit ihrem «Herumgeklämpere» aufzuwecken und in Fasnachtsstimmung zu bringen. Nach eineinhalb Stunden Spiel und einem Zmorge im Musiksaal huschten die Schüler nach Hause und machten ein Nickerchen, bevor sie am Nachmittag am offiziellen Fasnachtsumzug ihre Lieder spielten.

Falsch spielen erwünscht

Als «Herumgeklämpere» darf man die Musik dieser Gruppe ruhig bezeichnen. Laut und falsch spielen ist erwünscht. «Wir machen einfach», sagt Peter Feurer locker. Er ist Musiklehrer an der Bezirksschule und hat die freiwillige Gugge ins Leben gerufen. Auch Schülerin Tale Sieroka und Schüler Lenis Cerasuolo sind sich einig: «Wenn jemand Guggenmusik als blosses Herumgeklämpere empfindet, hat er recht, aber Spass macht das Spielen trotzdem.»

Die Gugge der Bezirksschule Wohlen ist zum Thema Halal-Würstchen verkleidet und hält ein Ständchen am Bahnhof.

Die Gugge der Bezirksschule Wohlen ist zum Thema Halal-Würstchen verkleidet und hält ein Ständchen am Bahnhof.

Der 15-jährigen Coralie Strijk gefällt das Guggen-Projekt besonders, weil man mit anderen zusammenspielen kann, die nicht das gleiche Instrument spielen, und weil jeder mitmachen darf. «Es gibt ein anderes Gefühl, wenn nicht immer alle auf die Noten und den Takt fixiert sind.»

Man merkt, dass den Schülern das gemeinsame Musizieren Spass macht. Mit dabei sind Jugendliche aus der ersten und der dritten Oberstufe, einige spielen gar kein Instrument, andere sind bereits Fortgeschrittene. «Guggenmusik ist ein einfacher Zugang, man nimmt ein Instrument in die Hand und spielt», so Feurer, der das Projekt nun zum dritten Mal durchführt.

Halal-Würstchen als Thema

«Ich hatte das Gefühl, es braucht etwas, damit die Fasnacht bei den Jungen nicht ausstirbt», erklärt der Lehrer zur Entstehung der Gugge. «Das ist auch für die Schüler lässig. Im Unterricht haben wir jedoch kein Gefäss dafür.»

Für die Verkleidung haben die Jugendlichen selber gesorgt. «Wir nehmen Bezug auf das Thema Halal-Würstchen», erklärt Feurer. «Ich war extra noch im textilen Werken», sagt ein Schüler und präsentiert stolz seine selbst genähten Stoffwürste. Ein anderer Schüler hat für sein Xylofon ein Wägeli mit der Aufschrift «Mir ist alles Wurst» gebastelt. «So etwas habe ich noch nie gesehen», freut sich der Musiklehrer über den Einsatz.

Zum Kostüm-Thema erklärt er: «Wir wollen niemanden an den Pranger stellen, aber an der Fasnacht darf man seine Meinung sagen. Das ist auch etwas, das die Schüler lernen.» Mit einem Lächeln fasst Peter Feurer zusammen: «Das Projekt ist schön, weil die Schüler selber überlegen und mitdenken. So sollte es in der Schule eigentlich sein.»