Wohlen

«Wir haben das ständige Auf und Ab satt»: Kulturbeiz-Betreiberin erklärt das Aus

«Wir mögen nicht mehr», sagt Corinne Manimanakis von der Kulturbeiz.

«Wir mögen nicht mehr», sagt Corinne Manimanakis von der Kulturbeiz.

Die Nachricht schlug ein wie ein Blitz: Ende August gaben Katharina Galizia, Corinne Manimanakis und Liz Kuhn bekannt, dass sie den Betrieb der Kulturbeiz im Chappelehof in Wohlen Anfang November einstellen werden. Zahlreiche coronabedingte Absagen hätten dem beliebten Treffpunkt in den vergangenen Wochen finanziell arg zugesetzt, begründeten die drei Geschäftsführerinnen ihren Entscheid.

Einwohnerrat Harry Lütolf (CVP) und einige seiner Parteikolleginnen und -kollegen wollten dies nicht einfach so hinnehmen. Mit einem Crowdfunding wollten sie den drei Frauen aus der Patsche helfen. «Das war als Notpaket gedacht, das den finanziellen Engpass erst mal etwas abgefedert hätte», erklärt Lütolf. Selbstverständlich hätte dieses Geld nicht zurückbezahlt werden müssen. Doch erst wollte er abklären, ob seine Idee überhaupt auf fruchtbaren Boden fällt.

Viele Veranstaltungen wurden abgesagt

Dem war nicht so. Die «Kulti»-­Frauen wollen nicht weitermachen. «Wir drei sind uns einig, dass wir das ständige Auf und Ab satthaben», begründet Manimanakis den Entscheid. Nach dem Lockdown sei das Restaurant sehr gut besetzt gewesen. «Es ging ab wie eine Bombe», beschreibt sie. Aber bereits kurze Zeit später sei weniger gelaufen. Hinzu kam, dass viele Veranstaltungen, wie beispielsweise die IBW-Jazz-Night, das Jugendfest oder das Public Viewing der Fussball-EM abgesagt werden mussten. Auch geplante Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und Firmenessen wurden nicht durchgeführt. «Wir haben immer wieder Offerten geschrieben, mit Gästen gesprochen und dann doch immer wieder Absagen erhalten. Das hat uns in den letzten Wochen sehr zugesetzt», fasst sie zusammen. «Wir mögen nicht mehr, die Luft ist draussen.»

«Das wäre eine Fortsetzung ganz in unserem Sinne»

Dass sich aber Leute fanden, die ihnen finanziell unter die Arme greifen wollten, freut Manimanakis und das gesamte Team der Kulturbeiz sehr. Diese Wertschätzung sei nicht alltäglich, finden sie. Sollte aus dem Restaurant eine Begegnungsstätte mit Bibliothek und Räumen für Jung und Alt werden, fänden sie das hingegen auch «megacool». Corinne Manimanakis hält fest: «Das wäre dann eine Fortsetzung, die ganz in unserem Sinne ist.»

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