Die 4-jährige Jael hält das nicht davon ab, zum ersten Mal auf ihre Ski zu stehen: Das blonde Mädchen kurvt verblüffend mutig am flacheren Teil des Schlittelhanges herum. Auch Sophia (5) ist zum Skifahren gekommen. Jedoch steht sie schon das zweite Jahr auf den Brettern. Ihre Mutter Sandra Kerbler findet: «Wenn wir Eltern Ski fahren, müssen es die Kleinen so bald wie möglich auch lernen.» Als Übungshügel eignet sich der Horben gut: Am Schlittelhang können Anfänger ungestört rutschen, probieren und balancieren. Sophias Bruder Emanuel (8) versucht sich beim Snowboarden. «Skifahren kann ich schon», stellt er klar.

Bobfahrer und Snowboarder

Das Erlernen einer neuen Sportart braucht aber Geduld: Auch Ernesto Bauer aus Hochdorf übt mit seiner Tochter Svenja (9) das Snowboarden. Sie erzählt: «Ich habe letztes Jahr einen Schnupperkurs besucht.» In den Skiferien möchte sie in die Snowboardschule. Vorher gibts noch einige Privatlektionen vom Vater. Mit etwas mehr Tempo sind die beiden Geschwister Laila (8) und Noé (13) und ihre Freundin Rahel (9) unterwegs: Die drei Bobfahrer überholen bergab einen Grossteil der Leute, fallen beim Hochziehen der Bobs aber wieder zurück. «Wenn es Schnee hat, kommen wir oft her zum Schlitteln.»

Märchenhafte Landschaft

Der bissige Wind scheint die Sportler nicht zu stören: Am Schlittelhang tummeln sich ganze Familien. Der Skilift ist voll besetzt und zieht sich wie eine farbige Raupe den Berg hinauf. Auch die Loipe ist geöffnet, die Langläufer gleiten über den präparierten Schnee. Spaziergängern begegnet man hingegen nur wenigen. Dabei bietet der Horben trotz der grauen Hochnebeldecke ein märchenhaftes Bild: Die Tannen sind wie gezuckert, die Hausdächer weiss. Verschneit breitet sich das Freiamt am Bergfuss aus, man blickt bis zum Zugersee. In der Ferne lassen sich die Alpen erahnen. Fast hofft man, den Murianer Maler Caspar Wolf zu treffen, der wohl ein romantisches Landschaftsbild gemalt hätte.