Villmergen

Wikinger gegen Ritter: Das Mittelalter-Spektakel kann bald beginnen

Die Aufbauarbeiten zum Wikinger- und Mittelalter-Spektakel (Wums) dieses Wochenende haben begonnen. Es soll nebst einer Bühne und Marktständen auch Langhäuser und ein vorbereitetes Schlachtfeld geben.

So hat man das Motocross-Gelände auf dem Hügel beim Schloss Hilfikon noch nie gesehen – zumindest nicht seit den letzten Schlachten vor Jahrhunderten. Seit Tagen bereitet sich hier alles mögliche mittelalterliche Volk mit seinen Langhäusern und Zelten auf ein grosses Spektakel vor. Der einzige Unterschied zu den Kumpanen vor 500 bis 1000 Jahren: Diese Wikinger und Ritter tragen Bauhosen und Shirts statt Fellumhänge und Kettenhemden.

Zumindest jetzt noch, denn spätestens am Freitagabend werden die Mittelalterfreunde rund um die beiden Hauptorganisatoren Höiu und Jera («im Mittelalter gabs auch noch keine Nachnamen») festlich gewandet und kaum wiederzuerkennen sein. Dann geht es los, das allererste Wums, das Wikinger- und Mittelalter-Spektakel im Freiamt.

Samhain-Umzug und Schlacht

Höiu, Jera und ihre Truppe Mittelalterbegeisterter haben viel vor: Neben vier zum Thema passenden Bands wollen sie mit Marktfahrern, alten Handwerken und natürlich epochengerechter Essensauswahl ihre Faszination an die Bevölkerung weitergeben. Neben den 50 Marktständen sollen vor allem die verschiedenen Heerlager, die unter anderem auch Schaukämpfe liefern, das Gefühl von Mittelalter ins Freiamt bringen. «Man darf sie gerne ansprechen. Die Heerlager tun nichts lieber, als über ihre Waffen zu reden», hält Höiu lachend fest.

Auch sonst ist vieles zum Anfassen und Mitmachen gedacht. «Eines der Highlights vom Samstagabend ist der Samhain-Umzug, ein Fackelzug durch das ganze Areal, bei dem Musiker und Feuerspucker mitspazieren und jedes Kind eine eigene Fackel mittragen darf. Darauf freuen wir uns selber schon riesig», beschreibt Jera.

Wohl am meisten gespannt sind die Organisatoren aber auf die Schlacht, die in dieser Form zum ersten Mal auf einem Schweizer Mittelalterfest durchgeführt wird. «Eine Horde Wikinger zieht gegen die Ritter König Lothars in den Kampf. Dazu suchen wir immer noch Freiwillige. Es wird Elitekämpfer geben und Statisten. Jeder, der Schwert, Schild und Helm besitzt, darf mitmachen», erklärt Höiu. Bisher seien die Wikinger noch in der Überzahl. «Aber Lothars Männer haben Bogenschützen», wirft Jera ein. Sie sind gespannt, wie die Schlacht am Samstagnachmittag ausgehen wird. «Wenn noch Kämpfer übrig bleiben, werden wir am Sonntag gleich nochmals eine Schlacht veranstalten», lacht sie.

Langhäuser statt Festzelte

Bis dahin muss noch vieles erledigt werden. «Uns sind Details unglaublich wichtig», sagt Jera. «Plastik gabs im Mittelalter nicht, darum würden wir nie Festzelte aufstellen, sondern haben extra Langhäuser gebaut. Wir möchten echtes Mittelalterfeeling weitergeben.» Dafür haben sie sich ein Jahr lang engagiert, sich die Aufteilung auf dem Motocross-Gelände und jede Menge Überraschungen überlegt. Selbst die VIP-Tickets sind aus Holz.

Am Freitag um 17.30 Uhr geht der Markt auf. «Dann sind die Preise extra niedrig, damit die Leute aus der Gegend sich ein Bild vor Ort machen können.» Mit den Freiämtern haben die Mittelalterfans sehr gute Erfahrungen gemacht: «Die Gemeinde, der Motocross-Club und die Bewohner halfen uns, wo sie konnten. Wir freuen uns wirklich, unser Fest in dieser schönen Gegend mit so vielen tollen Leuten organisieren zu dürfen.»

Meistgesehen

Artboard 1