Herzhaft reinbeissen in ein knuspriges Brot, wer liebt das nicht? Bis es soweit ist, braucht es aber einiges. Das Museum zwischen Pflug und Korn in Muri zeigt mit der Sonderausstellung «Von der Saat zum Brot» auf, welche Arbeitsgänge notwendig sind, welche Technik dahinter steckt und wie sich die Konsumenten wieder vermehrt auf alte Werte besinnen. Die Ausstellung an der Dorfstrasse 15 in Muri wird am Muttertag, 14 Mai, eröffnet und dauert bis 28. Oktober.

Der alte Bindenmäher, der im Museum zwischen Pflug und Korn steht, war schon ein wichtiger Schritt hin zum rationelleren Ernten von Getreide. Aber trotzdem kein Vergleich zu den heutigen, modernen Mähdreschern. In all den Jahrhunderten letztlich gleich geblieben ist, mit Mehl und Wasser einen Teig herzustellen und ihn zu Brot zu backen, auch wenn sich die Vorlieben und Ansprüche geändert haben. Während Weizen, da ertragreich und von den Konsumenten besonders gefragt, von den Bauern häufig angebaut wird, gewinnen auch alte Getreidesorten wie Dinkel wieder Terrain.

Im Garten vor dem Museum sind Beispiele zum Teil alter und seltener Getreidesorten im Wachstum zu sehen. Im Innern sind alte Gerätschaften, von der Sense bis zur Getreidemühle, ausgestellt. «Bei uns kann man in der Sonderausstellung verschiedene Getreide- und Mehlsorten auch berühren, anfassen und begreifen», erklärt Ueli Ineichen, Präsident des Museums. Forschungen zeigen, dass die Urformen essbarer Gräsersamen vor mehr als 10 000 Jahren in Mesopotamien (heute Irak) erstmals kultiviert worden sind. Bäuerliche Selbstversorgung mit Eigensaatgut war bis Ende des 19. Jahrhunderts die Regel. Das Aufkommen der Eisenbahn führte in der schweizerischen Landwirtschaft zu einer deutlichen Abkehr vom Getreide, hin zur Milch- und Käsereiwirtschaft. Heute wird der grösste Teil der Weizensaaten im Herbst gemacht. Die Brotgetreidefläche in der Schweiz steht aktuell bei etwa 100 000 Hektaren, Sommerweizen spielt mit weniger als 7500 Hektaren eine untergeordnete Rolle.

Zeugen grosser Arbeit

Stolz ist das Museum auf die in seinem Besitz befindlichen alten Gerätschaften und Maschinen. Ob Saatgerät, handbetriebene Röndle, mit der geerntetes Getreide mit Wind von Stroh, Spelzen oder Unkrautsamen gereinigt wurde, oder Granit-Steinmühle zum Mahlen der Körner bis hin zur Backmulde aus Holz, in der die Bäcker den Teig kneteten, erzählen sie von einer aufwändigen Nahrungsmittelherstellung. Es wird spürbar, wie arbeitsintensiv der Weg von der Saat bis zum Brot war.

Neben Edi Strebel sind auch Paul Villiger von der Eichmühle in Beinwil, und Urs Portmann, Bäcker-Konditor aus Muri, mit beteiligt an der Sonderausstellung. Villiger ist für den Bereich Mühle und Mehl zuständig. Er zeigt unter anderem auch, wie Getreide heute vor dem Mahlen gereinigt wird. Portmann backt im Holzofen das «Museumsbrot». Dieses wird am Muttertag zum Brunch serviert, der ab 10 bis 14 Uhr angeboten wird. Wer will, kann sein eigenes Brot unter der Anleitung von Portmann teigen und backen. An besonderen Tagen und auf Anfrage können Kinder den Teig für ihr Brot herstellen und anschliessend am Lagerfeuer als Steckenbrot backen.

Zur Ausstellung hat das Museum zwischen Pflug und Korn auch eine Broschüre herausgegeben. Sie ergänzt in ihrer informativen Art die Ausstellung ideal.