Konkret ging es bei der Vorstandssitzung um das Projekt Casa Andermatt, das in Oberlunkhofen realisiert werden soll und voraussichtlich 2020 seinen Betrieb aufnimmt. In der Überbauung sollen neben 24 Pflegebetten unter anderem 40 betreute Wohnungen, eine Arztpraxis, ein Gemeindesaal und Vereinslokalitäten Platz finden.

Die Repla MRK musste nun entscheiden, ob sie dem Kanton empfiehlt, diese 24 Pflegebetten auf die Pflegebettliste aufzunehmen – Fachleute gehen davon aus, dass sich der Kanton an die Empfehlung halten wird. Gesetzliche Grundlage bildet das Pflegegesetz: Die Gemeinden sind verantwortlich für die bedarfsgerechte Versorgung mit Pflegeeinrichtungen, sie schliessen sich dafür in Versorgungsregionen zusammen.

Rein rechnerisch ist der Bedarf – soweit man sich auf Statistik und Prognosen verlassen kann – ab 2025 gegeben. Dieser ergibt sich aus den über 80-Jährigen und einem gewissen Prozentsatz an Pflegebedürftigen.

Sollte es im Alterszentrum Bärenmatte in Bremgarten zu einer Reduktion von 46 Betten kommen, wie dies beim Umbau der Fall wäre, dann wäre bereits 2020 der Bedarf nach zusätzlichen Betten vorhanden. Das Umbauprojekt wird aber frühestens im November genehmigt.

Jede Region will eigene Betten

Obwohl der Bedarf also rechnerisch ausgewiesen werden kann, war die Ausgangslage nicht so klar. Am einen Ort Betten ab- und am anderen aufbauen, das macht keinen Sinn, war etwa zu vernehmen. Und Hans Gysel, Vizeammann in Widen, sorgte sich, dass das Alterszentrum Burkertsmatt in Widen einst keine zusätzlichen Betten bereitstellen könnte. «Wo sollen denn unsere alten Leute hin?»

Das Problem, das sich stellt: Wenn an einem Ort Pflegebetten abgebaut werden, dann sind sie von der Pflegebettliste gestrichen. Wenn das Alterszentrum diese wieder aufbauen möchte, dann muss der Bedarf erneut abgeklärt werden. Roger Cébe, Geschäftsführer des Gemeindeverbands Regionale Alterszentren: «In jedem Alterszentrum ist man natürlich an der potenziellen Kundschaft interessiert – je mehr Leute an andere Orte gehen, desto grösser wird der Druck auf die anderen Zentren.»

Es sei aber nicht so, dass das Alterszentrum Bärenmatt unterbelegt wäre, «aber wir haben zu viele Leute in den Pflegestufen 1 bis 3. «Dass wir umbauen, und danach flexibler Pflegebetten auf- oder abbauen könnten, hat mit rein wirtschaftlichen Überlegungen zu tun.» Walter Koch, Gemeindeammann in Niederwil, merkte an, dass man sich auf «Nebenkriegsschauplätzen» bewege: «Ob man das Projekt Casa Andermatt nun gut findet oder nicht, ist eine emotionale Sache. Aber die Repla muss entscheiden, ob der Bedarf vorhanden ist, und die nackten Zahlen sagen Ja.»

Die Grosszahl der Gemeindevertreter folgte diesem Votum. Mit 11 Ja zu 4 Nein und 2 Enthaltungen empfiehlt die Repla dem Kanton, die 24 Pflegebetten, die im Casa Andermatt entstehen werden, auf die Pflegebettliste aufzunehmen.

Korrigiertes Budget angenommen

Weiter hat die Repla das Budget 2017 genehmigt, mit der Änderung, dass für Aufwendungen der Geschäftsleitung 10 000 und nicht 8200 Franken zur Verfügung stehen sollen. Zudem präsentierte Beat Suter eine Auslegeordnung für ein Naherholungskonzept Reusstal.