Eine externe Überprüfung durch mehrere Experten hat ergeben, dass die Pflegi Muri die strengen Qualitätskriterien der Schweizerischen Fachgesellschaft für Palliative Medizin, Pflege und Begleitung als zweite Langzeitinstitution im Kanton Aargau vollumfänglich erfüllt. Am 15. Oktober 2018 wurde die Erstzertifizierung bestätigt und der Pflegi Muri das Label «Qualität in Palliative Care» erteilt.

Erklärtes Ziel aller Mitarbeitenden in der Pflegi sei es, allen Bewohnerinnen und Bewohnern eine möglichst gute Lebensqualität bis zum Tod zu ermöglichen, schreiben die Verantwortlichen in einer Mitteilung. Dabei werde grosser Wert daraufgelegt, dass die Palliative Care vorausschauend und parallel zu kurativen Massnahmen eingesetzt werde. Palliative Care sei für alle Beteiligten sehr anspruchsvoll und komplex. Nebst medizinischen und pflegerischen Themen gelte es soziale, seelische, religiöse und spirituelle Aspekte zu berücksichtigen.

Fachleute erläutern Abläufe

In diesem Kontext stehe auch die neue Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für Palliative Care des Spitals Affoltern, welches seit Oktober die Mitarbeitenden der Pflegi Muri sowie die Angehörigen von Patienten unterstütze. Das bedeute für alle Beteiligten mehr Sicherheit und damit eine Verbesserung im Umgang mit Menschen am Lebensende.

Wie herausfordernd die letzte Lebensphase sein kann, zeigt die Institution zusammen mit Fachleuten im Rahmen einer öffentlichen Fallbesprechung am Mittwoch, 28. November, 18.30 Uhr, im Dachsaal der Pflegi. Unter der Federführung von «palliative aargau» wird der Fall einer ehemaligen Bewohnerin aufgerollt, die mit Exit aus dem Leben geschieden ist. Im Rahmen eines Podiums zeigen die Verantwortlichen die Vorbereitung auf diesen Abschied auf. Auch die betreuenden Mitarbeitenden kommen zu Wort, ebenso der Seelsorger, der die besagte Bewohnerin eng begleitete, ein Mitbewohner, der sogar einen Song für sie komponiert hat, sowie Angehörige der Verstorbenen. Neben «palliative aargau» ist an der Veranstaltung auch Exit vertreten. Ihre Fachperson wird erzählen, wie sich die Sterbehilfe in einem Heim von Fällen unterscheidet, in denen Menschen zu Hause aus dem Leben scheiden. Die Fallbesprechungen von «palliative aargau» werden primär von Fachpersonen für Fachpersonen gestaltet. Durch die Öffnung des Anlasses für weitere Interessierte können persönliche Erfahrungen eingebracht und im Rahmen des Apéros, der ans Podium anschliesst, diskutiert werden. Die Teilnahme ist kostenlos.