Wohlen

Wie schnell soll Wohlen tatsächlich wachsen?

Die Gemeinde soll Verhandlungen mit Parkhausbesitzern aufnehmen, fordern die Grünen Wohlen.  aw

Die Gemeinde soll Verhandlungen mit Parkhausbesitzern aufnehmen, fordern die Grünen Wohlen. aw

«Wie schnell soll Wohlen wachsen? Ist Wachstum überhaupt noch sinnvoll?», fragen die Grünen. Sie beziehen Stellung zur Nutzungsplanung, zum Parkierungskonzept und zum Kommunalen Gesamtplan Verkehr.

Die Hauptfrage der Revision Nutzungsplanung Siedlung lautet für die Grünen Wohlen: Wird der bauliche Rahmen für die nächsten 15 Jahre vernünftig abgesteckt? Die vom Gemeinderat vorgeschlagene Revision nehmen sie laut Stellungnahme «als wachstumsorientierte kommunale Standortförderung und somit als Wunschkonzert für flächenintensive Einzonungsbegehren» wahr.

«Rebberg bringt genug Bauland»

Die Einzonung von 32 Hektaren Landwirtschaftsland am Siedlungsrand sei klar überdimensioniert. «Dadurch verliert die Landwirtschaft notwendige Produktionsflächen.» Hingegen würden qualitative Verdichtungen des Siedlungsraumes zu wenig konsequent verfolgt. Es werde noch zu viel Bauland im Dorfinneren gehortet. Die Partei ist grundsätzlich gegen eine Bauzonenerweiterung am Siedlungsrand zum jetzigen Zeitpunkt. Die Erschliessung des Rebbergs bringe genügend hochwertiges Bauland im Innern.

«Falls Neueinzonungen erfolgen, sind Prioritäten zu setzen», halten sie fest. Als prioritär betrachten sie die Gewerbezone Anglikerstrasse Nordost, die Untere Farnbühlstrasse und den neuen Fest- und Allwetterplatz in den Niedermatten. Die Spezialzone Bahnhof Süd sei ebenfalls eine gute Option.

Naturnähe statt Südumfahrung

Der Lebensqualität wie auch der Siedlungsökologie sei mehr Beachtung zu schenken, so die Grünen. «Naturnah gestaltete und gepflegte öffentliche Räume wie auch private Gärten, Dächer und Balkone machen den Siedlungsraum für Menschen attraktiver und für Tiere und Pflanzen besser bewohnbar», halten sie fest.

Die Südumfahrung von Wohlen sei für sie kein Thema. «Sie ist in absehbarer Zeit weder von Nutzen noch sinnvoll. Sie brächte die Zerschneidung des Siedlungstrenngürtels zwischen Wohlen und Waltenschwil, die Zerstörung von gutem Kulturland und die Beeinträchtigung des Naherholungsgebietes im Raum Wohlen Südost.»

Parkhäuser für die Gemeinde

Parkplätze seien in Wohlen genügend vorhanden. Was jedoch noch fehle, sei ein Leitsystem, um diese auch zu finden, finden die Grünen. Nachts sei es jedoch schwierig, weil die Parkhäuser geschlossen seien. «Wir finden es zwingend, dass Neuverhandlungen seitens der Gemeinde mit den Eigentümern der Parkhäuser stattfinden.» Dazu könnten sich die Grünen auch eine Überwachung durch die Securitas vorstellen. «Das ist immer noch günstiger als ein neues Parkhaus auf dem Isler-Areal.»

Dass in den Parkhäusern, auf Parkplätzen im Zentrum und bei allen öffentlichen Anlagen Gebühren erhoben werden sollen, ist für die Grünen selbstverständlich. «Ein Parkplatz im Zentrum darf nicht günstiger als ein Ortsbusbillett sein.» Wichtig seien aber auch attraktive, geschäftsnahe und möglichst gedeckte Veloparkplätze. Zudem sollen Veloverleih und E-Bike-Verleih geprüft werden.

Tempo 30 bei den Schulen

Der Kommunale Gesamtplan Verkehr geht den Grünen zu wenig weit. In bestimmten Gebieten, beispielsweise bei Schulen, sei der Langsamverkehr zu bevorzugen und möglichst sofort Tempo 30 einzuführen. Wichtig sind ihnen auch die Eingangspforten zur Tempodrosselung innerhalb des Dorfes. Die Umweltbelastung soll möglichst reduziert werden. So soll bei Schulen auch der Pedibus getestet werden. «In Wohlen gibt es einige attraktive Fusswege. Diese sind Nicht-Wohlern jedoch meist unbekannt und sollten deshalb mit Wegweisern gekennzeichnet werden», schlagen die Grünen vor.

Den Geschwindigkeitsplan beurteilen sie positiv, sie verlangen jedoch eine zeitliche Zielsetzung: «Innerhalb von zehn Jahren soll der Plan umgesetzt sein.»

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