Wohlen
Wie kam es zur Schussabgabe? Polizei ermittelt in alle Richtungen

Der Hergang der Schussabgabe in Wohlen, bei der eine 35-jährige Frau ums Leben kam, ist unklar. Es könne sich um Mord, Unfall wie auch um Selbstmord handeln, sagt die Polizei. Wie TeleM1 berichtet, soll die Tatwaffe der Frau selbst gehört haben.

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Frau nach Schiesserei in Wohlen im Spital verstorben
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Schaulustige beobachten, wie die Rettungssanitäter schnellstmöglich die Frau ins Uni-Spital fliegen

Frau nach Schiesserei in Wohlen im Spital verstorben

ho/mzm

Viele Informationen sind es nicht, welche die Kantonspolizei Aargau am Sonntagmittag über ein mögliches Gewaltverbrechen in Wohlen verbreitet hat. Am späteren Samstagnachmittag war am Aescherzelgweg, der in einem Wohn- und Gewerbegebiet mitten in der Freiämter Zentrumsgemeinde liegt, eine Frau angeschossen worden. Die Polizei bestätigte noch in der Nacht gegenüber der Nachrichtenagentur SDA entsprechende Online-Medienberichte.

Am Tag danach folgte die Meldung, das Opfer sei im Verlauf des Abends an seinen schweren Schussverletzungen gestorben. Die 35-jährige Mazedonierin war mit dem TCS-Rettungshelikopter noch ins Unispital Zürich geflogen worden, wo ihr die Ärzte allerdings auch nicht mehr helfen konnten.

Unfall möglich

Als möglichen Täter haben die Behörden offenbar den Ehemann der Verstorbenen im Visier. Dieser sei jedenfalls «für nähere Abklärungen von der zuständigen Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vorläufig in Haft genommen» worden, schreibt die Polizei. Allerdings ermittle man «aufgrund der unklaren Situation in alle Richtungen».

Auch Unfall oder Selbstmord seien nicht ausgeschlossen, sagte Polizeisprecherin Marianne Koch gegenüber Tele M1.

Wie der TV-Sender am Sonntagabend berichtete, soll die Tatwaffe der Frau gehört haben. Sie und ihr 40-jähriger Mann, Eltern zweier Kinder, hätten ein Geschäft für Bodenbeläge geführt. Über dessen Zukunft habe es Streit zwischen den beiden gegeben, wurde in der Nachrichtensendung «Aktuell» der Bruder der Toten zitiert. Auch der Schussabgabe soll ein Wortgefecht vorausgegangen sein, berichtete ein Augenzeuge.

Es wäre das zweite Tötungsdelikt

Sollte sich das Drama in Wohlen als Tötungsdelikt herausstellen, wäre es bereits das zweite im Aargau im noch jungen Jahr. Am 16. Januar fand die Stadtpolizei Aarau die Leiche einer 81-jährigen Schweizerin in ihrem Haus. Als Tatverdächtiger festgenommen wurde ihr 27-jähriger Enkel, der an Schizophrenie leiden soll. Er sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.