Muri

Wie früher die Lebensmittel haltbar gemacht wurden

Ueli Ineichen, Präsident Verein Museum zwischen Pflug und Korn, Frieda Stadelmann und Agatha Wernli in der Sonderausstellung.

Ueli Ineichen, Präsident Verein Museum zwischen Pflug und Korn, Frieda Stadelmann und Agatha Wernli in der Sonderausstellung.

Das Museum zwischen Pflug und Korn in Muri zeigt in der Sonderausstellung «Vorräte im Bauernhaushalt», wie zu Zeiten vor dem Kühlschrank Lebensmittel gelagert wurden. Massgeblich aufgebaut haben die Sonderschau Frieda Stadelmann und Agatha Wernli.

Rüebli und Sellerie im Sandkasten, Butter im Hofbrunnen, Sauerkraut im Topf, Most im Fass, Würste in der Konservendose: Das Museum zwischen Pflug und Korn in Muri zeigt in der Sonderausstellung «Vorräte im Bauernhaushalt», wie zu Zeiten vor dem Kühlschrank Lebensmittel gelagert wurden.

Zu sehen sind Originalgeräte, mit denen Feld- und Gartenfrüchte haltbar gemacht wurden, sowie ein saisongerecht bepflanzter Bauerngarten. «Wir lassen die Besucherinnen und Besuchern auch mit Dokumenten und Rezepten an altem Wissen teilhaben», verspricht Ueli Ineichen, Präsident des Vereins Museum zwischen Pflug und Korn. Massgeblich aufgebaut haben die Sonderschau Frieda Stadelmann und Agatha Wernli.

Werkzeuge aus über 100 Jahren

Während wir heute fast jederzeit frische Lebensmittel einkaufen können, kam der Vorratshaltung früher besondere Bedeutung zu. Der von der Sonderschau des Museums betrachtete Zeitraum reicht von 1920 bis heute.

Mit den Ausstellungsobjekten und den dazu gehörenden Hintergrundinformationen wird gezeigt, wie viel Zeit und menschliche Energie in die Gewinnung und Haltbarmachung von Lebensmittelvorräten investiert werden musste, um den Menschen das Überleben zu sichern. Neben den originalen Werkzeugen aus über 100 Jahren sind auch Berichte von Freiämter Zeitzeugen zu lesen. Ein Mundartwörterbuch lädt dazu ein, sich auch von der sprachlichen Seite dem Thema zu nähern.

Aus sechs verschiedenen Fragebogen lassen sich an die 160 aus Freiämter und verwandter Mundart Wörter im «multiple choice»-Verfahren bestimmen und die Trefferquote mit einem Lösungsbogen eruieren. Die Sonderausstellung verändert sich zudem insofern immer wieder etwas, indem dem Vegetationsverlauf folgend den ganzen Sommer über neue Konserven dazukommen.

Alt-Brot-Tage

Unübersehbar hängt in der Ausstellung eine Glaskugel, Inhalt: 4 Kilogramm Brot. «So viel wirft eine durchschnittliche vierköpfige Familie jeden Monat in den Kehricht», zitiert Ineichen Zahlen aus entsprechenden Erhebungen, ein Verhalten, das zu früheren Zeiten schlicht undenkbar gewesen wäre.

Deshalb werden im Museum «Alt-Brot-Tage» durchgeführt, einerseits als Mahnung, sorgsam mit Lebensmitteln umzugehen, andererseits um Rezepte mit altem Brot – Vogelheu, Fotzelschnitten, Rahmquin – in Erinnerung zu rufen. Am 21. Juni, 9. August und 4. Oktober erhalten die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, entsprechende Menüs zu probieren. An diesen Tagen werden auch Früchte aus dem Museumsgarten zum Verkauf gelangen.

Vorräte im Bauernhaushalt, Sonderausstellung Museum zwischen Pflug und Korn, Saisoneröffnung 18. Mai, 10 Uhr, Saisonende 25. Oktober, mit Metzgete.

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