Ihre farbenfrohen Schals und Täschchen erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit. Hat sie ihre Eigenkreationen zuerst an Freunde verkauft und danach übers Internet und auf Märkten angeboten, kann Stefanie Gehrig ihren Erfolg nun mit einer eigenen Ausstellung krönen. Die 24-Jährige aus Dottikon, die an der Luzerner Hochschule für Gestaltung studiert, hat sich zu ihrer Premiere nochmals richtig ins Zeug gelegt und wochenlang genäht. Mit über 500 kleinen und grösseren Kunstwerken füllte sie schliesslich die Bossartschüür in Windisch und stellte die Besucher vor die Qual der Wahl.

Unerwarteter Andrang

Genügend Accessoires hatte sie zwar gefertigt, so ganz sicher, auch welche Resonanz die Ausstellung stossen würde, war Gehrig aber nicht. «Meine grösste Sorge war, dass gar niemand an die Ausstellung kommen würde», sagt die Studentin, wie sie zwischen Händeschütteln und Kassieren endlich eine ruhige Minute findet. Ihre Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet, die Besucher hätten schon vor der offiziellen Eröffnung um zehn Uhr vor der Türe der Schüür gewartet, so Gehrig. Für das Jungtalent hat sich mit der Ausstellung ein lang gehegter Traum erfüllt. «Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass es klappt, und dass so viele Besucher kommen, denen meine Accessoires gefallen», sagt sie und strahlt übers ganze Gesicht.

Stefanie Gehrig ist eine Frohnatur, positive Emotionen möchte sie auch in ihren Werken ausdrücken. Sämtliche Taschen, Etuis und Schals sind aus bunt gemusterten Stoffen gefertigt, jedes Stück ein Unikat und Farbtupfer im Kleiderschrank. Gehrig spielt mit dem Image des Kitschs, beherrscht aber die Balance auf dem schmalen Grat zwischen Bonbon-Chic und geschmacksloser Überdosis perfekt. Ihre Stücke waren begehrt, und selbst Gehrig wusste nicht genau, wie viel sie schon verkauft hatte. Geldmachen ist aber nicht das primäre Ziel der Studentin, vielmehr bereitet ihr das Nähen Freude und lässt ihr kreativen Freiraum.

Chic bis ins letzte Detail

An Gehrigs Ausstellung in Windisch zeigte sich ihre Kreativität selbst im letzten Detail. Der Stil der Kreationen zwischen kitschig und süss spiegelte sich von den rosa Kerzen über die Blumensträusse bis hin zu den bunten Tischdecken auch im Interieur wieder. Sogar die Cupcakes am Buffet ähnelten optisch den Täschchen und Portemonnaies im Bonbon-Stil. Stefanie Gehrig hat mithilfe ihrer Freunde und Familie aus der rustikalen Bossartschüür einen kleinen Märchenraum gestaltet und dabei jedes Detail berücksichtigt.

Die Studentin liebt das Arrangieren: «Endlich konnte ich das Ganze selber einrichten, ich mag diesen gestalterischen Aspekt», sagt sie. Viel mehr Zeit zum Erzählen bleibt ihr nicht. Noch kurz ein Foto, dann ist Gehrig schon wieder beschäftigt, begrüsst Gäste, verkauft Täschchen und bedankt sich bei allen herzlich für das Kommen. Man gönnt der sympathischen 24-Jährigen ihren Erfolg – nach den Monaten des intensiven Nähens, der Vorbereitung und Nervosität hat sich ihre Mühe mit der Ausstellung ausgezahlt.