Rebellisch traten die Freiämter im frühen 19. Jahrhundert auf. Vor 175 Jahren, am 2. November 1839, gründeten 41 Freiämter Katholiken in Bünzen das Bünzer Komitee, das im Streit um eine neue Aargauer Kantonsverfassung die Rechte der katholischen Bevölkerung einforderte. Der «Einhorn»-Wirt und Bezirksrichter Franz Xaver Suter (1802–1886) aus Sins führte das Komitee an. Er wurde 1843 zum Tod verurteilt, jedoch 1845 begnadigt.

In welchem Haus wurde das Bünzer Komitee gegründet? In einem Privathaus oder in einer Wirtschaft? Die Frage kann nicht beantwortet werden. Bekannt ist aber, wer zum Bünzer Komitee gehörte: Präsident war der «Einhorn»-Wirt und Bezirksrichter Franz Xaver Suter aus Sins, Vizepräsident alt Gerichtsschreiber Jakob Ruepp aus Sarmenstorf und Aktuar Fürsprech Beutler aus Beinwil. Aus Muri sassen Grossrat und Gerichtsschreiber Johann Joseph Frei aus Muri-Dorf und alt Kopist Joseph Stöckli aus der Egg im Komitee. Dazu bekannten sich auch der Papierfabrikant und Politiker Josef Weber und Fürsprech Anton Weissenbach aus Bremgarten, ein ehemaliger Liberaler, der ins konservative Lager gewechselt hatte. Der Murianer Klosterarzt Johann B. Baur hielt sich vom Komitee fern, war er doch ein gebranntes Kind. Er war 1835 wegen seiner oppositionellen Haltung gegen die Aargauer Regierung zu einer einmonatigen Haftstrafe verurteilt worden.

Das Bünzer Komitee verlangte im Lauf der Verfassungsrevision im Aargau, dass die Belange von Kirche und Schule in konfessionell getrennten Gremien behandelt werden sollten. Damit wollte das Komitee verhindern, dass eine Verbindung von liberalen Katholiken in Verbindung mit den Reformierten die katholische Mehrheit im Kanton überstimmen konnte. Die Opposition aus dem Freiamt führte 1841 in gerader Linie zur Aufhebung der Aargauer Klöster. In Muri wetzte Bezirksamtmann Josef Weibel die Messer gegen das Komitee. Weibel, der als «radikaler Scharfmacher» beschrieben wird, der über die «pfäffischen Umtriebe im Freiamt» seit langem die haarsträubendsten Dinge nach Aarau berichtet hatte, wollte die Rädelsführer am 10. Januar 1841 auf höheren Befehl verhaften lassen. Doch diese waren gewarnt worden. Drei Mitglieder gingen Regierungsrat Joachim Wey aus Villmergen ins Netz. Der Komitee-Präsident Franz Xaver Suter befand sich zu dieser Zeit im Restaurant Kreuz in Meienberg. Dort wollte ihn Weibel erwischen. Es entstand ein grosser Tumult, in dessen Verlauf Weibel und seine Landjäger gefangen genommen wurden.

Wey wurde bei einer Verhaftungsaktion in Bremgarten schwer verletzt und erholte sich davon nie mehr. Er starb, um Jahre gealtert, 1844. Das Aargauer Obergericht verurteilte den Rebellen 1843 zum Tod, begnadigte ihn jedoch 1845. Suter beteiligte sich 1847 im Freiämter Korps am Sonderbundskrieg, wurde verhaftet und erhielt eine Geldstrafe. Schwerer wog, dass er für zwölf Jahre das Aktivbürgerrecht verlor. Suter starb 1886 in Luzern.