Arni

Wie ein 140-jähriger Bergahorn zu Möbelholz wird

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Einer der schönsten Bäume im Kelleramt wird gefällt. Wer den Bergahornstamm kaufen und wie man ihn in der Möbelindustrie verwerten wird, soll eine Dokumentation zeigen.

Bergahornbäume zählen zu den wertvollsten Edellaubhölzern. Ein 140-jähriges Prachtexemplar dieser Baumart steht im Arner Wald unweit der Waldhütte. Der Ahorn ist abholzreif. «Stark wachsen würde der Bergahorn in den nächsten zehn Jahren ohnehin nicht mehr», erläutert der Kellerämter Revierförster Urs Huber, «und sein dunkles Holz ist in der Möbelindustrie zurzeit stark gefragt.» Die Holzmasse des 30 Meter hohen Baums mit dem dicken Stamm dürfte bei 5 Kubikmetern liegen, was einem Gewicht von ungefähr 5000 Kilo entspricht.

Eine Besonderheit weist der Lieblingsbaum des früheren Arner Försters Ernst Huber auf: Der Stamm besitzt eine wellenartige, teilweise helle Faserung. «Der Faserverlauf ähnelt Vogelaugen, was bei Furnierholz sehr dekorativ wirkt», gibt Revierförster Urs Huber zu verstehen.

Kommentierte Abholzaktion

Forstwart Nicco Kurmann aus Oberlunkhofen wird den Bergahorn der Ortsbürgergemeinde Arni am Freitag, 25. Januar, fällen. Dabei sind Zaungäste im Arner Forst in der Nähe der Waldhütte durchaus erwünscht. Die Ortsbürgergemeinde und der Forstbetrieb Kelleramt veranstalten nämlich von 15 bis 17 Uhr eine kommentierte Abholzaktion samt anschliessender Ausmessung und fachlicher Beurteilung des geschlagenen Baumstamms. Zum Ausklang gibt es Glühwein für alle.

In Zusammenarbeit mit Theo Kern vom Aargauischen Waldwirtschaftsverband, der in Muri domiziliert ist, wird der gefällte Bergahorn ins Zentrum einer Mediendokumentation gerückt. Sowohl das Fällen als auch der spätere Verkauf und die Verarbeitung des Edelholzes will der Verband fotografisch und textlich genau festhalten.

Laut Revierförster Huber stammt der Name Arni übrigens «aus dem Althochdeutschen, er bedeutet Ahorngehölze. Hier gedeiht diese Holzart auch heute noch sehr gut.»

Verkauf in Wohlen

Der Arner Bergahorn ist ein hochwertiges Rohprodukt, ein Wertholz. Er kommt im März auf dem Wertholzmarkt Wohlen in den Verkauf. Wer ihn schliesslich kaufen wird, zu welchem Preis und auf welche Art man den Baum verarbeitet, wird sich zeigen. Klar ist aber, dass der Ahorn einen Verkaufserlös von einigen 1000 Franken erzielen wird. Ein gewöhnlicher Baum von 5 Kubik Gesamtmasse bringt vergleichsweise bloss einige 100 Franken ein. Nebst dem Bergahorn sind zurzeit auch die Baumarten Lärche, Eiche und Nussbaum stark gefragt, genauso seltene Arten wie Elsbeere oder Mehlbeere.

Rare Edelhölzer

Das Segment Wertholz umfasst bloss 2 bis 3 Prozent der ganzen Jahresnutzung von 450000 Kubikmetern Holz in den Aargauer Wäldern. Knapp die Hälfte der erlesenen Sortimente verkaufen die Aargauer Waldeigentümer, die Gemeinden und privaten Waldbesitzer, auf sechs Wertholzmarktplätzen im Aargau, darunter in Wohlen, wo Freiämter Edelholz feilgeboten wird.

Auf den Marktplätzen finden zwei Mal jährlich Submissionsverkäufe an Wertholzinteressenten aus dem In- und Ausland statt. Dabei geben die potenziellen Käufer schriftliche Angebote für einzelne Stämme ab. In der Regel entscheidet sich der Verkäufer fürs höchste eingegangene Angebot. Auf den sechs Plätzen werden jährlich gesamthaft 4500 Kubik feilgeboten. Der Gesamtumsatz beträgt 1,5 bis 2 Mio. Franken im Jahr.

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