Wasserdiebstahl

Wie Bremgarten den Wasserklau an Hydranten ohne Bussen verhindert

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Wasserdiebe erhalten in Menziken, Reinach und Beinwil am See bald saftige Bussen. Bremgarten hat ein anderes und wirksames Mittel gegen den illegalen Wasserklau gefunden – schon vor drei Jahren.

Regelmässig werden Hydranten von Bauunternehmen oder Kanalspülern angezapft – ohne Bewilligung. Die Oberwynentaler Gemeinden Menziken und Reinach und das Seetaler Dorf Beinwil am See haben genug davon: Künftig büssen sie, wer Wasser stiehlt. Beim ersten Mal kostet es 500 Franken, beim zweiten 1000, beim dritten Mal gar 1500 Franken. (die az berichtete)

Die Hemmschwelle erhöhen

Dass Baufirmen einfach den nächsten Hydranten anzapfen oder Kanalreinigungsfirmen ihre Tanks frisch ab Hydrant füllen, dieses Problem ist in allen Aargauer Gemeinden bekannt. Wasserdieben eine Busse aufzubrummen, ist trotzdem eher unüblich. Das heisst aber nicht, dass nicht auch andere Gemeinden ihr Wasser gegen Diebe schützen.

Zum Beispiel die Bremgarter: Harry Wäspi, der Leiter des Werkhofs, liess an allen Hydranten-Verschlüssen blaue Kunststoffdeckel montieren. Will jemand den Hydranten ans Wasser, muss er zuerst diesen Deckel kaputt schlagen. Eine kleine Hemmschwelle mit grosser Wirkung: «Wir haben die Deckel vor drei Jahren montiert, seither gingen die illegalen Wasserbezüge zurück.»

Wenn jemand Wasser vom Hydranten benötigt, kann er sich bei Harry Wäspi melden. Der öffnet den Hydranten und schliesst die Wasseruhr an.

Druckwelle kann Wasserleitungen bersten lassen

Die Betreiber des Leitungsnetzes ärgern sich übrigens weniger wegen des unbezahlten Wassers als wegen der Schäden. Wird ein Hydrant zu schnell an- oder zugedreht, kann das einen Wasserschlag geben, das ist eine Druckwelle, durch die Wasserleitungen bersten können. Im schlimmsten Fall fliessen Tausende Liter Wasser in die Erde. Es ist möglich, dass dieses Wasser an die Oberfläche drückt und Strassen zerstört. Den Schaden zuzuordnen ist schwierig, weil die geborstene Leitung sich nicht in der Nähe des Hydranten befinden muss.

Nicht zwingend sind Wasserdiebe am Werk, wenn nach der falschen Handhabung eines Hydranten eine Wasserleitung beschädigt wird – manchmal ist es auch die Feuerwehr. Einmal im Jahr kontrolliert sie alle Hydranten. Nicht immer haben die jungen Feuerwehrleute schon das nötige Gspüri. Darum gibt es nach der Kontrolle hin und wieder einen Wasserleitungsbruch.

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