Beinwil

Wie aus einem alten Bauernhaus ein junges Minergie-Haus wurde

Die Energieberater Max Wyder und Vreni Mosimann (links) freuen sich mit Milly und Erwin Stöckli (rechts) über die Minergie-Zertifizierung des Tannhofs.

Die Energieberater Max Wyder und Vreni Mosimann (links) freuen sich mit Milly und Erwin Stöckli (rechts) über die Minergie-Zertifizierung des Tannhofs.

Ein Jahr nach der Totalsanierung wird dem Beinwiler Tannhof der Minergie-Standard bescheinigt. Dieser soll sich langfristig auszahlen.

«Die Modernisierung eines älteren Gebäudes ist eine Herausforderung», so Energieberater Max Wyder, «du weisst nie, was dich erwartet.» Umso glücklicher konnten Milly und Erwin Stöckli am Freitagabend ihre Minergie-Plakette nach der Modernisierung ihres Hofes in Empfang nehmen.

Vor drei Jahren beschlossen die Stöcklis, ihren unbewohnten Bauernhof, den Tannhof in Beinwil, zu modernisieren. Dabei entschieden sie sich nach einigen Überlegungen für einen Umbau nach Minergie-Standards. «Das ist zwar teurer als eine Teilsanierung», berichtet das Ehepaar, «zahlt sich langfristig gesehen aber hoffentlich aus.»

Für Planung und Umbaumassnahmen zeichnet sich die Firma Wyder aus Sins verantwortlich. Für Max Wyder ist der Umbau des Tannhofes etwas Besonderes, weil dieses gleichzeitig seine Diplomarbeit als Energieberater ist. Der Aufwand für ältere Gebäude sei natürlich grösser, erläutert er die Situation, da müsse man bestimmte Vorgaben beachten. Ausserdem wisse man vorher nie genau, wie die Bausubstanz beschaffen ist.

Der Tannhof eignete sich für den Umbau optimal, da die Tragkonstruktion in einem guten Zustand war. Der 1947 gebaute Hof falle zwar nicht unter den Denkmalschutz, so Milly Stöckli. Bevor es zu den Baumassnahmen kam, mussten allerdings auch einige Auflagen vonseiten der Gemeinde und der Kantonalen Bauverwaltung erfüllt werden, damit der Hof weiterhin ins Ortsbild passt. Beispielsweise durfte das Dach nur um wenige Zentimeter erhöht werden. «Der Umbau selbst war massiv», sagt Erwin Stöckli. Doch nur so habe die für ein Minergie-Haus obligatorische Komfortlüftung eingebaut werden können.

Diese Lüftung sorgt mittels Ventilatoren für Ent- und Belüftung der Wohnung, erklärt Max Wyder in seinem Dossier. Wichtig ist bei diesen Anlagen, die Wärmerückgewinnung, die zum Energiesparen beiträgt. «Richtig eingestellt sorgt die Komfortlüftung für ein sehr angenehmes Raumklima», fügt Wyder hinzu.

Zu den weiteren Baumassnahmen gehörten ausserdem eine Sanierung der nicht winddichten Fassade, des unbeheizten Bodens, der Fenster und des Daches. Da gerade über die Fenster viel Wärme verloren geht, sei ein Ersatz durch dreifachverglaste Kunststofffenster unumgänglich gewesen. An der Südseite habe man die Fenster vergrössert, gerade um im Winter möglichst viel solare Energie gewinnen zu können.

Auch über das Dach fliesst viel ungenutzte Wärme ab. Das leicht erhöhte Dach des Tannhofs wurde also neu gedämmt. Ausserdem befinden sich nun auf der Westseite des Daches auf 14 Quadratmetern Sonnenkollektoren. Max Wyder erwähnt in seinem Dossier, dass auf diese Weise nur minimal Strom zur Warmwasseraufbereitung notwendig sei – eine grosse Kostenersparnis.

Milly und Erwin Stöckli sind froh über die Modernisierung des Tannhofes: «Unsere Mieter wohnen seit einem Jahr in dem Haus und sind sehr zufrieden.»

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