Mutschellen
Widen verzichtet auf eine neue Gewerbezone

In Widen sollen insgesamt drei Hektaren Land neu eingezont werden. Die Industrie soll sich in Rudolfstetten entwickeln – Berikon klärt nun die Bedürfnisse der Gewerbetreibenden ab.

Andrea Marthaler
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Mit dem Landi-Laden wurde das letzte verfügbare Gewerbeland in Widen vor zwei Jahren überbaut. sl

Mit dem Landi-Laden wurde das letzte verfügbare Gewerbeland in Widen vor zwei Jahren überbaut. sl

Am 27. September entscheidet die ausserordentliche Gemeindeversammlung über die Gesamtrevision Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland. Es fällt allerdings auf, dass vor allem Wohnzonen definiert wurden, auf eine eigentliche Gewerbezone wird in Widen verzichtet. Das Kleingewerbe hingegen wird im Gebiet Heinrüti, das eine gemischte Wohn-und Gewerbezone werden soll, sowie in der neu zu schaffenden Zentrumszone berücksichtigt.

«In Absprache mit den Nachbar-gemeinden und auch aus topografischen Gründen verzichten wir auf eine weitere Einzonung einer reinen Gewerbezone», erläutert Vreni Meuwly, Gemeindeammann in Widen.

Gewerbefeindlich sei man aber gar nicht: «Wir hoffen, dass in den gemischten Zonen, in denen es einen Gewerbebonus gibt, der eine oder
andere Arbeitsplatz geschaffen werden kann». Schliesslich wolle Widen auch in Zukunft ein modernes und lebendiges Dorf bleiben.

Gewerbeland ist nicht erschlossen

In der Nachbargemeinde Rudolfstetten-Friedlisberg ist man grundsätzlich bereit, auch Gewerbebetrieben Land zu bieten. «Nicht jede
Gemeinde braucht eigene Gewerbezonen, das haben wir mit den Nachbargemeinden besprochen», sagt der Gemeindeammann von Rudolfstetten-Friedlisberg, Josef Brem. Aufgrund der Lage der Gemeinde mit der Nähe zur Autobahn mache es Sinn, Gewerbebetriebe dort anzusiedeln. Dies, zumal die direkte Zufahrt nicht durch Wohngebiete führen sollte. «Wir unterstützen aus diesen Über-
legungen den Gedanken, das Gewerbe im Raum Rudolfstetten zu konzentrieren», so Brem.

Rudolfstetten-Friedlisberg hat noch unbebautes Gewerbeland. Nur ist die Gewerbezone Grossmatt unzureichend erschlossen, wie der Regierungsrat in einem Beschwerdeverfahren festgestellt hat. «Das Land für eine neue Zufahrt ist nicht eingezont», erklärt Brem. Derzeit sei man in der Planungsphase und erarbeite Möglichkeiten für eine Erschliessung, respektive kläre eine Zonenerweiterung ab. Erweist sich dies als machbar, werde der Gemeinderat eine Teilrevision der Ortsplanung ins Auge fassen und das Gewerbeland erschliessen. Sicher ist derzeit aber noch nichts. Deshalb ist es durchaus möglich, dass auch Rudolfstetten für die nächsten Jahre kein bebaubares Gewerbeland anzubieten hat.

In Berikon prüft man den Bedarf

Wohin dann mit möglichen Interessenten? Bleibt im umliegenden
Gebiet am Knoten Mutschellen noch die Gemeinde Berikon. «Wir prüfen derzeit, ob das Gewerbe ein Bedürfnis nach zusätzlicher Gewerbezone hat», sagt Stefan Bossard, Gemeindeammen von Berikon. «Besteht ein Interesse, so sind wir gewillt, Boden zur Verfügung zu stellen.» Allerdings findet Bossard auch, dass Industrie in Berikon am falschen Ort ist.

Kleingewerbe würde man im Ort aber sehr begrüssen: «Es braucht eine gesunde Mischung aus Wohnen und Gewerbe. Wir sind stolz auf unser Gewerbe», so Bossard. Dieses trage zur Attraktivität einer Gemeinde bei. Jedoch hat Berikon derzeit ebenfalls fast keine Gewerbelandreserven. Und beim einzigen Stück Land, welches eine kombinierte Wohn- und Gewerbezone ist, überlegt man sich, dieses in eine reine Wohnzone umzuteilen.