Widen
«Gmeind» winkt Projekt des Doppelkindergartens für 1,4 Millionen durch

Die Gemeindeversammlung in Widen gibt grünes Licht für den Neubau des Kindergartens Kelleräcker. Damit wird nächstes Jahr der 40 Jahre alte, sanierungsbedürftige Bau ersetzt. Die Kosten werden auf 1,4 Millionen Franken geschätzt.

Marc Ribolla
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Die Visualisierung des Neubaus des Doppelkindergartens Kelleräcker.

Die Visualisierung des Neubaus des Doppelkindergartens Kelleräcker.

zvg

Eine grosse Diskussion löste das Traktandum «Ersatz des Doppelkindergartens Kelleräcker» nicht aus. Die 76 Stimmberechtigten an der Wider Gmeind in der Burkertsmatt bewilligten den 1,4-Millionen-Kredit am Donnerstagabend mit grossem Mehr bei vereinzelten Gegenstimmen.

Der Mehrheit war das dringende Sanierungsbedürfnis des 40 Jahre alten Gebäudes klar. Wenn die Heizung nicht mehr rund läuft oder die Fenster undicht sind oder weitere Probleme hervortreten, muss reagiert werden.

So sieht der Kindergarten Kelleräcker heute noch aus.

So sieht der Kindergarten Kelleräcker heute noch aus.

zvg

Der Neubau soll kommendes Jahr umgesetzt werden, bei einer Bauzeit von sechs bis acht Monaten. Gemeindeammann Peter Spring bedankte sich bei den Anwesenden und meinte:

«Sie haben einen zwar hohen, aber sinnvollen Kredit bewilligt, der den Jüngsten zugutekommt.»

Für mehr Diskussionen und sogar einen spontanen Antrag aus der Versammlung heraus sorgte das vorherige Traktandum, das indirekt auch mit dem Kindergarten zusammenhing – der Kredit über 350'000 Franken fürs Ausarbeiten eines Vorprojekts der Erweiterung der Schulanlage Widen.

Vorläufig keine Kindergartenabteilung auf dem Schulareal

Der Gemeinderat hatte sich aus verschiedenen Gründen gegen eine zukünftige Zentralisierung aller fünf möglichen Kindergartenabteilungen auf dem neuen Schulareal entschieden. Und deshalb auch den Neubau des Kindergartens Kelleräcker beantragt. In der weiteren Projektierung der Schulanlage wird darum der Kindergarten auf dem Schulareal nicht weiterverfolgt. Ein Gebiet für drei Abteilungen ist auf dem Areal allerdings vorgesehen und könnte später realisiert werden.

Ein Wider betonte seinerseits eine Zentralisierung und wollte wissen, weshalb nun nicht mehr mit fünf, sondern nur noch mit drei Abteilungen gerechnet werde und diese nicht mehr weiterverfolgt werden. Gemeinderat Beat Giger antwortete: «Wir sind mit dezentralisierten Kindergärten bisher gut gefahren.» Ammann Spring wies darauf hin, dass es in diesem Traktandum lediglich um den Kredit fürs Vorprojekt der Schule und nicht des Kindergartens gehe.

Den gestellten Antrag zur Rückweisung des Geschäfts an den Gemeinderat zur Bearbeitung und Integration von drei Kindergartenabteilungen schmetterte der Souverän mit 59 Nein zu 6 Ja aber deutlich ab. Dem Kredit wurde anschliessend grossmehrheitlich zugestimmt. Das Vorprojekt soll im kommenden Frühling ausgearbeitet sein, sodass der bis dahin bekannte Baukredit an der Sommer-«Gmeind» 2022 beschlossen werden könnte.

Die Gemeindeversammlung von Widen fand coronabedingt nochmals in der Halle Burkertsmatt statt.

Die Gemeindeversammlung von Widen fand coronabedingt nochmals in der Halle Burkertsmatt statt.

Marc Ribolla

Ohne Diskussion und einstimmig passierten weiter die Jahresrechnung 2020, drei Kreditabrechnungen, der Rechenschaftsbericht 2020, der Nachtragskredit über 330'000 Franken für den Ersatz der Fenster und der Dachverglasung im Foyer des Gemeindehauses oder die neuen Satzungen der Kreisschule Mutschellen.

Entschädigung für Gemeinderat unverändert

Unverändert bleiben auch die Ansätze der Gemeinderatsentschädigungen für die Amtsperiode 2022/25. Der Ammann erhält 44'000 Franken, der Vizeammann 27'000 Franken und die Gemeinderäte je 22'000 Franken. Seit 2014 gelten in Widen diese Ansätze bereits.

Ammann Spring erklärte: «Wir sind im oberen Mittelfeld im Vergleich mit ähnlichen Gemeinden.» Sie würden mal so ins Rennen gehen und schauen, was auf sie zukomme. Er sprach damit die zusätzlichen Aufgaben an, die der Gemeinderat nach der Abschaffung der Schulpflege übernehmen muss.

Unter Verschiedenes konnte Spring berichten, dass eventuell schon an einer der kommenden «Gmeinden» über das neue Betriebs- und Gestaltungskonzept Bellikerstrasse informiert werden könne. Planmässig werde zudem die Eröffnung des neuen Hasenbergturms am 31. Juli/1. August stattfinden. Enttäuscht zeigte sich Spring über die gestohlene Hasenskulptur auf der Turmplattform, die nach nur zehn Tagen verschwunden ist – obwohl die Eingangstür verschlossen ist. «Aber davon lassen wir uns die Vorfreude nicht nehmen», so der Ammann.