Das Wort «Kataster» wird vor allem bei der Erfassung von Flächen verwendet, die mit Altlasten verseucht sind. Eine positivere Variante als den Kataster der belasteten Standorte bietet die Gemeinde Widen seit kurzem auf ihrer Website an. Der neue Solarkataster zeigt für jede Liegenschaft, ob sie für eine Solaranlage geeignet ist oder nicht. Die Gemeinde betreibt auf dem Dach des Feuerwehrlokals seit 2009 eine eigene Photovoltaik-anlage.

Der «Solarkataster»

«Mit dem Solarkataster leisten wir einen weiteren Beitrag an eine unabhängige und ökologische Energieversorgung», sagt Vizeammann Urs Leuenberger. «Wir können als Gemeinde keine Subventionen für Alternativenergie ausrichten, möchten unseren Einwohnern aber einen Anstoss dazu geben.» Deshalb habe der Gemeinderat «sofort Ja gesagt, als eine Anfrage der Firma Meteotest für einen Solarkataster kam», erinnert sich Leuenberger. Der CVP-Politiker ist überzeugt, dass die 5690 Franken, die der Solarkataster die Gemeinde Widen gekostet hat, eine gute Investition darstellt. «Wer sich überlegt, auf dem Dach eine Solaranlage zu installieren, sieht auf einen Blick, ob sein Haus geeignet ist oder nicht», sagt er.

Viele geeignete Gebäude Der neue Kataster zeigt klar, dass in Widen viele Gebäude für die Nutzung der Sonnenenergie geeignet wären. «Ja, das stimmt, es gibt zahlreiche Häuser, die rot oder orange sind», sagt Leuenberger. Dies hänge mit der Süd- oder Südwest-Ausrichtung vieler Häuser in Widen und mit der vorteilhaften Hanglage zusammen, erläutert der Vizeammann. «Dadurch sind viele Hausdächer im Solarkataster in eine hohe Eignungsklasse eingeteilt worden», erklärt Leuenberger.

Modell aus Laserscans

Als Datengrundlage für den Kataster diente laut einer Mitteilung der Gemeinde Widen das digitale Oberflächenmodell (DOM) von Swisstopo aus dem Jahr 2001. Das Modell wurde mit Laser-Scanning-Daten erstellt. Es bildet die ständig sichtbare Oberfläche ab und beinhaltet somit Wälder, Gebäude und weitere Kunstbauten. Die Erfassungsgenauigkeit des Lasers liegt bei 30 cm. Die Gebäudegrundrisse stammen aus einem Übersichtsplan im Massstab 1:5000 vom 23. März 2011. «Sie werden verwendet, um die zu betrachtenden Gebäude aus dem Oberflächenmodell auszuschneiden», teilt die Gemeinde mit. Sonneneinstrahlung berechnet Die Berechnung der Sonneneinstrahlung erfolgte mit einem Produkt der Firma Meteotest.

Dächer nach Eignungsklasse eingeteilt

Die Einstrahlungsdaten für den Widener Solarkataster basieren auf mittleren Messwerten aus der Periode 1986 bis 2005. Die Werte sind sehr genau, die Unsicherheit des langjährigen Jahreswertes auf geneigten Flächen (30 Grad Süd) liegt in Widen bei nur 5 Prozent. Für jede Dach- fläche sind im Solarkataster Gesamteinstrahlung, Fläche, Ausrichtung, Neigung, mittlere Einstrahlung, elektrischer Ertrag und Eignung angegeben. Zudem werden alle Dachflächen aufgrund der Strahlungswerte einer Eignungsklasse zugeordnet. Weiter stehen Daten für Google Earth zur Verfügung, mit denen sämtliche Ergebnisse ausgelesen werden können.

Solarkataster von Widen

Solarkataster von Widen