Im Freiamt gibt es ein paar ganz Böse – die Aktiven des Schwingklubs Freiamt sind hervorragend in die neue Saison gestartet. Der Schweizer Nationalsport hat in unserer Region eine lange Tradition und mit dem Abtwiler Harry Knüsel ist 1986 auch schon einmal ein Freiämter Schwingerkönig geworden.

Schwingende Frauen hingegen gabs im Freiamt noch nie. Das will eine initiative Gruppe um die beiden Uezwiler Beat und Patrick Michel ändern. «Wir feiern 2018 unser 40-Jahr-Jubiläum auf der Traube in Küttigen und suchten deshalb nach einer speziellen Attraktion für unser traditionelles Hoffest, das wir seit 15 Jahren regelmässig in Uezwil durchführen», erzählt Beat Michel. Sohn Patrick, früher ein aktiver Aarauer Schwinger, sei auf die Idee gekommen, zum runden Gastro-Jubiläum auf ihrem Hof ein Frauen-Schwingfest durchzuführen.

Mit Rolf Müller, dem in Boswil lebenden Bünzer, konnten Vater und Sohn Michel einen Mann ins Boot holen, der in der Region bestens vernetzt ist und sich neben organisatorischen Details vor allem auch um das Sponsoring kümmert. Im kleinen Organisationskomitee weiter vertreten sind Gabi und Sascha Häusler sowie Sabine Beyeler vom Frauenschwingverband.

Ein offizieller Kranz-Schwinget

Das Frauen- und Meitli-Schwingfest vom Samstag, 25. August wird kein blosser Show-Event. Es ist ein offizieller Wettkampftag des Eidgenössischen Frauenschwingverbandes, an dem wichtige Punkte für die Meisterschaft vergeben werden.

Anders als bei den Männern wird bei den Frauen jedes Jahr eine Schwingerkönigin gekürt. Auf dem Treppchen steht Ende Saison jeweils jene Schwingerin, die über das ganze Jahr gewertet die beste Leistung zeigt. Und schon schliesst sich der (Freiämter) Kreis: Die amtierende Schwingerkönigin Sonja Kälin bildet zusammen mit Harry Knüsel das Patenpaar für den Siegermuni vom Eidgenössischen Schwingfest 2019 in Zug.

Im Frauenschwingen gibt es vier Kategorien. Die Zwergli (6 bis 9 Jahre), die Meitli 2 (10 bis 12 Jahre) und die Meitli 1 (13 bis 15 Jahre) sowie die Aktiven ab 16 Jahren. In Uezwil werden im August 100 bis 120 Schwingerinnen erwartet.

Sie dürfen mit einer perfekten Infrastruktur rechnen: «Wir überlassen nichts dem Zufall, die Schwingerinnen sollen bei uns in Uezwil optimale Bedingungen vorfinden», sagt Rolf Müller. «Und einen Gabentempel, wie sie ihn wohl noch kaum je gesehen haben», doppelt Patrick Michel nach und zählt auf, was als Gaben schon feststeht: «Schöne Treicheln, mehrere Alpenrundflüge, moderne Küchen- und Haushaltgeräte, Unterhaltungselektronik, Tablets und natürlich auch viel Hölzigs.»

Guggibad-Tribüne gemietet

Die Arena auf dem Michel-Hof in Uezwil wird auf rund 600 Zuschauerinnen und Zuschauer ausgerichtet: «Wenn so viele kommen, sind wir zufrieden. Wenn es, bei hoffentlich optimalen Wetterbedingungen, noch etwas mehr werden, sind wir auch nicht traurig», erklärt Rolf Müller.

Geschwungen wird auf drei Sägemehlringen, die Tribüne ist die gleiche, wie sie der Schwingklub Freiamt jeweils am Traditionsanlass im Guggibad aufstellt: «Wir haben sie vom Klub mieten können», freuen sich die Uezwiler Organisatoren.

Die Vorbereitungen für den bisher einmaligen Anlass im Freiamt sind bereits weit fortgeschritten. Das OK überlässt nichts dem Zufall. Die Besucherparkplätze sind reserviert, das Rahmenprogramm ist weitgehend klar, das Budget und die Finanzierung stehen, und auch die nötigen Helferinnen und Helfer sind bereits in den Startlöchern. Rolf Müller rechnet mit etwa 40 Personen, die es alleine für das Schwingfest braucht.

Hoffest im üblichen Rahmen

Über ein Dutzend weitere Leute sorgen für das Wohl der Gäste am Hoffest, das am Samstag und Sonntag im bisher üblichen Rahmen stattfinden wird. Die grosse Festwirtschaft dient am Samstag auch den Schwingfestbesuchern, welche sich jedoch auch in der Arena mit Bratwürsten und Getränken eindecken können.

Angesagt sind Gratisfahrten mit Pferdewagen (nur am Samstag), ein spezielles Kinderprogramm und natürlich die übliche Hofbesichtigung. Am Sonntagmorgen wird wie üblich ein reichhaltiger Brunch serviert.

Der Frauenschwinget in Uezwil ist für die sechs Organisatoren ein Testlauf. Wenn alles klappt, könnte dieser Anlass zu einer Tradition werden: «Wir haben längerfristig geplant und sehen die Veranstaltung im kommenden August nicht als Eintagsfliege. Zumal der Frauenschwingverband immer noch etwas Mühe hat, genügend Veranstalter für seine Jahresmeisterschaft zu finden.» In diesem Sinne, erklärt Rolf Müller, solle der erste Frauen-Schwinget im Freiamt nicht zuletzt auch der Förderung der Frauenschwing-Szene generell dienen.