Wohlen

Weshalb sich der Laubfrosch hier über einen neuen Teich freut

Die Erneuerungsarbeiten am Amphibienteich im Wohler Chintis sind abgeschlossen. im Laufe der Jahre hat sich auch sensationell der Laubfrosch dort wieder angesiedelt.

Zu hören sind sie in den letzten Wochen nur sehr selten. Dass sie aber hier sind, ist eine Tatsache. Die Frösche am Amphibienteich hinter dem Waldrand im Wohler Gebiet Chintis. Sie liebten offenbar den Sound der drüberfliegenden Flugzeuge und würden jeweils laut quakend „antworten“, meint Roger Isler, Leiter Umwelt und Energie der Gemeinde Wohlen.

Weil der Flugverkehr zurzeit aber praktisch inexistent ist, sind auch die Frösche leiser. Gleichzeitig können die Tiere ihr idyllisches Revier geniessen. Denn dieses hat einen frischen Touch erhalten. Vor kurzem konnten die Erneuerungsarbeiten am Teich abgeschlossen werden.

Vor 18 Jahren wurden die zwei Teiche am Waldrand hinter dem Föhrenhof oberhalb Wohlen angelegt, um als Lebensraum für verschiedene Amphibien dienen zu können. Das Projekt hat sich als Erfolg entpuppt. „Im Laufe der Jahre hat sich auch der Laubfrosch wieder hier angesiedelt. Das ist fast als Sensation zu werten“, sagt Roger Isler.

Landwirt unterstützt Projekt gerne

Weil der flachere der beiden Teiche mittlerweile beinahe komplett verlandet war, ist er nun einer Auffrischung unterzogen worden. Die rund 1200 Quadratmeter grosse Landfläche, auf der die Teiche liegen, gehören Landwirt Thomas Isler. Er unterstützt solche Projekte gerne. „Es passt für mich so. Dieser Abschnitt am Waldrand ist eher minderwertiges Land für uns, aber für die Natur ist es gut. Von daher ists eine Win-Win-Situation“, sagt Isler.

So sieht es auch Gemeindeammann Arsène Perroud, dem das Ressort Umwelt untersteht. „Die Aufwertung der Waldränder und das Fördern der Biodiversität sind wichtige Eckpfeiler im Naturschutz. Wir dürfen uns glücklich schätzen, wenn es Landwirte gibt, die solche Projekte mittragen“, sagt Perroud.

Der Ort ist bewusst abseits von Wegen gelegen gewählt worden, um die Natur möglichst nicht durch Spaziergänger zu belasten. Es soll kein Partyort sein.

Die Pflege der Amphibienteiche ist ein fortlaufender Prozess. „Wir simulieren damit ein bisschen eine Auenlandschaft. Damit dies klappt, braucht es Aufwand“, erklärt Roger Isler. Der jetzt erneuerte Teich ist mit einem Bagger ausgehoben worden und der Untergrund mit einer rein mineralischen Schicht verdichtet worden. Gefüllt ist er mit rund 70 Kubikmeter Wasser.

Altholz für Käfer und Sandhaufen für Bienen

„Der Mensch hat gearbeitet, nun ist wieder die Natur am Zug. Schon nächstes Jahr wird es hier schön grün sein. Der Teich wird sich mit Fröschen, Lurchen und anderen Amphibien füllen“, sagt Roger Isler. Analog zum üppig bewachsenen zweiten Teich daneben. Im Idealzustand wären es drei Teich-Bereiche mit einer flacheren, einer mittleren und einer tiefen Zone.

Für den Unterhalt ist die Gemeinde zuständig. „Rund einen Viertel der Kosten für die Erneuerung trägt die Gemeinde, der Rest übernehmen Bund, Repla und andere Fonds. Die Sanierung schlägt im Naturschutzbudget mit knapp 5000 Franken zu Buche. Es sind solche Projekte, die im Kleinen etwas bewirken können“, sagt Ammann Perroud.

Das Gelände im Chintis beinhaltet nicht nur die beiden Teiche, sondern auch einen Stapel Altholz, der Lebensraum für Käfer und Kleinsäuger bietet und einen Sandhaufen, den die Bienen als Haus nutzen.

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