Modernste Technik und Nos talgie vereinte das sehr abwechslungsreiche «Fescht im Wescht» in Bremgarten, das die Bahn (Aargau Verkehr AG) und die Stadt gemeinsam organisierten. Zu feiern gab es einiges: Abschluss der Bahnstreckensanierung zwischen Wohlen und Bremgarten, Einweihung des Bahnhofs Bremgarten West, Fertigstellung des neuen Dienstgebäudes beim Bahnhof Bremgarten und 25 Jahre Stadtumfahrung.

Das «Mutschälle Zähni» und das «Sebni»

Zu den Höhepunkten der dreitägigen Festivitäten zählten für die unzähligen Bahnfans aus nah und fern die Nostalgiefahrten mit altem Rollmaterial auf der erneuerten Strecke. Im Einsatz für die kostenlosen Publikumsfahrten stand das von 1928 bis 1986 eingesetzte «Mutschälle Zähni» der ehemaligen Bremgarten-Dietikon-Bahn (BDB). Begehrt waren auch die angebotenen Fahrten mit dem BDB-«Sebni», einem 1969 in Betrieb genommenen Triebwagen. Zwischen dem Bahnhof West und Wohlen verkehrte über das Festwochenende aber auch das über 100 Jahre alte Säntisbahn-«Krokodil» der Appenzeller Bahn.

Technisch Interessierte konnten am Tag der offenen Tür das Depot mit Werkstätte besichtigen und im neuen Dienstgebäude einen Blick in die neue Zugleitstelle werfen, die erst seit einer Woche in Betrieb ist.

Für viel Musik – mit Oktoberfest, Rock-Night und Country-Day –, Spass und Unterhaltung hatte das Organisationskomitee, mit dem bekannten Bähnler Walter Oettli an der Spitze, gesorgt. Auf dem Festareal Bahnhof West wurde ein attraktives Programm, sogar mit einer Gewerbeschau, auf die Beine gestellt.

Am «Fescht im Wescht» gab es übrigens nicht nur Nos-talgie auf der Schiene, sondern auch auf der Strasse, wo etwa 65 Auto-, Lastwagen- und Traktor-Oldtimer an einem Korso durch die Altstadt teilnahmen. So wurde der Bevölkerung eindrücklich vor Augen geführt, wie es sich in Bremgarten in der Zeit vor der Eröffnung der Umfahrung vor 25 Jahren lebte. «Nicht auszumalen, wie es wäre, wenn sich der Verkehr noch heute stinkend, laut und gefährlich durch die Stadt zwängen würde. Immerhin sind es etwa 25  000 Fahrzeuge täglich, welche die Umfahrung benützen», sagte Stadtammann Raymond Tellenbach in seiner Festrede.

Severin Rangosch, CEO Aargau Verkehr AG, ehemals BDWM Transport AG, bedankte sich für das von den Bahnkunden während der Streckensanierung entgegengebrachte Verständnis. Verwaltungsratspräsident Roland Abt betonte: «Wir haben nachhaltig investiert und werden auch weiterhin investieren.» Die Grüsse der Aargauer Regierung überbrachte Landstatthalter Markus Dieth.