Muri

Wer heute scheitert, der hat morgen Erfolg

Eva Riedi, Urs Erb, Stefan Heggli, Gesprächsleiter Bruno Sidler, Lino Guzzella und Thomas Buchmann (von links) im Gespräch über die möglichen Wege, die Digitalisierung in den Unternehmungen zusammen mit den Mitarbeitenden voranzutreiben.

Eva Riedi, Urs Erb, Stefan Heggli, Gesprächsleiter Bruno Sidler, Lino Guzzella und Thomas Buchmann (von links) im Gespräch über die möglichen Wege, die Digitalisierung in den Unternehmungen zusammen mit den Mitarbeitenden voranzutreiben.

Der elfte Wirtschaftsanlass der Gemeinde Muri machte unter anderem deutlich, was die Digitalisierung verlangt.

Die Schweizer Wirtschaft hinkt der Digitalisierung hinterher. ETH-Professor Lino Guzzella machte am elften Wirtschaftsanlass zum Thema Mensch und Technologie, die Hand in Hand gehen müssen, deutlich, dass sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer grosse Herausforderungen annehmen müssen.

Guzzella erinnerte an die frühen Wirtschaftspioniere, «gescheite Leute mit Weitsicht und Mut», die Veränderungen nicht als Bedrohung, sondern als Chance gesehen haben. Hier Mass zu nehmen, ist auch heute noch richtig.

Kreativität wird wichtiger, Erfindungen und Innovation sind die Schlüssel zum künftigen Erfolg, davon ist Guzzella überzeugt. Dafür müssten auch neue Lehrmethoden entwickelt werden, weil sich Berufe im Laufe der Karriere mehrfach ändern.

Dafür müssten Freiräume für kreative Köpfe geschaffen werden, eine Art Abenteuerspielplatz in der Wirtschaft, wo man auch scheitern darf. Das heutige Scheitern ist nach dessen Analyse der Erfolg von morgen. «Dass etwas kaputt geht, ist normal, dass etwas entsteht, dafür muss man sich anstrengen.»

Mehr Stellensuchende integrieren

Die Digitalisierung kostet Arbeitsplätze, schafft aber auch neue. Thomas Buchmann, Leiter Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Aargau, stellte die schweizweit einzigartige Zusammenarbeit der Invaliden- und Arbeitslosenversicherung mit interessierten Gemeinden vor.

Das Ziel unter der im April gestarteten «Kooperation Arbeitsmarkt» ist es, mehr stellensuchende Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren; insbesondere auch Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen.

Dank der engen Zusammenarbeit der Invaliden- und Arbeitslosenversicherung können Versicherte und Arbeitgebende zukünftig durch eine einzige Stelle beraten werden; ohne wechselnde Ansprechpersonen.

Mitarbeitende früh einbeziehen

Wie holt man Mitarbeitende in die Digitalisierung ab? «Das ist eine grosse Herausforderung», erklärte Urs Erb, Inhaber der Hobler Metallbau AG in Muri und Geschäftsführer, im von Bruno Sidler, Geschäftsführer Repla Oberes Freiamt, geführten Podiumsgespräch. Seine Überzeugung ist, dass Visionen zusammen mit den Mitarbeitenden erarbeitet werden müssen.

Für Stefan Heggli, Geschäftsleiter Heggli und Gubler AG, Muri, ist auch der Wissenstransfer von älteren Mitarbeitern zu den Jungen von hoher Wichtigkeit. Eva Riedi von der Coeco KmG in Aettenschwil, Schulung und Coaching für Unternehmen, will alle Mitarbeitenden am richtigen Posten eingesetzt sehen und auf einem vergleichbaren Level haben.

Dazu sei es notwendig, sie frühzeitig in einen Veränderungsprozess mitzunehmen. Stetige Weiterbildung, gefördert von den Arbeitgebern, und ein wertschätzendes Umfeld, «dann kommen Motivation und Leistung», unterstrich Buchmann. Unternehmer müssen sich bewusst sein, dass Mitarbeitende ihr wichtigstes Kapital sind, unterstrich Guzzella.

Aber die Arbeitnehmenden müssten sich genauso klar darüber sein, dass sie etwas bringen müssen. «Nur, wenn diese zwei Komponenten zusammenkommen, stellt sich der Erfolg ein.»

Verwandtes Thema:

Autor

Eddy Schambron

Eddy Schambron

Meistgesehen

Artboard 1