Arni

Wer hat die schnellste Seifenkiste im Dorf? – Die kleinen Rennfahrer werben für Tempo 30

Am 20. Oktober wird nicht nur gewählt. In Arni wird auch der schnellste Seifenkistenfahrer ermittelt und so auf die Tempo-Debatte im Dorf hingewiesen.

Windschnittig ist sie, knallrot und mit lodernden Flammen verziert. Da ist eine rasante Fahrt quasi vorprogrammiert. Am 20. Oktober kann sie ihre Renntauglichkeit unter Beweis stellen. Hier geht es aber nicht um ein Rennauto, sondern um eine Seifenkiste – selbstverständlich Marke Eigenbau.

Auf die Frage, wie es dazu kam, ein Seifenkistenrennen auf die Beine zu stellen, erzählte OK-Präsident Alex Gisler lachend: «Das ist ganz einfach. Mein Sohn Tys und ich, wir haben eine Seifenkiste gebaut. Aber nur so mit der Kiste zu fahren, war auf Dauer etwas langweilig. Da kam uns die Idee, ein Rennen zu veranstalten.»

Das war vor gut einem Jahr. Der Verein «Lebenswertes Arni», in dem Alex Gisler Mitglied ist, setzt den Plan in die Tat um.

Mit der Seifenkiste wurden einige mögliche Routen getestet

Zum Glück sei die Gemeinde dem Vorhaben gegenüber gleich aufgeschlossen gewesen. Allerdings mussten die Organisatoren ihr Betriebskonzept im Laufe der Monate einige Male überarbeiten. «Strassensperrungen sind schwierig», erklärte Gisler.

Mit der Seifenkiste haben sie einige mögliche Routen getestet, die Gemeinde sei sich aber nicht sicher gewesen, ob die Anwohner mit einer möglichen Sperrung einverstanden seien. Der OK-Präsident führte aus: «Also haben wir die Anstösser persönlich gefragt.»

Die haben sich offen gezeigt, also kann am 20. Oktober das Rennen auf der Route Sonnacker–Oberwilerstrasse–Staldenstrasse stattfinden. «Die Strassen sind nur einige Stunden gesperrt», teilte der Planer mit, «in der Zeit wird eine andere Strasse nutzbar sein.»

Bei vielen Gesprächen sei auch der neunjährige Tys Gisler dabei gewesen. «Er ist sehr engagiert und hat sich mit guten Vorschlägen eingebracht», erzählte der Vater.

Ein Buch hat Vater und Sohn zum Bau des Rennwagens inspiriert

Zum Bau des roten Flitzers inspirierte Vater und Sohn ein Buch. «Wir haben uns gedacht, die Kiste bauen wir einfach mal nach.» Dabei seien sie gut vorangekommen.

«Vielleicht hätte man das auch an einem Nachmittag geschafft, wir haben immer mal wieder ein paar Stunden an der Kiste gearbeitet und haben etwa ein oder zwei Wochen an ihr gewerkelt.»

Ganz wichtig seien gute Bremsen, da Seifenkisten recht schnell fahren können.
«Deswegen haben wir auch einige Vorgaben für die Anmeldung der Seifenkisten. Die Seifenkiste muss mit einer Lenkvorrichtung spielfrei gelenkt werden können und sie muss spurtreu fahren», erläuterte Alex Gisler.

Ausserdem sei ein Helm vorgeschrieben. Unterstützung bekommen die Organisatoren von der IG Seifenkisten Derby Schweiz, die eine Startrampe sowie einen Zeitmesser beisteuert.

«Sie werden auf der 500-Meter-Strecke Pylonen-Hindernisse aufstellen, so wird das Tempo etwas gedrosselt. Auf diese Weise halten wir die Unfallgefahr gering.»

Anlass soll auch für Tempo 30 Werbung machen

Bei der Gelegenheit des Seifenkistenrennens möchte der Verein «Lebenswertes Arni» auf die Tempo-Debatte auf den Gemeindestrassen respektive der gefährlichen Zürcherstrasse durch Arni hinweisen.

Nach einer Unterschriftensammlung habe die Gemeindeversammlung im letzten November zugestimmt, auf den Gemeindestrassen Tempo 30 einzuführen. Doch das Referendum im Februar lehnte den Beschluss ab.

Der OK-Präsident betonte: «Wir als Verein möchten der Bevölkerung mit dem Anlass zeigen, dass die Strassen nicht nur den schnellen Autos, sondern auch den ‹schnellen› Bewohnern gehört.»

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