Auf dem Hof der Familie Steinmann wird der Besucher mit dem freundlichen Gegacker der Hühner begrüsst, die eifrig in ihrem grossen Freiland-Gehege umherlaufen. Landwirt Josef Steinmann verschwindet in einem Lagerraum, kurz darauf kommt er mit einem grossen Karton zurück. «Das ist ein Karton mit bereits gefärbten Eiern», erklärt er gut gelaunt und präsentiert die bunten Exemplare. Danach dürfen am Montag kleine und grosse Besucher im Tierpark Waltenschwil suchen. Obwohl der Natur- und Vogelschutzverein, der den Anlass organisiert, nicht viel Werbung dafür macht, ist die Ostereisuche sehr beliebt.

Der Landwirt führt aus: «Für das Eierauflesen im Tierpark liefern wir ungefähr 2200 Eier.» Soweit er sich erinnern könne, sei der Steinmann-Hof seit mehr als 40 Jahren dafür zuständig, auch wenn er selbst noch nicht an der Suche teilgenommen habe. «Da unser Betrieb seit mehreren Jahren hauptsächlich Schweinezucht und Getreideanbau betreibt, ist mittlerweile der Geflügelhof Gisi aus Mellingen der Ostereier-Lieferant.» Bei Steinmann seien noch gut 300 bis 400 Hühner auf dem Hof, da seien 2200 Eier nicht machbar.

Kunden habe er aber, so Steinmann, seine Hühner legen ihre Eier beispielsweise für das Altersheim in Villmergen, die Bäckerei Bättig in Villmergen und den Volg in Waltenschwil. «Ausserdem haben wir einige Privatkunden und hier auf dem Hof, kann man auch direkt Eier kaufen», berichtet er. Einen guten Tipp hat der Hofbesitzer auch noch: «Die gekochten Eier lassen sich übrigens viel besser pellen, wenn sie fünf Tage gelegen haben, also nicht mehr ganz frisch sind.»

Airbrush per Hand

Über ihren Geflügelhof in Mellingen gibt Heidi Gisi gern Auskunft. «Unser Legebetrieb hat 14000 Hühner», teilt sie mit. Die Hennen legen ihre Eier in Boden- und Freilandhaltung. Und diese Schritte sind nötig, damit aus den Eiern bunte Ostereier werden: «Wir garen die Eier in einem Dampfkocher, anschliessend werden die Eier von Hand mit Lebensmittelfarben gefärbt. Dafür verwenden wir Airbrush-Spritzen.» Drei Personen seien dafür zuständig. «Im Moment haben wir viel zu tun», sagt Heidi Gisi lachend.

Bleibt die Frage, was die Hühner von Josef Steinmann eigentlich von den bunten Eiern halten. Auf dem Rasen des Hühnergeheges liegt ein Osternestli. Neugierig stolziert der Hahn näher heran. Die Hennen folgen seinem Beispiel. Interessiert nehmen sie das Nest mit den bunten Eiern in Augenschein, ein besonders vorwitziges Hühnchen pickt vorsichtig am grünen Deko-Gras herum. Stolz kann das Federvieh definitiv sein, schliesslich sind es ihre Produkte, um die es sich in den nächsten Tagen drehen wird, auch wenn die Ostereier eigentlich dem Meister Langohr zugeschrieben werden. Josef Steinmann beobachtet amüsiert die neugierigen Hühner. Diese finden das Nestli bald uninteressant und picken auf dem Boden nach Futter. Der Hahn muss aber noch einmal zeigen, wer Herr im Gehege ist, und kräht aus vollem Halse.