Muri

Wer am meisten «Likes» hat gewinnt: Facebook als Brettspiel

Die Murianer 4.-Bezler schätzen den Lerneffekt und die hohe Spass-Quote beim Brettspiel «Facemania». lisa stutz

Die Murianer 4.-Bezler schätzen den Lerneffekt und die hohe Spass-Quote beim Brettspiel «Facemania». lisa stutz

Altmodisch neu: Die Gefahren von Facebook und Co. werden den Schülern der Oberstufe Muri anhand des Brettspiels «Facemania» nähergebracht. Sie lernen spielerisch den richtigen Umgang mit Sozialen Netzwerken.

«Du siehst, dass auf Facebook eine Mitschülerin beleidigt wird. Was machst du als Erstes?», wird auf einer Karte des Facebook-Brettspiels «Facemania» gefragt. Der 14-jährige Silvan Priester aus Muri kennt die Antwort: «Ich spreche die Person, die die Beleidigungen geschrieben hat, darauf an.» Er erhält für die korrekt beantwortete Frage drei «Likes», also drei «Gefällt mir»-Zeichen, die auf kleine Karton-Vierecke gedruckt sind.

Wer am Ende des Spiels die meisten «Likes» besitzt, hat gewonnen. «Beim Brettspiel ‹Facemania› ist es so, dass man für besonders nachsichtiges, vernünftiges Verhalten und sicheres Know-how in Sachen soziale Netzwerke die meisten ‹Likes› bekommt. Im echten Leben ist das leider häufig anders», bedauert Martin Gass, Er ist einer der drei Studenten, die das Brettspiel im Auftrag vom Murianer Schulsozialarbeiter Martin Schneider entwickelt haben.

«Während meiner Arbeit an der Schule begegne ich dem sozialen Netzwerk Facebook fast täglich», erklärt Schneider. Viele Schüler kämen zu ihm, weil sie im Facebook in ein Fettnäpfchen getreten seien. «Das geschieht ganz klar durch zu wenig Wissen über dieses Medium», ist sich Schneider sicher. So kam er auf die Idee, ein Projekt zur Förderung der Medienkompetenz für Kinder zu lancieren. Daniela Bräm, Jonas Kiser und Martin Gass – sie alle studieren Soziale Arbeit an der Hochschule Luzern – meldeten sich für die Ausarbeitung der Idee. Rasch kamen sie zum Schluss, dass ein analoges Spiel der beste Rahmen sei, um den Oberstufenschülern die Chancen, Gefahren und das Verhalten auf der Plattform Facebook näherzubringen.

Drei verschiedenen Klassen wurde das Brettspiel, an dem die Studenten ein Dreivierteljahr gearbeitet haben, und das einige Ähnlichkeiten mit dem Spiel Monopoly aufweist, nun vorgestellt. «Das Spiel ist abwechslungsreich. Ausserdem lerne ich dazu, wie man sich im Facebook verhalten sollte», sagt der 4.-Bezler Pascal Bernhard. Seine Klassenkameradin Julia Wildhaber fügt an: «Es ist gut, dass darauf hingewiesen wird, dass man nicht zu viel von sich preisgeben soll.»

Das Ziel sei, so Schneider, dass künftig viele Lehrpersonen des Schulhauses sich «Facemania» ausleihen, und somit in ihrer Klasse «Social Media» thematisieren. Die drei Studenten sind ausserdem nicht abgeneigt, ihr Produkt weiterzuvertreiben. Interessierte Schulen können sich unter facemania@pfaeffike.ch melden. «‹Facemania› ist phänomenal», freut sich der Schulsozialarbeiter.

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