Waltenschwil
Wenn sich die Verflossenen um den Casanova streiten

Mit ihrer neuen Theaterproduktion «Chaos im Penthuus» zieht die Juma-Kongri das Publikum in den Liebesschlamassel eines notorischen Frauenhelden.

Andrea Knecht
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Anja (Steffi Stöckli) soll Nik (Stefan Christen) aus der Patsche helfen.

Anja (Steffi Stöckli) soll Nik (Stefan Christen) aus der Patsche helfen.

ak

Die Juma-Kongri kommt sogleich zur Sache: Der Vorhang schwingt zur Seite, auf der Bühne liegt der halb nackte Nik Keller (Stefan Christen) auf dem grauen Sofa. Er ist Fotograf, notorischer Frauenheld und Protagonist der diesjährigen Theaterproduktion der Juma-Kongri Waltenschwil. Seit Ende September probt die junge Truppe ihr Stück. «Ich habe es ausgewählt, weil ich es als lustig empfunden habe», erklärt Sabrina Leuthard, OK-Präsidentin.

Das Theater ist eine verzwickte Beziehungskiste: Nik fliegen die Frauen zu und er geniesst sein ausschweifendes Junggesellenleben in einem Penthouse in der Stadt mit dem vertraut klingenden Namen Waltenschwil. Mit unverschämten Lügen organisiert er seine zahlreichen Affären und spielt die Frauen gegeneinander aus. Seine Mitbewohnerin ist die einfältige und unscheinbare Sekretärin Anja (Steffi Stöckli), die in Nik verliebt ist.

Für diesen hingegen ist Anja nicht mehr als eine praktische Haushälterin – oder in seinen Worten: «Vielseitig verwendbar.» Niks unbeschwertes Liebes- und Lügenleben nimmt ein abruptes Ende, als mehrere Exfreundinnen gleichzeitig vor der Tür stehen: Sabrina möchte wieder mit Nik ins Bett, Judith einen Verlobungsring und Kiki kündigt neun Monate nach dem Beziehungs-Aus eine «besondere Überraschung» an.

Zu allem Übel bekommt die erzkonservative Besitzerin des Penthouse Wind vom Beziehungswirrwarr und droht dem Casanova mit der Kündigung. In seiner Verzweiflung wendet sich Nik an Anja, doch dieser dämmert langsam, dass sie nur ausgenutzt wird. Lieber flirtet sie mit dem Hausverwalter David oder mit Roger, Niks nettem Kumpel.

«Chaos im Penthuus», eine Komödie in drei Akten, bringt das Premieren-Publikum immer wieder zum Lachen. In der gut gefüllten Bannegg-Halle schüttelt manch einer den Kopf ob Niks Dreistigkeit. Zwischen den Akten findet jeweils eine kurze Pause statt, in der sich die Zuschauer verköstigen oder Tombola-Lose kaufen können.

Sabrina Leuthard zeigte sich zufrieden mit der Erstaufführung: «Alles lief wie geplant, die Schauspieler waren super.» Sie hofft weiterhin auf viel Publikum. Nach der Aufführung wird den Zuschauern Barbetrieb mit DJ geboten – ob sich dabei in der schummrigen Halle die eine oder andere Szene aus dem Stück wiederholt, sei offen gelassen.

Weitere Aufführungen Freitag, 18. Januar, und Samstag, 19. Januar. Abendessen ab 18 Uhr, Theaterbeginn um 20 Uhr. Mehr Infos unter www.jumakongri.ch