Pro Senectute
Wenn Senioren auf einem Bike balancieren

Pro Senectute Bremgarten setzte 60 bis 75 Jahre alte Menschen auf ein Mountainbike. Und diese hatten ihre Freude am Anlass.

Céline Arnold
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Die Leiter der Mountainbike-Gruppe der Pro Senectute des Bezirk Bremgarten haben sich für die kommende Saison einiges vorgenommen. Um die Grundausbildung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den neusten Stand zu bringen, veranstalteten sie einen Techniktag.

Über 25 Mountainbike-Begeisterte fanden sich am Mittwochmorgen bei der Sprenghalle auf dem Waffenplatzareal ein. Den 60- bis 75-jährigen Teilnehmern bot sich die Möglichkeit, unter der professionellen Leitung von Ernst Schütz und Fritz Schumacher sowie mit der Unterstützung von Helena Keller, Leiterin der Bezirksberatungsstelle, ihre Fähigkeiten zu testen und zu trainieren.

Man muss kein Profi sein

Nachdem am Morgen am Basic-Posten die Grundlagen sowie im Technik-Parcours die fortgeschrittenen koordinativen Fähigkeiten trainiert wurden, konnten die Teilnehmer ihre Sattelfestigkeit am Nachmittag im Gelände unter Beweis stellen. Schütz betont dabei: «Jeder kann individuell entscheiden, welche Übungen er absolvieren kann und möchte.» Etwas gilt laut Keller aber für alle: «Das Helmtragen ist Pflicht».

Kurt Gysin, mit 75 Jahren einer der ältesten Teilnehmer, war bereits bei den letztjährigen Veranstaltungen dabei. «Nachdem ich mehr als 20
Jahre lang Laufsport betrieben habe, bin ich vor drei Jahren auf das Bike umgestiegen. Dort sind die Bewegungen sanfter und gelenkschonender.» Wenn seine Gesundheit weiterhin so gut bleibt, wird er auch nächstes Jahr wieder teilnehmen. Gysin: «Bewegung ist Leben.»

«Der soziale Aspekt ist wichtig»

Mit dem diesjährigen Techniktag startete die Mountainbike-Gruppe in die zweite Saison. Nachdem Schumacher und Keller vor zwei Jahren ihre Idee umgesetzt und die Gruppe ins Leben gerufen haben, kam mit Schütz vor einem Jahr ein neuer Leiter ins Team. Die Mountainbike-Gruppe möchte sich mit ihren Veranstaltungen klar von den übrigen Velo-Anlässen abgrenzen. «Es soll auch ein Angebot für die konditionell Anspruchsvolleren bestehen», meint Keller.

Die Ziele der Veranstaltungen sind klar formuliert: Einerseits sollen Ausdauer, koordinative Fähigkeiten und Geschicklichkeit trainiert werden. Zum anderen steht aber auch die Freude am regelmässigen Sport im Vordergrund. Keller erklärt: «Neben dem sportlichen ist auch der soziale Aspekt sehr wichtig. Das gemeinsame Erleben ist ein zentrales Anliegen von Pro Senectute.» Schütz fügt an: «Das Spektrum an unterschiedlichen Teilnehmern ist gross. Da sind auch Leute, die nicht viel riskieren können. Damit muss man als Leiter umzugehen wissen.»

Zuwachs ist willkommen

In der Schweiz gibt es kaum vergleichbare Mountainbike-Anlässe für Senioren. Keller: «Das Projekt steckt momentan noch in den Kinderschuhen.» Schütz ist zwar zufrieden mit der diesjährigen Teilnehmerzahl: «Letztes Jahr waren nur etwa halb so viele Interessierte dabei. Heute können wir noch einige Gäste aus Zofingen begrüssen.»

Insgesamt wünschen sich die Leiter aber mehr Teilnehmer. Dann könnten zwei Gruppen gebildet werden, welche die unterschiedlichen Fähigkeitsniveaus der Biker berücksichtigen. Zudem haben sich bloss drei Frauen für den Techniktag angemeldet. Dort wollen die Leiter ansetzen. Schütz sagt: »Sportliche Frauen suchen wir noch.»