Widen/Dawson City
«Wenn ich gross bi, werde ich au Goldgräber»

Widen im Goldrausch: Das Jugendtheater steht kurz vor seiner nächsten Premiere. Das eingespielte Team hat sich dieses Jahr an das Stück «Der Goldvulkan».

Susanne Brem
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Gold, das isch richtigs Gold – Szene aus den Proben des Jugendtheaters Widen. Susanne Brem

Gold, das isch richtigs Gold – Szene aus den Proben des Jugendtheaters Widen. Susanne Brem

In der Klondike, gleich neben dem blauen Haus in der Mehrzweckhalle Widen, ist das Goldfieber ausgebrochen. «Der Goldvulkan» – so heisst das neueste Stück des Jugendtheaters nach dem gleichnamigen Roman von Jules Verne. Am Freitag ist Premiere.

Dawson City, Kanada, 1890. Zwei Cousins, Ben (Patrick Weber) und Sam (Nick Grossmann), erben von ihrem Onkel einen Claim, ein Goldschürfgebiet am Klondike. Bald fahren sie in einer abenteuerlichen Reise mit dem Zug von Montreal quer durch Kanada nach Vancouver, wo sie die Bekanntschaft zweier reizender Damen machen dürfen. Sie geraten in einen Schneesturm mitten in den Rocky Mountains. Und sie treffen auf zwei Bösewichte, die ihnen das Leben nicht nur auf der Reise, sondern auch später, beim Goldschürfen auf ihrem Claim, schwer machen werden.

So viel zum Stück – gibt es Parallelen in die heutige Zeit? Die ewige Gier nach Gold und Geld beschäftigt die Menschheit seit je. Auf der Nebenbühne spielt Theaterfreak Noël Schulhof einen skrupellosen Börsenmakler, der nichts anderes im Sinn hat, als sein Geld anzuhäufen, koste es, was es wolle.

Keinen Aufwand gescheut

Wieder einmal hat das Jugendtheater Widen keinen Aufwand gescheut. Auch bei der neuesten Produktion spürt der Zuschauer, viel Liebe zum Detail. Seit Jahren steht mehr oder weniger das gleiche Team hinter den Kulissen. Viele von ihnen sind Eltern von ehemaligen Theaterkindern, die definitiv vom Theatervirus nicht mehr loskommen. Allen voran stehen Regisseurin Evelyne Brader und Co-Regisseur Thomas Müller, die das Stück in Anlehnung an einen unvollendeten Roman von Jules Verne umgeschrieben haben.

Reto Brader und ein Team von Männern zeichnen für die Kulissen verantwortlich. Einen ganzen Wildwestsaloon mit allen Details haben sie auf die Bühne gezimmert. Ula Scheidegger hat, zusammen mit ein paar Mamis, mit viel Liebe zum Detail die Kostüme hingezaubert. «Nein, wir müssten das nicht mehr machen», sagt sie im Gespräch.

«Unsere Kinder spielen nicht mehr mit.» Doch man sei hinter den Kulissen eine grosse Familie geworden. Das motiviert zum Weitermachen. «Einige unserer erwachsenen Kinder arbeiten ebenfalls mit, zum Beispiel in der Tontechnik, beim Licht oder im Bühnenbau.» Es seien aber auch neue Eltern hinzugekommen, die im Team mithelfen, sonst könnte man eine solche Produktion gar nicht machen, sagt sie.

29 Laienschauspieler

Im Vordergrund stehen allerdings die Schauspieler, die 29 Kinder und Jugendlichen vom JTW: Am Wochenende gehört die Bühne ihnen ganz alleine. Dann werden sich die Protagonisten durch den heftigen Schneesturm inmitten der Rocky Mountains kämpfen müssen. Im Saloon von Dawson City werden sie Poker mit gezinkten Karten spielen, Whisky trinken und in eine Schlägerei geraten. Es wird zu- und hergehen wie im Wilden Westen, wenn Theaterkind Steven vom grossen Geld träumt und sagen wird: «Wenn ich gross bin, möchte ich auch ein Goldgräber werden.»

Aufführungen

«Der Goldvulkan», Mehrzweckhalle Widen: Freitag, 14.11.2014, 19.30 Uhr. Samstag, 15.11.2014, 19.30 Uhr. Sonntag, 16.11.2014, 15.00 Uhr.

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