Freiamt

Wenn Gesang verboten ist, tragen die Sternsinger eben Versli vor – und tun erst noch Gutes damit

Versli statt Gesang und viel Abstand: Sternsinger 2021 in Arni

Versli statt Gesang und viel Abstand: Sternsinger 2021 in Arni

Sie reisten zwar nicht bis ins Morgenland, aber immerhin im Freiamt herum. Vier Kinder zogen für die Tradition in Arni und einen guten Zweck durchs Dorf.

Der Tag neigt sich dem Ende zu, der Himmel ist bereits dunkel. Mit etwas Hilfe zündet der kleine König Kaspar seine Laterne an. Auch seine Freunde, die Könige Balthasar und Melchior sowie ihre Sternträgerin sind bereit. Die Kronen und Turbane sitzen, so macht sich die kleine Truppe auf den Weg, um die Häuser der Bewohnerinnen und Bewohner von Arni zu segnen.

Sheila, Giulia, Lena und Finn (von links) segneten die Häuser in Arni.

Sheila, Giulia, Lena und Finn (von links) segneten die Häuser in Arni.

Die verkleideten Gestalten reisten jedoch nicht aus dem Morgenland ins Freiamt. Unter den langen Gewändern steckten Sheila, Lena, Giulia und Finn. Vorgestern Mittwochabend waren die Schülerinnen und Schüler als Sternsinger in Arni unterwegs. Obwohl, in diesem Jahr waren sie wohl eher Sternsprecher. Denn singen durften die Kinder wegen Corona nicht.

Weniger Türen aber trotzdem viel Freude an der Tradition

Anders als in den Jahren zuvor war auch, dass sich nur vier Kinder für die Tradition des Sternsingens angemeldet haben und nur fünf Haushalte ihren Besuch wünschten. Doch trotz der Besonderheiten freuten sich die Kinder darüber, mit dieser Tradition einem guten Zweck zu dienen. «Wir sammeln für Kinder in der Ukraine, die es nicht so gut haben wie wir, weil sie ohne Eltern aufwachsen», erklärt die 10-jährige Sheila. Auch Nicole Grat, Religionslehrerin und Organisatorin des diesjährigen Sternsingens, freute sich. «Schön ist, dass die Kinder so die Möglichkeit haben, für andere Kinder etwas Gutes zu tun», erzählt sie.

Es sei schade, dass sie in diesem Jahr nach dem Rundgang nicht zusammensitzen, Tee trinken, Dreikönigskuchen essen und dabei das Geld zählen konnten. «Das macht sie immer besonders stolz, wenn sie selbst sehen, was sie erreicht haben», so Grat. Die Kinder sagten ihr Versli trotz allem mit viel Freude auf und waren glücklich über jeden Batzen, der ins Kässeli wanderte, und über die Schokolade, die sie erhielten. «Ich mache nächstes Jahr wieder mit», sagte der 7-jährige Finn. Er hoffe, bis dahin dürfe man wieder singen.

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