Freiämter Olma
«Wenn die Kinder kommen, um mit dem Rasentraktor zu fahren, freut mich das am meisten»

Obwohl erwachsene Männer die durchschnittlichen Besucher sind, gibt es an der Freiämter Olma auch vereinzelt Küchen, Hüte und Handschuhe zu bewundern. Und selbst für die Kleinsten gibt es viel zu bestaunen.

Dominic Kobelt
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Nebst den Landwirten besuchen auch viele Laien die «Freiämter Olma». kob

Nebst den Landwirten besuchen auch viele Laien die «Freiämter Olma». kob

Der durchschnittliche Besucher auf der Mäder Landmaschinenmesse in Niederwil ist männlich, kräftig gebaut, raucht und trägt ein kariertes Hemd. Nebst den Herren, die die Motorsägen und Mähdrescher fachmännisch beäugen, sich über den Bart streichen und die PS vergleichen, gibt es auch jene, die gewisse Fahr- und Werkzeuge etwas ratlos anschauen. Da steht etwa ein kleiner Anhänger mit violetten Stützfüssen. Hinter dem gitterartigen Aufbau ist ein Motor versteckt, aber was das Gerät genau macht, ist auf den ersten Blick für einen Laien nicht ersichtlich. «Kohlis fahrbares Tauchmotorrührwerk» diene dazu, Gülle, die sich automatisch zu schichten beginnt, zu rühren, erklärt der Fachmann.

Ärgert sich Betriebsleiter Rolf Mäder über die vielen Leute, die gar nichts kaufen wollen? «Nein, ich freue mich, dass sie trotzdem hier sind. Das ist auch eine Wertschätzung», erklärt er. Auf die Frage, welches wohl das wichtigste Gerät auf dem Areal sei, deutet er dann auch sofort auf den Rasentraktor, auf dem ein Vater mit seinen zwei Kindern auf dem Schoss eine Runde dreht. «Wenn die Kinder hierherkommen wollen, um mit dem Rasentraktor zu fahren, dann freut mich das am meisten. Sie sind schliesslich meine Zukunft, die Bauern von morgen.» Auf der «Freiämter Olma» sind nicht nur Traktoren und elektrische Zäune, sondern vereinzelt auch Küchen, Hüte und Handschuhe zu bewundern. «Den Frauen soll nicht langweilig werden, wenn die Männer über die Maschinen diskutieren», sagt Mäder schmunzelnd.

Die Ausstellung mit Volksfestcharakter findet dieses Jahr zum 47. Mal statt. «Begonnen hat mein Grossvater Hugo 1919, vor 12 Jahren habe ich von meinem Vater Ernst übernommen. Und ich habe jedes Mal eine Saufreude an dem Anlass», sagt Mäder. Schon als Kind habe er hier Kreiselheuer verkauft. Als das Internet aufkam, habe er erwartet, dass es nun vorbei sei. «Es kommen aber trotzdem noch Bauern aus der ganzen Schweiz, einfach, weil der Anlass zur Tradition geworden ist.»

Landmaschinenausstellung in Niederwil noch bis Freitag, 30. Dezember, täglich 9 bis 16.30 Uhr.