Openeye Festival
Wenn der Miststock für ein Festival zum Dancefloor wird

Zum 18. Mal bereits findet das Openeye Festival auf dem Bauernhof der Familie Hagenbuch in Oberlunkhofen statt. Während zwei Tagen wird das Apfellager zum Jazzlokal und der Miststock zum Dancefloor.

Pascal Münger
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Internationale Stars, die man in Oberlunkhofen nicht erwarten würde – Susheela Raman.

Internationale Stars, die man in Oberlunkhofen nicht erwarten würde – Susheela Raman.

HO

Was haben ein Bauer und die Veranstalter eines Open-Air-Festivals gemeinsam? Freude oder Ärger hängt bei beiden vom Wetter ab. Die einen können keine gute Ernte einfahren, die anderen müssen mit weniger Besuchern rechnen. Spannen sie jedoch zusammen, entsteht immer etwas Gutes. Das beweisen die Veranstalter des Openeye Festivals am kommenden Wochenende, wenn sie auf dem Bauernhof der Familie Hagenbuch in Oberlunkhofen ein zweitägiges Musikprogramm präsentieren.

Das Apfellager als Jazzlokal

Da wird ein Maschinenunterstand als Haupt-Konzertbühne genutzt, das Apfellager als Jazzlokal und Bar, der Miststock wird zum Dancefloor und auf der Weide steht die etwas kleinere Zeltbühne. Alles, was der Bauer nutzt, wird an diesem Wochenende zweckentfremdet.

Auch Crêpes-, Kuchen- und Kaffeestand werden in einem kleinen Chalet untergebracht sein, welches üblicherweise beim Blumenfeld mit Blumen zum Selberpflücken zum Einsatz kommt. Die Aufbauarbeiten für das Festival, das bereits seit 1995 alljährlich über die Bühne geht, dauern eine ganze Woche. Die Motivation dafür ist eine Scheune voll Herzblut, denn das Openeye ist ein nicht-kommerzieller Anlass. Allfällige Gewinne gehen in die Reserven für die nächsten Jahre und stehen lediglich für die Verpflichtung von Bands oder Infrastrukturanschaffungen zur Verfügung.

Internationale Acts

In diesem Jahr sind unter anderem die Cowboys From Hell aus Zürich zu Gast in Oberlunkhofen. In einem Amalgam aus Jazz, Funk und improvisierten Groove-Parts klingen sie wie die Inkarnation von Frank Zappas Backing Band. Aber auch internationale Acts pilgern auf den Bauernhof: Susheela Raman, die in England lebt, mischt mit einem atemberaubenden Feingefühl Tribal-Klänge ihrer afrikanischen Heimat mit modernem Folk und lupenreinem Singer-Songwriter-Pop. Raman wird ein Highlight sein, das man im kleinen Oberlunkhofen keinesfalls erwarten würde. Dass man es trotzdem am Samstag erleben kann, ist den Veranstaltern hoch anzurechnen.

Alleine auf der Hauptbühne des Openeye Festivals werden sieben Acts zu sehen sein, die von Ska über Pop bis Folk die ganze Palette abdecken. Da fehlt nur noch ein Blick auf die Bauernregeln vom 29. und 30. Juni: «Peter und Paul klar, bringt ein gutes Jahr.» und «Nach Peter-und-Paul-Tag reift das Korn auch in der Nacht.» Was es auch heissen mag, dem Charme des Festivals wird es sicherlich nicht schaden.

Openeye Oberlunkhofen, vom 29. bis 30. Juni.

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