Die Schmutzfracht betrug 2017 weniger als im Jahr zuvor – noch 2,2 Millionen Kubikmeter. «Ausschlaggebend dafür waren die geringeren Niederschläge, aber auch die grossen Baustellen mit längerfristigen Grundwasserabsenkungen, die Ende 2016 abgeschlossen wurden», wie Verbandspräsident Anton Burkart im Jahresbericht 2017 erwähnt.

Dem Abwasserverband Kelleramt angeschlossen sind die Freiämter Gemeinden Arni, Islisberg, Jonen, Oberlunkhofen, Oberwil-Lieli, Rottenschwil und Unterlunkhofen sowie die im benachbarten Kanton Zürich gelegene Gemeinde Ottenbach.

Gasspeicher vergrössert

Aufgrund der geringeren Abwassermenge habe sich der Stromverbrauch im Jahr 2017 ebenfalls reduziert, wie dem Jahresbericht weiter zu entnehmen ist. Der neu erstellte Gasspeicher mit dem wesentlich grösseren Speichervolumen habe dazu geführt, dass das anfallende Klärgas im Blockheizkraftwerk weitgehend in Strom umgewandelt und verkauft werden konnte.

Trotz der sehr intensiven Bautätigkeit im Verbandsgebiet hat die Bevölkerung im gesamten Einzugsbereich der ARA Kelleramt (13'700 Personen) im Berichtsjahr lediglich um 140 Einwohner, was rund 1 Prozent entspricht, zugenommen. Insgesamt 303 Einwohner oder 2,2 Prozent sind nicht an eine Kanalisation angeschlossen.

Im Jahresbericht hielt Verbandspräsident Burkart ausserdem fest: «Die ARA erfüllt grundsätzlich die Anforderungen des Gewässerschutzgesetzes und die Auflagen der Abteilung für Umwelt des Kantons Aargau. Unbefriedigend ist nach wie vor der Sauerstoffeintrag in die vier Biologiebecken.» Im Sommer wurden die stark verkrusteten Lüfterplatten im Biologiebecken 3 ausgewechselt. Diese Verkrustung behinderte den Sauerstoffeintrag, erforderte einen höheren Luftdruck, erhöhte dadurch den Stromverbrauch und reduzierte zudem auch noch die Abbauleistung der biologischen Reinigungsstufe.

Aufgrund verschiedener Laboranalysen soll es sich bei den Verkrustungen um sogenannte Vivianit-Ausfällungen handeln. Die Ursache für diese sehr ausgeprägten Ausfällungen kann nicht eindeutig erklärt werden. Möglicherweise entsteht das Vivianit durch das Eisen-Fällmittel in Verbindung mit Schlammablagerungen. In verschiedenen Stellungnahmen und Berichten wurden Lösungsansätze aufgezeigt, wie das Problem behoben werden könnte. Tatsache ist, dass die aufgezeigten Massnahmen gezielt, koordiniert und auch kontrolliert der Reihe nach getestet werden müssen. Seit diesem Jahr werden Versuche mit der Vorfällung durchgeführt, die gezielt und präzise dosiert dem Abwasser zugefügt wird. Wie Verbandspräsident Anton Burkart auf Anfrage der AZ betonte, gäbe es zwar gewisse Anhaltspunkte, doch lägen noch keine konkreten Untersuchungsergebnisse vor.

Geringere Betriebskosten

Gegenüber dem Jahr 2016 sind die Betriebskosten der ARA Kelleramt 2017 um rund 10'000 Franken niedriger ausgefallen: 736'400 Franken gegenüber 746'000 Franken im Vorjahr. Höher ausgefallen sind hingegen die Reinigungskosten pro Kubikmeter Abwasser, nämlich von 29,1 Rappen im Jahr 2016 auf 33,6 Rappen im Berichtsjahr 2017. Die Abwasserreinigungskosten pro Einwohner sanken von Fr. 55.01 (2016) auf Fr. 53.70 im Jahr 2017.