Franz Huber lüpft den Fleischspiess vom Grill und steckt die Temperaturnadel in den frisch gebratenen Schweinshals. 85 Grad, perfekt. «Über 900 Kilo Fleisch braten wir für unser pumpenvolles Männerriege-Christchindlibeizli jedes Jahr», lacht er und hievt den Spiess aufs Schneidebrett. Schon vor Marktbeginn hat Huber mit seinen Vereinskameraden beim Aufstellen mit angepackt und jeden Altstadtbaum weihnachtlich geschmückt.

Jährlich zehntausende Besucher

Es sind die unsichtbaren Helfer wie Franz Huber, die die Altstadt jedes Jahr in eine weihnachtliche Zauberwelt voller Lichterketten und Christbäume verwandeln. Ihnen ist es zu verdanken, dass Bremgarten seit nunmehr 18 Jahren einen der schönsten Weihnachtsmärkte im Land hat und jährlich zehntausende Besucher aus dem In- und Ausland anlockt. An den ersten zwei Markttagen hätten sie an ihrem Stand jedoch nicht viel zu tun gehabt, erzählt Charlotte Müller, die auf dem Schellenhausplatz Wollpullover und Socken der «Lismigruppe» des Alterszentrums Bärenmatt anbietet. «Wenns nass und kalt ist, läuft halt weniger am Märt.»

Gleich um die Ecke verkauft Dorothée Huber-Wick Keramin-Engelchen und Krippenfiguren. «Meine Mutter hat alle Figuren selber entworfen und mir dieses feine Handwerk beigebracht», erzählt sie. Seit drei Jahren fährt die 89-jährige Maja Wick nicht mehr mit an den Markt, ist aber in ihrem Ate-lier noch immer fleissig am Werkeln. «Wir haben Leute, die jedes Jahr am Stand vorbeikommen und neue Figürchen für ihre Sammlung kaufen», freut sich die Künstlerin.

«Der Märt ist einzigartig»

In der Marktgasse verkaufen Händler Glasschmuck, Seidenschäle, Lederwaren, Holzschüsseln und was das vorweihnachtliche Käuferherz begehrt. Unter dem schützenden Dach der Reussbrücke hat die Schule Niederwil selbst gemachte Holzfiguren, Bilderrahmen und iPhone-Hüllen im Angebot. Ein Werkstattstand bietet Schoggi- Werkzeuge an. Und im Casino-Saal steht der pensionierte Büttiker Drechsler Jörg von der Crone und stellt auf seiner Werkbank kurlige Hurrlibusse her. «Seit dem Ostermarkt bin ich mit den Vorbereitungen für den Christchindli-Märt beschäftigt», erzählt der Drechsler, dessen Tochter jedes Jahr aus Kanada anreist, um ihn am Märt zu unterstützen. «Die weite Reise lohnt sich, der Christchindli-Märt ist einzigartig», ruft Barbara Mabbutt hinter dem Stand hervor.

Auch der Marktchef Walter Friedli ist mit dem 18. Christchindli-Märt zufrieden. «Durch den vielen Schnee an den ersten beiden Markttagen haben wir rund 20000 Besucher weniger als im Vorjahr», sagt er. Am Wochenende aber habe es in Bremgarten wieder ausgesehen wie in einem Bienenhaus. Die Helfer hätten unermüdlich Parkplätze freigeschaufelt und die Marktgassen gesalzen.
«Alles hat tiptop geklappt. Der Schnee hat schlussendlich sogar zur Weihnachtsstimmung beigetragen», freut sich Walter Friedli.