Doppelmord Sarmenstorf

Welche Rolle spielte die Schwiegertochter an jenem Abend?

In diesem Haus im aargauischen Sarmenstorf ist am Mittwochabend ein Ehepaar erstochen worden.

In diesem Haus im aargauischen Sarmenstorf ist am Mittwochabend ein Ehepaar erstochen worden.

Nicht nur A.S., sondern auch seine Ehefrau bleibt in Haft. Laut Vertrauten habe sie bei Streitigkeiten zwischen ihm und dem Vater mehrmals als Schlichterin eingegriffen. Vertraute sagen, sie hätten die Frau nie als aggressiv erlebt – anders als ihn.

Der 32-jährige A.S. und seine 29-jährige Frau M.S. bleiben im Gefängnis. Laut einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft steht das Paar unter dem dringenden Tatverdacht der vorsätzlichen Tötung. Der 64-jährige Vater von A. und seine 60-jährige Mutter sind am Mittwochabend in ihrem Haus in Sarmenstorf ermordet aufgefunden worden.

A.S. war mit Freunden oft in dieser Gegend am Hallwilersee.

A.S. war mit Freunden oft in dieser Gegend am Hallwilersee.

Die Untersuchungsbehörden gehen davon aus, dass der Sohn, aber auch die Schwiegertochter mit dem Verbrechen etwas zu tun haben. Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten hat gegen das Paar ein Strafverfahren eröffnet und beim Zwangsmassnahmengericht die Untersuchungshaft beantragt.

Das ist das übliche Verfahren nach der neuen Strafprozessordnung. Die Polizei darf Personen, die einer Straftat verdächtigt werden, in eigener Kompetenz bis zu 24 Stunden festhalten, die Staatsanwaltschaft kann diese vorläufige Festnahme um weitere 48 Stunden verlängern.

Familiendrama Sarmenstorf: Ehepaar wurde erstochen

Familiendrama Sarmenstorf: Ehepaar wurde erstochen

Dann wird das Zwangsgsmassnahmengericht eingeschaltet und befindet über die Anordnung der Untersuchungshaft. Es ist davon auszugehen, dass das Gericht am Freitagnachmittag dem Begehren der Staatsanwaltschaft stattgegeben hat.

Frau ist auch tatverdächtig

Damit ist auch gesagt, dass die Staatsanwaltschaft vorderhand offenbar eine Tatbeteiligung der Ehefrau nicht ausschliesst. Vertraute des Paares halten das zwar für ausgeschlossen. Sie hätten M.S. nie als aggressiv erlebt. Im Gegensatz zu ihrem Mann, dem sie eine solche Tat zugetraut hätten.

Der weitere Verlauf der Untersuchung wird zeigen, ob M.S. tatsächlich direkt am Tötungsdelikt beteiligt war. Freunde sind von der zweiten Variante überzeugt. M.S. habe in der Vergangenheit bei Streitigkeiten von A.S. und seinem Vater mehrmals schlichtend eingegriffen.

War das Paar am Lieblingsplatz?

Die Staatsanwaltschaft sucht Zeugen, die das Paar in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag im Raum Fahrwangen oder Meisterschwanden gesehen haben (Telefon: 062 835 81 81). Man gehe davon aus, dass A.S. und seine Frau mit einem Personenwagen flüchteten, diesen in der Region parkten und dann zu Fuss bis zu jenem Ort weitergingen, an dem sie am frühen Donnerstagmorgen festgenommen worden sind.

Sarmenstorf unter Schock

Sarmenstorf unter Schock

Wo genau das Paar festgenommen wurde und wo das Auto geparkt war, sagt die Staatsanwaltschaft nicht. Die az weiss, dass das Auto kurz nach der Tat auf einem Parkplatz oberhalb des Hallwilersees rund vier Kilometer vom Tatort entfernt, offenbar von einem Bekannten gesehen und der Polizei gemeldet worden ist.

Hier hat A.S. in der Vergangenheit schon oft parkiert und ist von dort aus allein oder mit Freunden zu einem seiner Lieblingsplätze, der Badestelle im Erlenhölzli gegangen. Hat er dort, oder irgendwo sonst am rechten Seeufer, auf die Polizei gewartet?

Die Staatsanwaltschaft enthält sich auf der Anfrage der az eines Kommentars. Ebenso wie der Tatablauf noch nicht geklärt sei, gäbe es auch zum Fluchtweg offene Fragen. Da hoffe man, mit Hinweisen aus der Bevölkerung einen Schritt weiterzukommen.

Doppelmord von Sarmenstorf

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