Theater
Welche Probleme haben Jugendliche mit Facebook? Merenschwander Schüler zeigen es

Die Oberstufe Merenschwand stellt nächstes Wochenende ihr Theater «Fakebook – und was glaubst du?» vor. Damit gehen sie auf ein Thema ein, das viele intensiv Jugendliche beschäftigt.

Natasha Hähni
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Theater Merenschwand – Facebook
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Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler üben fleissig den Tanzschritt «Dab».
Caroline Vollstedt achtet auf jedes Detail.

Theater Merenschwand – Facebook

Natasha Hähni

Alternative Fakten sind mittlerweile wohl allen ein Begriff. Genau dieses Thema greifen die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Merenschwand bei ihrem Arrangement auf. Im Freifach Theater proben die jungen Schauspieler unter der Leitung von Caroline Vollstedt. Der Titel «Fakebook – und was glaubst du?» ist eine Zusammensetzung aus «Facebook», dem beliebten Social-Media-Portal, und dem Wort «Fake(-News)», was übersetzt so viel wie falsche Nachrichten heisst.

Das Stück handelt von den beiden Teenagern Sabrina und Calvin. Auf Facebook kursiert ein Bild der beiden. Plötzlich werden sie von allen für das neue Pärchen gehalten – obwohl sie sich nur flüchtig kennen. Die Kommentare zu dem geposteten Bild führen zu Spannungen zwischen den beiden, eine Situation, wie sie auch in der Realität entstehen könnte. Die Reaktionen der Facebook-Nutzer werden während der Aufführung mit einem Chor dargestellt. Jedes Mitglied des Chors trägt eine weisse Maske, um die im Internet herrschende Anonymität aufzuzeigen.

Auch die Lehrerin zeigt Einsatz

Während der Proben legen sich die 14 Schülerinnen und Schüler mächtig ins Zeug. Einige haben noch Schwierigkeiten mit der einen oder anderen Schrittabfolge, doch die motivierte Lehrerin tanzt jede Choreografie mit und feuert die jungen Schauspieler laufend an. «Wenn ihr fällt, muss das aussehen wie bei Matrix, wenn den Agenten der Stecker gezogen wird!», verbildlicht Vollstedt ihre Erklärung, bevor sie schmunzelnd ergänzt: «Entschuldigung, den Film kennt ihr wahrscheinlich gar nicht mehr», und dann die Szene prompt vorzeigt.

Vollstedts Methoden haben Erfolg. Die 13- bis 16-jährigen Schüler sind bei der Sache und stellen bei jeder Unsicherheit Fragen, die jedes Mal mit der gleichen Freude von der Lehrerin oder einem Mitschüler beantwortet werden. Nach dem achten Durchlauf der Choreografie hört man die ersten «Durst!» und «Hunger!»-Schreie, die sich jedoch schnell wieder in ein Lachen verwandeln. «Wir helfen uns gegenseitig, aber übertreiben es manchmal ein bisschen. Das gehört beim Theater einfach dazu!», erklärt die 13-jährige Mareka. Tatsächlich ist die Gruppe ausserordentlich dynamisch.

Die Schüler schrieben mit

«Ich kann erst starten, wenn ihr alle ruhig seid!», den Ausruf hört man während der Proben in der Mehrzweckhalle Merenschwand nicht selten. Gerichtet ist er meist an die Herren der Gruppe. Der 15-jährigen Nadja macht das aber nichts aus, ganz im Gegenteil: «Die Jungs sind lustig!«, doch auch das Theater an sich gefällt der Schülerin: «Ich finde es toll, dass wir eigene Ideen in das Stück einbringen durften.» Das Stück weist in der Tat einige Elemente auf, die schnell als Einfall eines Schülers zu identifizieren sind. Eines davon ist der sogenannte «Dab». Der Tanzschritt wird mit Leidenschaft ausgeführt. Bei so viel Euphorie vonseiten der Schüler kann man sich auf einen unterhaltsamen Abend freuen.

Aufführungen: Freitag 31. März, Samstag, 1. April, 19.00 Uhr, Mehrzweckhalle Merenschwand.